27.06.2018 - 15:00 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Nürnberger bei Stahl am Steuer

Auch die Homepage verrät es: Die Spedition Stahl ist seit 1. April in fränkischer Hand. Die Firma "Bavaria Transport und Logistik" aus Nürnberg übernahm die Lastwagenflotte und einen Großteil der Mitarbeiter aus der Insolvenz.

Auf den Lastwagen steht weiterhin Spedition Stahl. Doch die Weiherhammerer Transportfirma gehört inzwischen einem Nürnberger Fuhrunternehmer.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

(phs) Geschäftsführer Florian Stahl, der sich gegenüber den Oberpfalz-Medien nicht äußern wollte, ist weiter in seiner früheren Firma tätig. Sein Posten nennt sich nun "Speditionsleiter". Neuer Chef ist Wolfgang Übler. Der 45-Jährige erweiterte sein Unternehmen im Nürnberger Hafen um die komplette Lkw-Flotte Stahls. Das sind laut Übler 35 Lastwagen. Zudem beschäftigt er sämtliche Fahrer und die meisten Kräfte des Verwaltungspersonals weiter. "Sechs bis acht Leuten musste ich aber leider kündigen, um keine Doppelstrukturen zu schaffen", sagt der Franke, der nun insgesamt 150 Frauen und Männer beschäftigt.

Einige davon arbeiten an Standorten in Polen und der Ukraine. Inklusive der Stahl-Laster fahren rund 100 Brummis für Bavaria-Transporte. Über den Kaufpreis halten sich sowohl Übler als auch der Insolvenzverwalter bedeckt. Übler räumt ein, dass es Überlegungen gab, den Betrieb aus Weiherhammer nach Nürnberg zu verlagern. Das habe sich aber inzwischen geändert, da Bavaria-Transporte inzwischen auch die Immobilien von der Familie Stahl zum 1. August übernehmen möchte.

Mittelfristig strebt Übler an, wieder mit Pilkington ins Geschäft zu kommen. "Es hat dazu auch schon Gespräche mit dem Werk gegeben." Nur wenn er wieder Aufträge von dem örtlichen Glasriesen bekomme, sei das Problem der vielen Leerfahrten in den Griff zu bekommen. Ansonsten sei die Sparte der Silotransporte bedroht. Der Hauptmarkt von Bavaria ist laut Wolfgang Übler weiterhin der Raum Nürnberg, für "alles, was man im Planen-Bereich fahren kann". Das reiche von Lebensmitteln bis zu verpackter Ware. Die Spedition ist ebenfalls ein Familienbetrieb.

Das war auch Stahl. Florian Stahl stieg 2013 als Nachfolger seines Vaters Karl ein. Der musste damals in die vorläufige Insolvenz, nachdem ein Leasingpartner zuvor den Vertrag mit der Firma gekündigt hatte. Stahl konnte offenbar die sofort fällig werdenden Ablösen nicht zahlen. Anfang Februar dieses Jahres erwischte es das Fuhrunternehmen erneut. Diesmal war der Konkurs nicht zu vermeiden. "Das Unternehmen war bisher komplett ausfinanziert. Stahl plante nötige Umstrukturierungen, unter anderem bei Routen und Fahrten", sagte Insolvenzverwalter Hubert Ampferl aus Nürnberg damals. "Die Spedition hatte ein gutes Konzept, doch die Finanzierung war nicht gesichert. Stahl hätte Geld gebraucht."

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