26.02.2020 - 14:36 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Strom aus Bioabfall und Grüngut

Als einen „wichtigen Beitrag zum Umweltschutz“ bezeichnet Bürgermeister Ludwig Biller die geplante Bioabfall- und Grüngut-Vergärungsanlage in der Deponie Kalkhäusl. Der Gemeinderat beschließt einstimmig die entsprechende Bauleitplanung.

Auf der rot umrandeten Fläche, einer bisher unbebauten Teilfläche des Solarparks, will die ZENO Natur GmbH eine Vergärungsanlage für Bioabfall und Grüngut bauen (Planentwurf: BHM Planungsgesellschaft mbH).
von Gabi EichlProfil

Die Entscheidung fällt einstimmig für die Änderung des Bebauungsplans „Solarpark Deponie Kalkhäusl“ mit dem Ziel, auf einer 2,52 Hektar großen, bisher unbebauten Teilfläche des Solarparks eine Bioabfall- und Grüngut-Vergärungsanlage zur Stromerzeugung errichten zu lassen. Die Anlage ist ausgelegt für eine Annahme von 60 bis 80 Tonnen pro Tag; es geht um Bioabfall und Grüngut aus den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden und um Abfälle aus dem Lebensmittelmarkt und der Ernährungsindustrie. Für die Stromerzeugung ist ein 1000kW-Grundlast-Blockheizkraftwerk vorgesehen mit einer installierten Leistung von 2000 kW, um dem Stromnetz neben der Grundlast auch eine flexible Energielieferung anbieten zu können.

Die gesamte Anlage besteht den Plänen zufolge aus dem Heizkraftwerk mit Werkstatt, Lager und Personalräumen, einer Halle zur Trocknung und Substrataufbereitung, einer Halle zur Annahme der Abfälle, einem Substratlager und einer weiteren Kompostier- und Lagerfläche.

Auch Vorteile für die Gemeinde

Biller sieht eigenem Bekunden zufolge durchaus auch Vorteile für die Gemeinde. Er nennt zum einen die Gewerbesteuern, zum anderen die Möglichkeit, Klärschlamm leichter zu entsorgen, da geplant sei, diesen mit der überschüssigen Wärmeenergie des Kraftwerks zu trocknen; außerdem gehe man davon aus, dass das neue Baugebiet „Bildbaum 8“ von der Anlage aus mit Strom versorgt werden könne. Eine große Sorge sei bisher die mögliche Geruchsbelästigung gewesen. Die Anlage sei den aktuellen Plänen zufolge einen Kilometer von der nächsten Bebauung entfernt; der Betreiber - eine Gemeinschaft aus der Bürger-Energiegenossenschaft ZENO eG und der TIR-Energie eG, voraussichtlich unter Beteiligung der Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden - versichere, dass keine Geruchsbelästigung zu erwarten sei. Hundertprozentig sicher könne man wohl nicht sein, aber die Gemeinde könne als Industriegemeinde mit hohem Flächenverbrauch auf diese Weise „etwas zurückgeben, das der Natur zugute kommt“, sagt Biller.

"Müssen dem Betreiber glauben"

Der CSU-Sprecher Bernd Heibl fügt an, man müsse dem Betreiber wohl glauben, dass die komplett eingehauste Anlage keinen Gestank verbreite. Anderswo stünden solche Anlagen in nur 200 Metern Nähe zur Wohnbebauung, ohne dass es Probleme gebe.

Der SPD-Sprecher Rainer Vater weist darauf hin, dass der Landkreis die Abfälle, die in der Anlage zu Strom gemacht werden sollen, bisher bis nach Thüringen fahren musste. Wenn diese Transporte wegfielen, sänken unter Umständen auch die Abfallgebühren. Grundsätzlich sei jedoch festzustellen: „Wir verursachen Müll, wir müssen uns auch um die Entsorgung kümmern.“

Auch Julian Kraus (CSU), der eigenem Bekunden nach lange Zeit sehr skeptisch war, sagt, er sei inzwischen zu 98 Prozent überzeugt von der Anlage.

Telefonica schielt nach Kaltenbrunn

Der Gemeinde liegt laut Biller eine Anfrage der Telefonica vor, eine Mobilfunksendeanlage in Kaltenbrunn aufzustellen. Man werde als mögliche Standorte das Rathaus, das Wasserhaus und das Feuerwehrhaus anbieten. Auf dem Rathaus sei zwar bereits eine Anlage der Telekom installiert und Wasser- und Feuerwehrhaus gälten als topographisch nicht optimal, „man wird sehen, was daraus wird“, sagt Biller. Die Verwaltung werde die Telefonica jedoch auch auf die Versorgungslücken in Dürnast und Trippach hinweisen.

Weitere Aufwertung der Gemeinde

Im Rahmen der Sanierung der Barbarastraße stand Billers Worten zufolge die Entscheidung über die Gestaltung der Gehsteige an. Man habe sich für Betonplatten mit Graniteinfassung anstelle eines Granitpflasters entschieden, da diese vor allem für ältere Menschen mit Rollator angenehmer seien. Für die Sanierung der Friedhofsmauer habe man für die Kirche eine Förderung in Höhe von 55 Prozent erreicht. Nach Abschluss der Maßnahme werde man dort einen schönen zentralen Platz geschaffen haben, der die Gemeinde weiter aufwerte.

Das Erfrischungsgeld für die ehrenamtlichen Wahlhelfer der Kommunalwahl am 15. März wird von 30 auf 40 Euro erhöht.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.