24.02.2020 - 16:15 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Theater über die Chancen des Handwerks

Geld ist nicht alles. Etwas zu tun, woran das Herz hängt, aber wohl. Mit dem Stück „Mit Herz und Hand – Was man aus seinem Leben machen kann“ will Zimmermann Richard Betz Jugendliche ermutigen, das zu verfolgen, was sie erfüllt.

von Redaktion ONETZProfil

„Finde dich heraus und du findest dich selbst!“ Dieser Satz stand im Mittelpunkt des Ein-Mann-Theaters „Mit Herz und Hand – Was man aus seinem Leben machen kann“, das der Zimmermann Richard Betz in der Sporthalle der Mittelschule vor den Jugendlichen der 5. bis 9. Klasse aufführte. Dabei zogen sich die Möglichkeiten des Handwerks, die Berufswahl, die Liebe zum Beruf und die Suche nach dem persönlichen Glück wie ein roter Faden durch das Stück. Mit dem tourt er im Auftrag des Landesinnungsverbands des Bayerischen Zimmererhandwerks durchs Land. Rektor Günther Paul begrüßte Adrian Blödt, Obermeister der Zimmererinnung Oberpfalz. Seine Schüler waren von Anfang an vom Geschehen fasziniert.

Betz, ein echter Zimmermann mit eigenem Betrieb, trat in traditioneller Tracht und schwarzem Schlapphut auf – so wie früher die Gesellen gekleidet waren, die nach Ende der Lehrzeit für drei Jahre und einen Tag in die Fremde zogen. Wie sie hatte er sein Wanderbuch dabei, in das die Menschen, mit denen man unterwegs war, bei denen man arbeitete und denen man begegnete, hineinschrieben.

Als Meister Paul Balmer findet er in der Werkzeugkiste ein Bewerbungsschreiben einer Lisa, die sich ihm als seine Tochter offenbart. Sie hatte Mist gebaut, kam mit Partys und Drogen in Berührung, schmiss das Abitur, vermisste und verfluchte ihren Vater und erlebte dann als Töpferin das Wunder, wie aus einem Klumpen Ton eine Vase entsteht. Paul wird von seiner Vergangenheit eingeholt und erzählt, wie er aufgrund der gängigen Meinung „Wer nicht studiert, hat schon verloren“, die sich aber als „Riesenschmarrn“ herausstellte, den Wunsch seines Vaters erfüllte und zum Investmentbanker wurde. Seine große Jugendliebe Anna, mit der er die endlos weite Welt kennen lernte, die trotz Einserabiturs Schneiderin wurde und schließlich die Haute Couture versorgte, hatte ihn, als sie mit Lisa schwanger war, wegen seiner Geldgier verlassen, die ihn bald ins Gefängnis brachte. Durch das Wanderbuch seines Freundes Johann, der Geselle bei seinem Vater war, fand Paul sein Glück im Zimmererhandwerk.

Natürlich erfuhren die Schüler auch etwas über den Lebensweg von Richard Betz, der nach erfolgreichem Architekturstudium sich für das Handwerk entschied, weil es ihm erfüllender schien. Sein begeisterndes Erzählen, gepaart mit großem Wissen und Erfahrungen, seinem schauspielerischen Talent in der „One-Man-Show“ und seinen „coolen“ Aussprüchen, kam bei den Jugendlichen voll an. Mittlerweile war auch die Holzbrücke nach Vorlagen da Vincis ohne Schrauben und Leim entstanden.

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