20.12.2019 - 14:58 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Weg geebnet für Flachglas-Tochter

Bahn frei für den neuen glasveredelnden Produktionsbetrieb der Glashandelsgesellschaft Profi. Der Gemeinderat stimmt dem Bauvorhaben im Industriegebiet „Weberschlag“ einmütig zu.

von Gabi EichlProfil

Es geht um eine Fläche von knapp 110.000 Quadratmetern für eines der modernsten Werke seiner Art in Europa, wie der technische Projektleiter Martin Klier des Tochterunternehmens der Flachglas Wernberg vor dem Gemeinderat sagt. Das knapp 38.000 Quadratmeter große Werk für etwa 250 Mitarbeiter sei so automatisiert geplant, dass von der Anlieferung bis zum Versand des veredelten Glases kein Mensch mehr dieses Glas anfassen müsse, wie Klier erläutert.

Ausschlaggebend für den Standort sei die unmittelbare Nähe zu Pilkington gewesen, sagt der Projektleiter Achim Haag. Von Pilkington wolle man auch einen Großteil des Glases beziehen, so Klier. Leider sei die Anlieferung von Pilkington wegen der Bahnlinie nicht so einfach zu bewerkstelligen wie vorgesehen, aber an dem Thema arbeite man noch. Für den Anfang müsse man jedoch das Glas noch klassisch von Pilkington heraus- und zum neuen Betrieb hereinfahren.

Wettbewerbsvorteil Schnelligkeit

Klier betont mehrmals, dass der große Wettbewerbsvorteil seines Unternehmens die Schnelligkeit sei. Der Versand per Bahn sei daher im Moment keine Option, denn das Glas werde am Abend veredelt und sei am Morgen schon beim Kunden.

Die Profi GmbH plant laut Klier 2020 den Kauf des Grundstücks, im Juni soll der Spatenstich erfolgen, im Januar 2022 die Produktion anlaufen, die im Lauf des Jahres dann in drei Schichten rund um die Uhr erfolge. Bürgermeister Ludwig Biller sagt, man werde alles tun, um das Bauvorhaben so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen. In ähnlicher Weise äußern sich die Fraktionssprecher von CSU und SPD. In der Bergstraße bis zum gesamten Oberen Weiher gilt demnächst Tempo 30. Der Gemeinderat beschließt einstimmig eine entsprechende Änderung, die auch die Polizei befürwortet. Die Anregung dazu war von Bürgern gekommen.

Zuschuss für zwei Pavillons

Das Vereinskartell Weiherhammer-Trippach bekommt einen Zuschuss von 738 Euro Zuschuss für den Kauf von zwei Pavillons; das sind zehn Prozent des Kaufpreises.

Weitere 400 Euro Zuschuss gewährt der Gemeinderat dem BRK-Seniorenheim Hammergmünd für die Anschaffung einer Fahrrad-Rikscha. Dagegen stimmt nur der SPD-Gemeinderat Wolfgang Braun, der die Ansicht äußert, man solle doch lieber örtliche Seniorentreffs unterstützen. Das Seniorenheim liege außerdem auf dem Gebiet der Gemeinde Grafenwöhr. Biller kontert mit dem Hinweis, dass derzeit zehn Gemeindebürger in dem Heim untergebracht seien.

SPD-Antrag wird derzeit geprüft

Der SPD-Antrag auf Erweiterung des Piratenspielplatzes wird den Worten Billers zufolge derzeit geprüft. Die SPD fordert unter anderem Sonnenschutz, zusätzliche Bänke und eine Wasserspielanlage. Vor allem Letztere sei nicht ganz einfach umzusetzen, sagt Biller, aber man prüfe das.

Vom 1. Januar an gelten geänderte Öffnungszeiten für das Rathaus; wesentliche Neuerung ist, dass am Mittwochnachmittag geschlossen sein wird. Ansonsten ist weiterhin täglich von 8 bis 12 Uhr geöffnet, montags und dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 14 bis 18.15 Uhr.

Zum Ende des öffentlichen Sitzungsteils blicken der Bürgermeister und die Fraktionssprecher noch einmal auf die zu Ende gehende Legislaturperiode. Billers Worten zufolge hat sich die Finanzlage zum Positiven gewendet; die Verschuldung sei auf 6,2 Millionen Euro gesunken, für 2020 peile man das Ziel von 5,7 Millionen an. Neben den Pflichtaufgaben stünden im kommenden Haushaltsjahr unter anderem die Dorferneuerung Kaltenbrunn an, die Weiterentwicklung des Baugebietes „Am Bildbaum“ und die schrittweise Sanierung der Ortsstraßen. Wegen der gestiegenen Geburtenzahlen werde man sich mit dem Thema Kindergarten auseinandersetzen müssen, die Kapazitäten der kirchlichen Einrichtung seien erschöpft. Für den Neubau des Bauhofs im Gewerbegebiet werde ein Kommunalunternehmen gegründet. Rückblickend sagt Biller: „Es hat sich einiges getan in der Gemeinde.“ Weiherhammer sei wieder eine der erfolgreichsten Gemeinden im Landkreis.

Kommunalpolitik im Wandel

Der CSU-Sprecher Bernd Heibl lobt die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat; es sei in den vergangenen Jahren gut gearbeitet worden. Der SPD-Sprecher Rainer Vater bringt die Entwicklung der Kommunalpolitik zur Sprache; es sei nicht leichter geworden in den vergangenen Jahren, man werde teilweise unschön angegangen, begünstigt durch die Anonymität der sozialen Medien.

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