Weiherhammer
26.01.2021 - 09:50 Uhr

Aus Weiherhammer kommt Hilfe für den Kosovo

Amanda Castillo-Schmidt aus Neustadt hat über Jahre hinweg für die Kinderhilfe Rumänien Spenden gesammelt. Nach ihrem Aufhören gründen nun zwei Frauen aus Weiherhammer eine Privatinitiative. Sie sammeln Sachspenden für den Kosovo.

Amanda Castilli-Schmidt (Mitte) hat viele Jahre Sachspendensammlungen für die Christliche Kinderhilfe Rumänien organisiert. Ihr Werk, Notleidenden zu helfen, setzen nun Shukrije Hahn (links) und Emira Malanezos (rechts) fort. Sie sammelnd für Bedürftige im Kosovo und Albanien. Bild: prh
Amanda Castilli-Schmidt (Mitte) hat viele Jahre Sachspendensammlungen für die Christliche Kinderhilfe Rumänien organisiert. Ihr Werk, Notleidenden zu helfen, setzen nun Shukrije Hahn (links) und Emira Malanezos (rechts) fort. Sie sammelnd für Bedürftige im Kosovo und Albanien.

17 Jahre lang hat Amanda Castillo-Schmidt in Neustadt Sachspendensammlungen für die Christliche Kinderhilfe Rumänien organisiert. Im Dezember hörte sie aus privaten Gründen auf. Nun ist sie sehr erleichtert, dass ihr Werk der Hilfe fortgesetzt wird.

Zwei junge Frauen aus Weiherhammer wollen den Menschen in ihren Heimatländern Kosovo und Albanien helfen. Dafür riefen Shukrije Hahn und Emira Malanezos ihre Privatinitiative "Wir sammeln für den Kosovo" ins Leben. Auf die Idee kamen die beiden durch die Neustädterin. Gertraud Hahn, die Schwiegermutter von Shukrije, gab seit vielen Jahren Sachspenden für die Christliche Kinderhilfe Rumänien ab. Dabei erfuhr sie, dass Castillo-Schmidt im Dezember aufhören möchte.

Spontan entschlossen sich dann die beiden Freundinnen, die Hilfe im Rahmen einer Privatinitiative und für die Notleidenden im Kosovo fortzusetzen. "Wir fahren etwa drei Mal im Jahr in die Heimat meiner Frau", erzählt Wolfgang Hahn, Ehemann von Shukrije. Den Menschen dort fehle es oft am Nötigsten. Der Monatsverdienst eines Kosovaren liege bei 250 Euro. Mit 600 Euro im Monat sei man fast schon ein Spitzenverdiener. "Das Land leidet vor allem auch unter den instabilen Regierungen und unter Korruption", bedauert er. Bei seinen Besuchen in Pristina habe er viel Elend sehen müssen. Man könne für Geld vor Ort zwar alles kaufen, aber viele Familien seien auf finanzielle Unterstützung von Verwandten im Ausland angewiesen.

Shukrije Hahn lebt seit 2017 in Deutschland und ist ihrer Heimat und ihrer Familien dort noch sehr verbunden. Deshalb brauchte sie nicht lange zu überlegen und entschloss sich, die Sachspendensammlung nun für ihr Heimatland Kosovo fortzusetzen. Mit ihrer Freundin Emira Malanezos holte sie sich eine Albanerin ins Boot, deren Landsleute ebenfalls zum Teil große Not leiden.

Im Rahmen ihrer Initiative "Wir sammeln für den Kosovo" können ab sofort Wäsche, Bettwäsche, Unterwäsche, Bekleidung, Textilien jeder Art, Schuhe aller Art, Babybekleidung, Kinderbekleidung, Gardinen, Tischdecken, Bettdecken, Kissen, Malstifte, Malbücher, Handtaschen Rucksäcke, Spielwaren und Babywindeln abgegeben werden. Auch kleine Elektrogeräte wie Fön, Mixer, Bügeleisen, Glätteeisen, Handys mit Ladekabeln sowie unverderbliche Lebensmittel wie Mehl, Salz und Nudeln werden gerne entgegengenommen.

Anders als bei den Sachspendensammlungen für die Christliche Kinderhilfe Rumänien, die zweimal im Jahr durchgeführt wurden, können die Sachspenden nach telefonischer Vereinbarung mit Wolfgang Hahn (Telefon 0176 47633287) in der Lupinenstraße 21 in Weiherhammer ständig abgegeben werden.

Sind genug Sachspenden da, wird Hahn den Transport in das südosteuropäische Land organisieren. "Wir haben viele Bekannte, die immer wieder dort hinfahren und auch zum Teil Transporte übernehmen können". Amanda Castillo-Schmidt wird, auch wenn sie in Sachen Sachspendensammlung das Handtuch geworfen hat, die Christliche Kinderhilfe Rumänien auch weiterhin finanziell unterstützen.

Der Kosovo liegt in Binnenlage im Zentrum der Balkanhalbinsel im Südosten Europas. Er grenzt im Südwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien bzw. Zentralserbien und im Südosten an Nordmazedonien. Mit 10.877 km² hat der Kosovo als kleinstes Land Südosteuropas etwa zwei Drittel der Fläche von Thüringen und ist mit 195 Einwohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dicht besiedelt. Der Kosovo wird heute in großer Mehrheit von Albanern bewohnt. Schätzungen der Weltbank aus dem Jahr 2000, denen das statistische Amt von Kosovo bis heute folgt, gehen von 88 Prozent Albanern, 7 Prozent Serben und 5 Prozent der übrigen ethnischen Gruppen aus Kosovo gehört noch immer zu den sozio-ökonomisch rückständigsten Ländern Europas mit zugleich aber nicht unerheblichem Entwicklungspotential. Die Gründe für die Rückständigkeit liegen unter anderem in historischer Unterentwicklung, den Folgen des serbischen Apartheitsregimes und anschließenden Kosovokriegs in den 1990er Jahren, in den anhaltenden Auswirkungen der international noch immer nur teils anerkannten Unabhängigkeit sowie in nationalen Strukturproblemen. Die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten sind teilweise frappierend schlecht. Die Arbeitslosenquote belief sich im März vergangenen Jahres auf 29,1 Prozent.

Weiden in der Oberpfalz26.01.2021
Service:

Privatinitiative "Wir sammeln für den Kosovo"

  • Gegründet von Shukrije Hahn und Emira Malanezos aus Weiherhammer
  • Gesammelt werden Wäsche, Bettwäsche, Unterwäsche, Bekleidung, Textilien jeder Art, Schuhe aller Art, Babybekleidung, Kinderbekleidung, Gardinen, Tischdecken, Bettdecken, Kissen, Malstifte, Malbücher, Handtaschen Rucksäcke, Spielwaren und Babywindeln
  • Auch kleine Elektrogeräte wie Föhn, Mixer, Bügeleisen, Glätteeisen, Handys mit Ladekabeln sowie unverderbliche Lebensmittel wie Mehl, Salz und Nudeln werden entgegengenommen
  • Abgeben kann man die Sachspenden in der Lupinenstraße 21 in 92729 Weiherhammer nach telefonischer Vereinbarung unter 0176 47633287
 
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