In großer Zahl versammelten sich am Samstag Gläubige, Weggefährten und Vertreter des öffentlichen Lebens in der Pfarrkirche Hl. Familie Weiherhammer, um Abschied von Altbürgermeister Georg Härning zu nehmen. Der langjährige Kommunalpolitiker war am 19. Februar im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Trauergottesdienst wurde von Pfarrer Varghese Puthenchira und Pfarrvikar Pater Prince konzelebriert. Für eine würdige musikalische Gestaltung sorgten der Kirchenchor und Michael Bertelshofer (Orgel). Neben der Familie nahmen zahlreiche Bürger, Fahnenabordnungen der Vereine sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung Abschied.
In seiner Predigt stellte Pfarrer Puthenchira Worte des Apostels Paulus in den Mittelpunkt: „Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Ob wir leben oder ob wir sterben – wir gehören dem Herrn.“ Diese christliche Grundhaltung habe auch das Leben von Georg Härning geprägt. Er habe nicht sich selbst in den Vordergrund gestellt, sondern stets dem Gemeinwohl gedient. Sein politisches Handeln sei von Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und tiefer Verbundenheit mit seiner Heimat getragen gewesen.
Früh in der Verantwortung
Geboren am 8. Juli 1936 in Weiherhammer, wuchs Härning unter einfachen Verhältnissen auf. Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Familie zusammenhalten. Früh übernahm er Verantwortung und half mit, den Lebensunterhalt zu sichern. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Modellschreiner im Hüttenwerk, wechselte später in den mittleren Staatsdienst und war viele Jahre im Finanzamt Weiden tätig.
1960 heiratete er Maria Guldner. Das Ehepaar wurde mit fünf Kindern beschenkt, musste jedoch auch schwere Schicksalsschläge verkraften. Der Tod dreier Kinder und später der Ehefrau im Jahr 2012 prägten Härnings Leben. Halt fand er im Glauben und in seiner Familie.
Politische Laufbahn
Härning trat 1962 in die Christlich-Soziale Union in Bayern ein. 1963 gründete er den Ortsverband der Jungen Union in Weiherhammer. Von 1966 bis 1972 war er Zweiter Bürgermeister, ehe ihn die Bürger 1972 zum Ersten Bürgermeister wählten. Dieses Amt bekleidete er bis 1996. In seine Amtszeit fielen die Ausweisung des Gewerbe- und Industriegebiets sowie die Ansiedlung bedeutender Unternehmen, darunter das heutige Werk von Pilkington. Damit wurden wichtige Arbeitsplätze geschaffen und der wirtschaftliche Grundstein für die positive Entwicklung der Gemeinde gelegt.
Darüber hinaus engagierte sich Härning über 30 Jahre im Kreistag. Besonders am Herzen lag ihm das Landkreissiedlungswerk, in dem er viele Jahre Verantwortung trug. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Am Ende des Gottesdienstes würdigten mehrere Redner das Lebenswerk des Verstorbenen. Der amtierende Bürgermeister Ludwig Biller zeichnete den Weg seines Vorgängers nach und betonte dessen Weitsicht und Gestaltungswillen. Weiherhammer verliere einen verlässlichen Ratgeber und einen Mann, dem das Wohl der Gemeinde stets über alles gegangen sei.
In unzähligen Vereinen aktiv
Landrat Andreas Meier hob hervor, dass Härning zu jener Generation von Kommunalpolitikern gehörte, die nach der Gebietsreform den heutigen Landkreis entscheidend mit aufgebaut hätten. Er habe den Dialog gesucht, sorgfältig abgewogen und nachhaltig gedacht. Viele heute selbstverständliche Entwicklungen trügen seine Handschrift. Für die Vereine sprach Severin Hirmer. Er erinnerte daran, dass Georg "Schorsch" Härning über Jahrzehnte hinweg das Vereinsleben in außergewöhnlicher Weise unterstützt habe. Besonders die Jugendarbeit habe ihm am Herzen gelegen. Rechnet man seine Mitgliedschaften zusammen, komme man auf mehr als 800 Jahre Vereinszugehörigkeit.
Mit Fahnenabordnungen, Kranzniederlegung und Ehrensalut erwies die Gemeinde ihrem Altbürgermeister die letzte Ehre. Am Grab wurde noch einmal deutlich, wie sehr Georg Härning als bodenständiger, geselliger und zugleich entschlossener Gestalter geschätzt wurde. In christlicher Hoffnung wurde er in Gottes Hände zurückgegeben. Trompeter Hans Rettinger intonierte zum Ehrensalut das Lied "Vom guten Kameraden" und das Feierabendlied.









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