Weihersberg bei Trabitz
07.03.2019 - 14:51 Uhr

Auf Unglück folgt Lebensglück

Zweiter Weltkrieg, ausgebombt und ein schwerer Unfall. Das Schicksal schien es mit Kaspar Nettesheim nicht gut zu meinen. Doch dann änderte sich sein Leben schlagartig. Nun feiert er seinen 80. Geburtstag.

Im Kreise vieler Verwandter und Freunde feierte Kaspar Nettesheim (Vierter von rechts) seinen 80. Geburtstag. Für die Gemeinde Trabitz gratulierte zweiter Bürgermeister Franz Groß (rechts), für die Pfarreiengemeinschaft Pressath Pfarrer Edmund Prechtl (nicht auf dem Bild). Bild: bjp
Im Kreise vieler Verwandter und Freunde feierte Kaspar Nettesheim (Vierter von rechts) seinen 80. Geburtstag. Für die Gemeinde Trabitz gratulierte zweiter Bürgermeister Franz Groß (rechts), für die Pfarreiengemeinschaft Pressath Pfarrer Edmund Prechtl (nicht auf dem Bild).

Die Familie musste 1945 aus dem von Bombenangriffen schwer getroffenen Elsdorf nach Zieverich umziehen. Doch der Zweite Weltkrieg holte sie ein: "Weil sich in unserem Haus zwei Waffen-SS-Soldaten verschanzt hatten, nahm es die US-Artillerie aufs Korn und landete einen Treffer, den wir zum Glück überlebt haben", erzählt Kaspar Nettesheim. Der Bahnbeamtensohn und Wahl-Oberpfälzer kam im Februar 1939 in Elsdorf bei Bergheim in der Nähe von Köln zur Welt und feierte nun seinen 80. Geburtstag.

Auf Kriegsende, Kindheits- und Volksschuljahre im Dorf Fortuna bei Bergheim beziehungsweise in Köln folgte ab 1954 eine Lehre als Polsterer und Dekorateur. Ein Motorradunfall im August 1958 stellte Nettesheims Lebensweichen schließlich komplett neu: Den Raumgestalterberuf musste er aufgeben. Am Krankenbett in Starnberg lernte er seine spätere Frau Anna Maria Schopf kennen, die eigentlich nur einen Bekannten hatte besuchen wollen.

"Ich wusste gleich: Die ist es", erinnert sich der Jubilar. Und seiner neuen Bekanntschaft ging es nicht anders. Im Juli 1959 kehrte er nicht allein nach Köln zurück. Und am 4. Dezember desselben Jahres gaben sich Kaspar und Anna Maria in der rheinischen Metropole das "amtliche" Jawort. Am zweiten Weihnachtsfeiertag läuteten die Hochzeitsglocken. Alsbald wurde der gemeinsame Hausstand um zwei Töchter und einen Sohn vervollständigt.

1971 zog es die Familie dann nach Bayern. Nettesheim fand nach seiner Umschulung zum Lageristen eine Anstellung in einem Münchner Autohaus und das Paar ließ sich daraufhin in Allershausen bei Freising nieder. Dort frönte der "Zugereiste" vom Rhein seiner Leidenschaft für den Schießsport und brachte als Schützenmeister ganz neuen Schwung in den Verein "Hubertus" Tünzhausen, dessen Mitgliederzahl sich unter seiner leidenschaftlichen Ägide schließlich verfünffachte. Die Hubertusjünger honorierten dies mit dem Titel eines Ehrenvorstands.

2003 traten die Nettesheims in den Ruhestand und zogen zu Tochter Susanne und Schwiegersohn Michael Bäumler nach Weihersberg: "Wir fühlen uns in der Oberpfalz sauwohl."

Info:

Ordnungsliebend und treffsicher

Langweilig ist es Kaspar und Anna Maria Nettesheim in Weihersberg nie geworden. Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn brachten sie Haus und Garten auf Vordermann und „selbstverständlich“ achtet der je vierfache Groß- und Urgroßvater im Gottschalk-Haus auf Ordnung: „Ich war halt Lagerarbeiter, und die Ordnungsliebe wird mir immer bleiben.“ Viel Herzblut verwendet der Eisenbahnersohn für seine Modelleisenbahnanlage. Bleiben wird ihm auch die Liebe zum Schützensport, dem „Old Surehand“ in der Zessauer Schützengesellschaft „Eichenlaub“ mit unverminderter Hingabe und Treffsicherheit nachgeht. Besondere Freude bereitet ihm die Arbeit als Jugendbetreuer: „Das baut mich ungemein auf.“ Dabei liegen ihm die mit diesem Sport verknüpften Sozialkompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Kameradschaft weit mehr am Herzen als die Jagd nach Punkten: „Die Jugendlichen können im Schützenverein viel für ihr Leben lernen.“

 
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