30.04.2021 - 13:04 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

In 15 Monaten 60 Kilo leichter: Lisa Weidner zeigt, dass es möglich ist

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Lisa Weidner ist eine starke Frau: 133,5 Kilo im alten Leben, 60 Kilo weniger im neuen Leben: Statt „Zeltkleidung“ heißt der neue Dresscode „figurbetont“. Wie hat die Wernberg-Köblitzerin das geschafft?

Vorher, nachher: Lisa Weidner ist dank ihres neuen Ernährungskonzeptes kaum wiederzuerkennen. "Das ist neue Lebensqualität", freut sie sich. Die Wernberg-Köblitzerin wog 133,5 Kilo. In 15 Monaten, von 9. Januar 2020 bis 9. April 2021, hat sie 60 Kilo abgenommen.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Lisa Weidner hebt voller Schwung ihre zweijährige Enkelin in die Luft, spielt mit ihr im Garten Fangen. Es ist noch nicht lange her, da überlegte die 55-Jährige, ob sie den Kilometer Wegstecke zum Fischerfest an der Naabbrücke wohl zu Fuß schaffen wird. 60 Kilogramm hat die Vertriebsleiterin in 15 Monaten abgenommen. "Und ein bisschen was geht noch," lacht sie und serviert Käsekuchen. Am Handgelenk trägt sie ihre Fitness-Uhr, am Tisch ist stets das Handy mit der Abnehm-App griffbereit.

Genuss spielt nach wie vor eine große Rolle in Lisa Weidners Leben. Sie isst gerne und gut - doch nun nur noch in bestimmten Zeitphasen. Und bei 1200 Kalorien ist fast jeden Tag Schluss. Ihre Abnehm-Aktion hat Lisa Weidner öffentlich gemacht. Sie ist ganz überwältigt von den vielen Facebook-Posts. Das Ganze ist auch ein Schutzschild: "Jetzt wissen es alle, jetzt muss ich durchhalten", lacht sie.

Der Markt der Diäten

Schick gekleidet, schmales Gesicht, so sitzt Lisa Weidner am Tisch in der Küche. Sie zeigt auf ein Foto aus früheren Zeiten: 133,5 Kilo, Zeltjacke. "Ich war nicht immer so". Lisa Weidner beschreibt ihr Gewicht als Teenager als "relativ normal". Das änderte sich mit der Heirat. Abends wurde gekocht, "und immer das, was schmeckt". In eineinhalb Jahren brachte die Wernberg-Köblitzerin zehn Kilo mehr auf die Waage und dabei blieb es nicht.

In Freundin Jutta hatte sie eine Leidensgenossin. Es wurde durchprobiert, was der Markt der Diäten hergibt: Metabolic Balance, Eier- und Stoffwechseldiät. Es gibt kaum einen Eiweiß-Shake, den Lisa Weidner nicht kennt. "Da waren auch mal 20 Kilo herunten", erzählt sie. Doch dank Jojo-Effekt "hatte ich dann mehr als zuvor auf den Rippen". Damit ging ein gewisses Trotzgefühl einher. "Man wird unkritisch". Freundin Jutta probierte noch ein anderes Rezept im Alleingang: Intervall-Fasten. "Mein Schlüsselerlebnis hatte ich dann, als ich Jutta zu einer Musicalfahrt abholte. Da stand sie in der Tür mit schwarzen Leggins und Glitzeroberteil. Sie war an den Kleiderschrank ihrer Tochter Marion gegangen. Ein Leichtes, bei 35 Kilo weniger."

Lisa Weidner haderte mit sich selbst. Zum Frust über das Aussehen waren inzwischen gesundheitliche Probleme gekommen. Ein künstliches Knie, Rückenschmerzen, die Angst vor Diabetes und der Appell von Ärzten: Runter mit dem Gewicht. Die zweifache Mutter verabschiedete sich "von Leberkäse, Schokolade und Unmengen Gummibärchen".

Essen im Zeitfenster

Jetzt wurde alles anders: Lisa Weidner orientierte sich am Plan der Freundin: Essen in bestimmten Zeitintervallen. "Ich war nie ein Frühstücksmensch", erzählt sie. Sie isst mittags und abends und dann nichts mehr bis zum nächsten Mittag. Zu trinken gibt es Kaffee, Tee oder Wasser - mindestens zweieinhalb Liter pro Tag.

Das allein hat den Erfolg noch nicht gebracht: Alles, was sie isst, darf am Tag in der Regel 1200 Kalorien nicht überschreiten. Dabei achtet sie darauf, dass der Teller immer voll ist. "Das suggeriert satt werden". Es gibt jetzt Mengen an Gemüse und Salat, Soßenpackerln finden sich nicht mehr im Küchenschrank. Für die Bindung sorgt mitgebratenes Gemüse.

Lisa Weidners ständiger Begleiter ist die FddB-App auf dem Handy. Was gegessen wird, ist abgewogen, die mit der App umgerechnete Kalorienmenge wird ins Tagebuch eingepflegt. "Man bekommt Routine, kann die Kalorien gut einschätzen", erzählt die 55-Jährige. Und wenn sie auswärts isst, beispielsweise Spaghetti oder was Asiatisches, dann wird ein in Kalorientabellen dafür angegebener Wert eingesetzt.

Ostern oder Weihnachten gönnt sie sich auch mal einen Braten, ein Stück Torte oder ein Glas Sekt. Sie lebt damit, dass sie dann schnell drei Pfund zunimmt und dieses "Extra" in den nächsten Tagen bei ihren 1200 Kalorien "wieder reinsparen" muss. Alles wird konsequent ins Tagebuch eingetragen.

Lisa Weidner hat ihr Programm eisern durchgezogen, obwohl Ehemann Hans-Peter und Tochter Miriam anfangs nicht darauf einstiegen. "Sie haben das gleiche wie ich gegessen, aber ein Vielfaches und dann eben noch andere Extras." Nach einem Dreivierteljahr ließen sich aber auch die Beiden auf "Lisas Abnehmkurs" ein: Bis dato haben Ehemann Hans-Peter 33 Kilo und Tochter Miriam 25 Kilo abgenommen.

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Ohne den dritten Baustein wäre die Abnehm-Rechnung aber nicht aufgegangen: Er heißt Sport, um die Verbrennung anzukurbeln. Wegen ihrer Knie- und Rückenprobleme war Lisa Weidner Rehasport verordnet worden. Sie packte Gerätetraining drauf. "Und ich hab das E-Bike für mich entdeckt, fahre Touren mit bis zu 50 Kilometer in der Woche oder mache große Spazierrunden mit meiner Enkelin". Drei Stunden Sport pro Woche müssen sein. "Ich hab nie gedacht, dass mir das so Spaß machen könnte".

Drei Mal Garderobe getauscht

Lisa Weidner beschönigt nicht: Bei dieser Gewichtsreduktion sei keine totale Haut-Straffung möglich: "Ich hab unheimlich viel gecremt". Sie musste auch zeitweisen Haarausfall akzeptieren. "Das ist normal, wenn die Nährstoffaufnahme so zurückgefahren wird". Doch das habe sich wieder gegeben. Lisa Weidner lässt auch regelmäßig ihre Werte beim Arzt kontrollieren. 60 Kilo weniger vom 9. Januar 2020 bis 9. April 2021: "Für mich ist das Lebensqualität", fasst die Wernberg-Köblitzerin zusammen. Sie habe sich dabei nicht unter Zeitdruck gesetzt. Das erste Ziel waren zehn Kilo, das zweite Ziel unter 100 und das dritte Ziel unter 80 Kilo kommen. 67 Kilo Normalmaß möchte die 1,61 Meter große Frau noch schaffen.

Übrigens, Abnehmen kostet Geld. Immerhin hat sie nun schon zum dritten Mal ihre komplette Garderobe getauscht. Früher musste sie in Spezialgeschäfte gehen, um etwas in Größe 56/58 zu bekommen. Jetzt, derzeit mit Größe 42, mache Shoppen wieder Spaß. Lisa Weidner ist 60 Kilo leichter und will auf diesem Weg bleiben: "Wichtig ist, was ich esse, wie viel ich esse und wie viel Sport ich treibe".

"Wichtig ist, was ich esse, wie viel ich esse und wie viel Sport ich treibe".

Lisa Weidner

Lisa Weidner

Ein Stück Kuchen gefällig? Kalorienbewusst essen heißt für Lisa Weidner nicht, auf alles verzichten.
Die Wernberg-Köblitzerin wog 133,5 Kilo.
Die "neue" Lisa Weidner: 60 Kilo hat sie abgenommen.
Alles, was Lisa Weidner isst, wird in der Abnehm-App aufgeführt, dem persönlichen Abnehm-Tagebuch.
Hintergrund:

Lisa Weidners Bausteine beim Abnehmen

  • Intervallfasten: 16:8-Methode: Zwischen der letzten Mahlzeit des Vortages und der ersten Mahlzeit des Tages liegen 16 Stunden. In den acht Stunden, in denen man essen darf, werden zwei Mahlzeiten eingenommen. 5:2-Methode: An fünf Tagen in der Woche wird normal gegessen, an zwei Tagen fast nichts.
  • FddB: Die kostenlose herunterladbare App ist Kalorienzähler, Ernährungstagebuch, Wasser- und Nährwerte-Tracker in einem. Mit einer umfangreichen Lebensmitteldatenbank können Kalorien- und Nährstoffzufuhr kontrolliert werden. Einen Überblick hat man über sportliche Aktivitäten und Körpergewicht.
  • Fitnessgruppe: Ihre sportlichen Aktivitäten hat Lisa Weidner neben Rehasport und Gerätetraining auf die von dem Unternehmen Uplifter initiierte Facebook-Fitnessgruppe „Fit halten und gesund bleiben“ ausgeweitet. Jeder von den Teilnehmern zurückgelegte Kilometer wird für einen guten Zweck „versilbert“.
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