04.11.2019 - 17:44 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Allianz für Wildtiere schmieden

Mit einem beeindruckenden Gottesdienst feiert die BJV-Kreisgruppe Nabburg den Namenstag ihres Schutzpatrons, des Heiligen Hubertus von Lüttich. Es gibt Kritik: Wildtiere werden als Schädlinge stigmatisiert.

Die BJV-Kreisgruppe Nabburg feierte die diesjährige Hubertusmesse in Unterköblitz. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Markus Ertl, die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Jagdhornbläser der Kreisgruppe.
von Richard BraunProfil

Die Hubertusmesse in der Kirche St. Josef in Unterköblitz hatte die Hegegemeinschaft Wernberg ausgerichtet. Sie wurde von den Jagdhornbläsern der Kreisgruppe Nabburg musikalisch gestaltet. Hubertusfeiern haben eine lange Tradition. Sie bieten aber auch eine gute Gelegenheit, über den Umgang des Menschen mit dem Wild nachzudenken. Im Gottesdienst, den Pfarrer Markus Ertl zelebrierte, wurde dieser Gedanke immer wieder aufgegriffen. Dabei stellte Pfarrer Ertl die provozierende Frage: "Ist die Natur dem Menschen ausgeliefert?"

Achtung vor dem Geschöpf

Es liege an dem Menschen und seinem Umgang mit der Kreatur, dass die gottgerechte Ehrfurcht erhalten bleibe, ist Pfarrer Ertl überzeugt. Am Beispiel des Heiligen Hubertus machte er dies deutlich: Aus dem ausschweifenden Jäger wurde nach einem mystischen Erlebnis ein Heger und Pfleger. Diese Achtung vor dem Geschöpf ist die Grundhaltung des Jägers, auch heute noch.

Den fehlenden Respekt vor den heimischen Wildtieren prangerte Burkhard Graf Beissel von Gymnich als Vorsitzender der Kreisgruppe Nabburg an: "Oft werden die Wildtiere nur als Schädlinge stigmatisiert und fallen Ideologien zum Opfer. Sie spielen in der modernen Gesellschaft keine Rolle mehr und müssen gnadenlos wirtschaftlichen Interessen weichen." Eine solche Einstellung "ist ein Zeichen fehlender Wertschätzung und der gegenseitigen Achtsamkeit", ist der Redner überzeugt.

Für die Zukunft wünscht sich der Kreisgruppenvorsitzende einen engen Zusammenhalt der Jäger und Verständnis für die Landwirte, die es immer schwieriger haben. Durch eine breite Bürgerallianz solle auf die Notwendigkeiten für die wildlebenden Tiere hingewiesen werden. Dazu bedürfe es der Zusammenarbeit aller Organe und Verbände, die sich den Naturschutz auf die Fahne geschrieben haben.

Bei sich selbst anfangen

Auch die Politik und die Öffentlichkeit seien gleichermaßen gefordert. "Etwas ändern beim Gegenüber kann man nur, wenn man bei sich was ändert", gab Graf Beissel von Gymnich den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg.

An den eindrucksvollen Gottesdienst schloss sich die Hubertusfeier in geselliger Runde im Gasthaus Sperl an.

In einer beeindruckenden Rede forderte der Kreisgruppenvorsitzende Burkhard Graf Beissel von Gymnich mehr Respekt für die heimischen Wildtiere ein.
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