09.10.2019 - 15:49 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Sollen Bäume und Sträucher weichen?

Viele Diskussionen gibt es zur Gestaltung der Ortsdurchfahrt in Neunaigen. Der Bau- und Umweltausschuss möchte die Bürger an der Entscheidung beteiligen.

Die Mitglieder des Ausschusses und Bürgermeister Konrad Kiener (links) diskutieren, ob die Bäume und Sträucher dem geplanten Gehweg zwischen Friedhof und St.-Vitus-Straße weichen sollen.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Die derzeitige Baustelle der Ortsdurchfahrt und deren Gestaltung nahmen bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses und der Ortsbegehung in Neunaigen großen Raum ein. Schnell war man sich über die Straßenreparaturen im Bereich altes Feuerwehrhaus - Försterweg - Wolfsgrube einig. Der Ausschuss beauftragt die Firma Baumer mit der Erneuerung des Einmündungsbereichs zu einem Angebotspreis von 25000 Euro. Komplexer war die Diskussion um den behindertengerechten Ausbau der Bushaltestelle in der Oberndorfer Straße beim Dorfweiher. Das sei nötig, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Dazu müssen beidseits in einem Bereich von insgesamt 35 Metern Gehsteig und Bordstein mit Auframpungen auf 18 Zentimeter angehoben werden. Dabei würde der reifenschonende "Kasseler Bordstein", der zur Straße hin gewölbt ist, allein pro Meter 400 Euro kosten. Man einigte sich auf die wesentlich günstigere Lösung mit einem normalen Granitstein in dieser Höhe, wo man auf Mehrkosten von "nur" 15000 Euro komme.

Ein anderes Problem ist, dass der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) in diesem Bereich Schutzgeländer für die Kinder an der Böschung und am Weiher vorschreibt. In der anschließenden Sitzung wurde dann auch für diese Maßnahme beschlossen, kostengünstige Lösungen in Absprache mit den Neunaigener Bürgern zu suchen. Man denkt an einen Holzzaun oder einen bepflanzten Maschendrahtzaun. Die bittere Pille in diesem Bereich: Der Aufkofferung der Straße werden möglicherweise die Bäume im Bereich des Weihers zum Opfer fallen.

Das gleiche Problem ergibt sich im Bereich des geplanten Gehwegs von der St.-Vitus-Straße zum Friedhof. Bei Erneuerung des Gehwegs müssten alle Bäume und Sträucher entfernt werden, was nun bei allen Mitgliedern des Ausschusses zu heftigen Diskussionen führte. Zur Vermeidung müsste die Planung geändert werden, etwa nur eine Abfräsung des vorhandenen Wegs plus neuem Randstein. Auch in der Köblitzer Straße müssen Bäume und Sträucher weichen, jedoch könnte man in diesem Bereich mit dem Obst- und Gartenbauverein über eine Neuanpflanzung und zukünftige Pflege im Zuge der Dorferneuerung sprechen.

Die Beseitigung der Bäume und Sträucher muss bis Jahresende wegen des Schutzes der Vogelbrutzeit erfolgen. Das Gremium war sich einig, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen und mit den Neunaigener Bürgern bei der Ortsteilversammlung am 22. Oktober zu besprechen, um sie in die Entscheidung einzubinden.

Eine lebhafte Aussprache ergab sich zum behindertengerechten Ausbau der Bushaltestelle mit Schutzgeländer am Weiher.

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