03.06.2020 - 15:03 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Für eine erfolgreiche Paarung im Flug

Die Belegstelle des Imkervereins Wernberg-Köblitz dient der Bienenzucht. Um sie herum liegt ein Schutzgürtel zur Sicherung der gewünschten Rasse.

Der Imkerverein Wernberg-Köblitz betreibt eine von zwei Belegstellen in der Oberpfalz.
von Externer BeitragProfil
In einer Belegstelle werden in sogenannten Begattungskästchen kleine Begattungsvölker mit Arbeiterinnen und einer jungen, unbegatteten Bienenkönigin aufgestellt – aber ohne Drohnen. Die Paarung der Honigbienen findet im Flug statt.

Die Belegstelle "Am Kühweiher" des Imkervereins ist seit 3. Mai für die Zuchtsaison geöffnet. Zuchtstoffabgabe von gekörten Zuchtvölkern ist bis zum 28. Juni jeden Sonntag von 10 bis 11 Uhr. Begattungskästen können bis zum 24. Juli jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 20 Uhr aufgestellt und abgeholt werden.

Die Belegstelle "Am Kühweiher" ist eine von zwei staatlich anerkannten Belegstellen in der Oberpfalz. Der Imkerverein Wernberg-Köblitz betreibt sie als Linienbelegstelle, Zuchtrichtung Carnica, seit dem 22. April 1996. Der Verein selber wurde am 13. Januar 1957 gegründet.

Die Belegstelle erfreut sich immer größerer Beliebtheit unter den Imkern, da sie Anfang Mai öffnet und bis Ende Juli Königinnen zur Begattung angeliefert werden können. Für jeden interessierten Imker wird kostenlos Zuchtstoff (jüngste Larven) zur Weiterzucht in einem Pflegevolk abgegeben. Dieser Zuchtstoff stammt aus leistungsgeprüften Carnica-Bienenvölkern.

Da es vielfach nicht immer möglich ist, durch Standbegattung ordentliche Begattungsergebnisse zu erzielen, suchen viele Imker die Belegstelle auf. In den letzten Jahren hat sich deshalb die Anzahl der Züchter und die der aufgestellten Königinnen kontinuierlich erhöht. "Imker, die die Gelegenheit ihre Königinnen auf unserer Belegstelle begatten zu lassen nutzen, werden feststellen, dass sie brave, leistungsstarke Völker haben. Dann macht es noch mehr Spaß, mit den Bienen zu arbeiten", sagt der Verein.

Eine Belegstelle ist ein Aufstellungsort für junge, unbegattete Bienenköniginnen und Drohnen derselben Bienenrasse zur gezielten Zucht von Honigbienen. Auf einer Belegstelle werden in so genannten Begattungskästchen kleine Begattungsvölker mit Arbeiterinnen und einer jungen, unbegatteten Bienenkönigin aufgestellt - aber ohne Drohnen. Die Paarung der Honigbienen findet im Flug statt. Bienenköniginnen und Drohnen fliegen oft weite Strecken und treffen sich auf sogenannten Drohnensammelplätzen, die den Imkern jedoch vielfach unbekannt sind.

Um dennoch eine gezielte Anpaarung von nachgezogenen Königinnen und ausgewählten Vatertieren zu ermöglichen, werden Königinnen zur Paarungszeit auf Belegstellen gebracht. Die Bienenkönigin soll von hier aus ihre Hochzeitsflüge unternehmen, wo sich in etwa zehn Meter Höhe eine Vielzahl von Drohnen sammeln. Dort wird jede Bienenkönigin von mehreren Drohnen begattet.

Im Umkreis der Belegstellen wird seitens des Belegstellenteams versucht, nur Drohnen der gewünschten Zuchtrichtung zu haben. Zu diesem Zweck werden Vatervölker derselben Bienenrasse aufgestellt, die mit ihren vielen reinrassigen Drohnen für die väterlichen Erbanlagen sorgen sollen.

Eine hohe Drohnendichte auf der Belegstelle verkürzt die Flugweite und Flugdauer der Königinnen bei den Paarungsflügen und beeinflusst damit das Begattungsergebnis positiv. Damit die Begattung nicht durch unerwünschte Drohnen einer anderen Bienenrasse erfolgt, liegen die Belegstellen in einem geschützten Gebiet in dem Bienenvölker anderer Rassen nicht gehalten werden dürfen. Dieser Schutzgürtel um die Belegstelle hat einen Radius von 7,5 Kilometern.

Die Begattungskästchen enthalten neben einem Futtertrog für Futterteig meist drei kleine Kunststoff-Rähmchen mit Waben. Nach etwa zwei Wochen kann der Bienenzüchter auf diesen Brutwaben kontrollieren, ob die Begattung funktioniert hat und die Königin in Eiablage gegangen ist.

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