04.07.2018 - 16:23 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Genuss ohne Hemmschwelle

Zehn Jahre Thomas Kellermann als Chefkoch auf der Burg Wernberg lassen sich nicht einfach abhaken. Das "Kastell", bisher das kulinarische Aushängeschild der Oberpfalz, startet mit einem mutig geänderten Konzept in eine neue Ära.

Robert Morgan, Nachfolger von Thomas Kellermann, setzt eigene Akzente in der gehobenen Küche. Das „Kastell“ fährt eine legere Linie.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

"Unverkrampft, auf hohem Niveau" charakterisiert Hoteldirektor Johannes Lehberger - seit einem Jahr auf der Burg - den Kurs mit dem langjährigen Sous-Chef Robert Morgan als dem neuem Maestro im neunköpfigen Küchenteam. Auch die freundliche Auffrischung des noblen Restaurants "Kastell" unterstreicht dieses "legere und zugängliche" Ambiente. "Wir wollen mit dem neuen Konzept niemanden ausgrenzen. Unsere Gäste sollen eine gute Zeit haben", betont Direktor Lehberger.

Gegenseitiges Probieren

Die Tische im "Kastell" sind nicht mehr mit weißem Leinen eingedeckt, die Möblierung für die nur 34 Plätze ist luftiger und großzügig arrangiert, die historischen Räume wirken heller, freundlicher und keineswegs steif. Es soll keine "Hemmschwelle" geben, mit dem Partner, Freunden oder der Familie, ungezwungen einen besonderen Gourmet-Abend zu genießen. Dazu gehört bewusst auch das gegenseitige Probieren und Kosten. Den leckeren Austausch - kommunikativ über den Tisch hinweg - unterlegen die sogenannten "Sharing"-Menüs von 59 bis 79 Euros.

Aus seinem Faible für regionale Qualitätsprodukte und dem persönlichen Kontakt zum Lieferanten - etwa Rotvieh aus Tännesberg oder Saibling aus Bärnau - macht Robert Morgan keinen Hehl. Zur erweiterten Region zählt etwa auch der "Poltinger Gockel": Schmackhaft, ja delikat in geschmortem Fenchel, Kartoffelstampf und Grapefruit Beurre Blanc eingebettet. Der bodenständige Anstrich des "Sharing"-Menüs, bei gleichzeitigem Top-Niveau, fand bei einem Probeessen für die Medien außerordentliches Gefallen. Dazu mundete ein wunderbar ausbalancierter Sauvignon Blanc vom Weingut Schneider aus der Pfalz.

Preise reduziert

Robert Morgan unterstreicht die Leichtigkeit seiner Kreationen mit exotischen Aromen. Den 32-Jährigen Engländer aus Kent hat es einst der Liebe wegen auf die Burg Wernberg gezogen. Noch viel wichtiger als die Dekoration mit einem "Stern" wertet es Morgan ("ich habe unter Thomas Kellermann wahnsinnig viel gelernt"), "dass die Küche läuft". Das positive Feedback der Gäste bestärkt ihn dabei. Das "Kastell" passte der neuen Linie behutsam die Preise an - und zwar nach unten. Es dominieren nicht mehr die umfangreichen Menüs, sondern Gerichte "À la Carte": Die Hauptgänge bewegen sich zwischen 25 und 36 Euro, Vorspeisen zwischen 9 und 18 Euro. Danach richtete Sommelier Frank Hildebrand die erlesene Weinkarte aus.

Das "Kastell" hat nunmehr an sieben Tagen in der Woche geöffnet; auch die Schließung im August gehört der Vergangenheit an.

Vor allem bei den Desserts entfaltet der neue „Kastell“-Chef Kreativität und Finesse.

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