11.02.2020 - 15:17 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

„Gipsy-Swing“ mit Kaffeeduft

Das Trio „Swing-Guitars“ gastiert im historischen Stallgewölbe der Kaffeerösterei Leo Bäumler mit mitreißender „Gipsy-Musik“ – sehr zur Freude des zahlreichen Publikums.

Das Trio „Swing Guitars“ mit Ferry Beierl, Reinhold Grassl und Roland Schrüfer (von links) begeisterte das Publikum mit Gipsy-Swing vom Feinsten.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Das barocke Tonnengewölbe im ehemaligen Stall des alten Pfarrhofs in Oberköblitz bietet immer wieder eine stimmungsvolle und urige Kulisse für vom Kulturforum organisierte Konzerte. Mit etwa 70 Personen ist der Raum restlos gefüllt, als die drei Oberpfälzer Musiker des Trios "Swing-Guitars" ihr Konzert beginnen. Roland Schrüfer und Ferry Baierl spielen auf typischen "Gipsy-Akustik-Gitarren" unterstützt von Reinhold Grassl am Kontrabass.

Sie verhehlen nicht ihre Begeisterung für ihr Musik-Idol Django Reinhard, den Begründer und Vorreiter des "Europäischen Jazz". Sein neuer Musikstil, der in den 30er und 40er Jahren in Paris entstanden ist, ist eine Mischung aus New-Orleans-Jazz, französischen Walzern ("valses musettes") und der traditionellen Spielweise der Sinti und Roma (Zigeunermusik). Er nennt sich "Zigeunerswing", oder - mittlerweile politisch korrekter - "Gipsyswing". Dass seine Musik "Eleganz, Schwermut, Freude und Lebenslust" ausdrückt, wie es im Programm steht, wird den Zuhörern gleich klar, als das Trio mit den Django-Klassikern "Swing Guitars" und "Minor Blues" loslegt. Mit ungeheurer Spielfreude und perfekter Spieltechnik tauschen die beiden Gitarristen immer wieder ihre Rollen als Solo- und Rhythmusgitarristen und streuen auch immer wieder parallele Sololinien ein.

Django-typisch verwenden sie dabei auch dessen Spieltechniken, wie etwa "Tremolo-Picking" der Anschlaghand sowohl bei Akkorden als auch bei Einzeltönen oder Läufe mit Oktav-Doppelgriffen. Dazu liefert der Kontrabassist virtuos den perfekten Untergrund und den nötigen "Groove". Er geizt nicht mit großartigen immer wieder eingestreuten improvisierten Solopassagen. Zu den Django-Stücken gesellen sich aber auch sehr gefühlvoll vorgetragene Musettes-Walzer und peppige Latin-Rhythmen wie "Nature Boy", "Made for Wesley" oder "El Ciego". Besondere musikalische Schmankerl sind das romantisch verträumte "Bistro Fado" aus dem Film "Midnight in Paris" oder der feine österreichische Walzer "Nussdorfer Sternderl". Daneben sind noch Swing-Standards, wie "There is no grater Love" oder "I can't give you" zu hören und mit "Swing for Cats"auch eine interessante Eigenkomposition.

Nach diesen mit viel Leidenschaft, Gefühl und Harmonie vorgetragenen Stücken kamen die "Swing Guitars" nach großem Applaus nicht um Zugaben herum. Nach dem schönsten Stück des Abends, Django Reinhards "Minor Swing", bekannt auch als Eröffnungsstück der Berlinale, beendete "Take all of me" das großartige Konzert.

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