Wernberg-Köblitz
08.06.2018 - 20:16 Uhr

Nicht gleich wieder aufreißen

Mit der Dorferneuerung Neunaigen geht es voran. Der Kreisstraßenbau wird nun ausgeschrieben. In einem Aufwasch werden auch Leerrohre für Glasfaser verlegt - mit möglichen Hausanschlüssen bis zu den Privatanwesen.

In der Kreisstraße in Neunaigen werden Leerrohre für einen möglichen Glasfaserausbau verlegt, um die Straße später nicht  wieder aufreißen zu müssen. twi
In der Kreisstraße in Neunaigen werden Leerrohre für einen möglichen Glasfaserausbau verlegt, um die Straße später nicht wieder aufreißen zu müssen.

Bürgermeister Konrad Kiener schilderte im Marktrat zunächst den Sachstand beim Ausbau der SAD 54, der Ortsdurchfahrt Neunaigen. Hier ist der Landkreis Schwandorf federführend. Er schreibt die Gewerke Straßen- und Gehwegbau, Wasserleitungs- und Regenwasserkanalerneuerung als Gemeinschaftsprojekt öffentlich aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind wohl bei den Bauprojekten, die nach dem 1. Januar 2018 begonnen werden, keine Straßenausbaubeiträge mehr zu erheben. Wie hoch die Ausgleichszahlungen hierfür sind, ist derzeit noch offen. Allerdings möchte der Landkreis seine Maßnahme nun ausschreiben und beginnen. Folglich muss die Marktgemeinde mitziehen. Mit dem Landkreis Schwandorf ist dann noch eine Vereinbarung wegen der Kostenaufteilung zu schließen. Das Gremium war mit der Vorgehensweise des Landratsamtes einverstanden. Für die Kanalerneuerung kann die Marktgemeinde staatliche Fördermittel beantragen.

Wenn die Straße nun ausgebaut wird, erscheint es Bürgermeister Konrad Kiener sinnvoll, zukunftsweisend gleich ein Leerrohrsystem für einen möglichen Glasfaserausbau mitzuverlegen. Die Kosten betragen 300 bis 400 Euro je Haus. Entlang der Kreisstraße sind 28 Häuser zu versorgen. Die Kosten für die Leerrohe belaufen sich somit auf rund 10 000 Euro. Das müsste man dann aber konsequenterweise auch bei den nächsten Straßenbaumaßnahmen im gesamten Gemeindegebiet so durchziehen.

Kiener nannte den Ist-Zustand beim Breitbandausbau in Neunaigen: Im Zuge des Bayerischen Förderprogrammes wurde die Ortschaft mit schnellem Internet ausgebaut. Es wurden zwei Multifunktionsgehäuse errichtet und mit Glasfaser angefahren. Von hier aus wurden die bestehenden Kupferleitungen verwendet. Über diesen sogenannten FTTC-Ausbau können bis zu 100 Mbit/s übertragen werden - je nach Entfernung zum Gehäuse. Die Telekom hat angekündigt, über ein sogenanntes Super-Vektoring in Kürze bis zu 250 Mbit/s und mittelfristig bis zu 400 Mbit/s über die bestehenden Leitungen übertragen zu können. Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit, die Glasfaserleitungen bis ins Haus zu führen. Das gilt als beste Übertragungsmöglichkeit für Daten. Die Telekom tritt dem im Zuge des Kreisstraßenausbaus aber nicht näher. Der Marktrat hatte nun zu entscheiden, ob die Kommune auf ihre Kosten ein Leerrohrsystem mit verlegt. Das wurde auch bei den Baumaßnahmen in der Lehrer-Lang Straße oder "Im Gassl" in Vorleistung so gemacht. Diese Leitungen sind derzeit noch nicht belegt. Anders im Industriegebiet West II: Hier wurden die Leitungen durch die Telekom angemietet.

"Mich reut es, wenn neue Straßen immer wieder aufgerissen werden", plädierte Gerhard Bäumler für ein Leerrohr. Wenn man einen Fleckerlteppich verhindern will, müsse man aber auch die Abzweiger für die Hausanschlüsse bis zur Grundstücksgrenze mit vorsehen, meinte Verwaltungsleiter Stefan Falter.

Es gibt allerdings einen Pferdefuß: Man kann Anbieter nicht zwingen, das Leerrohr anzumieten. Sie sind berechtigt, den Straßenraum zu nutzen. Eine Garantie gibt es also nicht. Dritter Bürgermeister Georg Schlögl plädierte dafür, nur das Leerrohr ohne die Abzweiger zu den Häusern zu verlegen, da dies ja das teuere sei.

Josef Wiesent sah keinen Hinderungsgrund, warum das Leerrohr - noch dazu bei den günstigen Mietpreisen - bei neuen Plänen nicht von den Anbietern genutzt werden sollten, "wenn man es ihnen doch fast schenkt".

Mit 11:8 Stimmen beschloss der Marktrat, das Lehrrohrsystem zu verlegen und Abzweiger bis zu den Grundstücksgrenzen der Anlieger vorzusehen. Ab hier ist das Aufgraben dann Sache der Hausbesitzer, die einen Anschluss haben wollen.

 
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