08.04.2020 - 17:50 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Wir halten zam

"Solidarität Wernberg" zählt schon über 280 Mitglieder und Bürgermeister Konrad Kiener hat ein Infoblatt an alle Wernberg-Köblitzer Weg geschickt, denn "Wir halten zam". Viele Hilfsangebote für Corona-Risikogruppen sind hier aufgelistet.

Nicole Fischer übergibt Nähmaterial für Gesichtsmasken an Sascha Schlosser in Oberköblitz, der seine Nähmaschine vor dem Haus aufgestellt hat.Schlosser näht sonst eigentlich nicht.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

"Wir halten zam" lautet die Überschrift im Flugblatt, das in diesen Tagen zugestellt wurde. Für Bürgermeister Konrad Kiener ist es ein Anliegen, auch diejenigen Bürger zu erreichen, die keinen Zugang zum Internet und zu den sozialen Medien haben. "Wir wollen sie gemeinsam in ihrer aktuellen Lebenssituation bestmöglich unterstützen".

Großes Netzwerk

Die Hilfsangebote mit Telefonnummern der Ansprechpartner für Einkaufshilfen sind vor allem für Risikogruppen gedacht. So bieten kostenlosen und kontaktlosen Einkaufsdienst und Botengänge der Evangelische Diakonieverein mit Unterstützung des Frauenbunds Oberköblitz, der Kirwaverein Wernberg, die KLJB Saltendorf und die KLJB Glaubendorf an. Die Fahrer des Diakonievereins beliefern weiterhin Risikogruppen und akut erkrankte Menschen mit "Essen auf Rädern". Diakonieverein, Frauenbund Oberköblitz und Wernberg bieten einen telefonischen Gesprächsservice an, der älteren Menschen Sicherheit geben soll. Weiter sind in der Liste der Marktgemeinde die Angebote der Gastwirtschaften zur Essensbestellung, sowie Lieferdienste von Einzelhändlern und anderen Betrieben aufgeführt. Übrigens: Der Wochenmarkt am Donnerstag findet weiterhin statt.

In den sozialen Medien hat sich eine Gruppe "Solidarität Wernberg" gegründet und weist bereits über 280 Mitglieder auf. Auch hier bietet sich eine Plattform mit Infos und Hilfsangeboten. Viele Näherinnen haben schon Gesichtsmasken angefertigt und bei der BRK-Bereitschaft abgegeben. Nicole Fischer von Diakonieverein organisiert und versorgt aktuell eine Gruppe von acht Näherinnen mit Zubehör für Stoffmasken. Stoffspender und weitere Näherinnen, Näher und Helfer, die sich engagieren wollen, sind gesucht. "Wir wollen jetzt vor allem die örtlichen Kassiererinnen und Servicepersonen mit Gesichtsmasken versorgen", betont Fischer.

Anscheinend werden die Unterstützungsangebote jedoch sehr zögerlich in Anspruch genommen. "Ich habe die letzten Tage festgestellt, dass die Nachbarn sich sehr in die Betreuung einbringen", meint dazu Maria Schlögl vom Frauenbund Oberköblitz. Für sie funktioniere gerade jetzt das "für den Anderen da sein" gut. Auch beim Telefonkontakt-Service sei die Nachfrage gering, doch habe sie in vielen Gesprächen erfahren, dass sich zahlreiche Menschen jetzt Gedanken machten, mit wem sie schon lange nicht mehr gesprochen hätten und nähmen Verbindung per Telefon auf. Eine schöne Sache sei das ökumenische Glockenläuten jeden Abend um 19.30 Uhr. Sabine Dorn vom Diakonieverein ergänzt, dass an Ostern von 9 bis 11.30 Uhr die Kirche geöffnet ist und die Möglichkeit zum Gebet besteht.

Nicole Fischer vom Diakonieverein will mit ihrer Nähgruppe aktuell örtliche Kassiererinnen und Servicekräfte m,it Gesichtsmasken versorgen.

Noch Ideen?

Wer sich mit zusätzlichen Ideen einbringen will, wendet sich an die genannten Ansprechpartner oder Bürgermeister Konrad Kiener unter konrad.kiener@wernberg-koeblitz.

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