Wernberg-Köblitz
30.07.2019 - 17:33 Uhr

Ein Herz für die Landwirtschaft

"Urlaub auf dem Bauernhof", Düngeverordnung und Digitalisierung stehen im Fokus der Informationsfahrt des Regierungspräsidenten. "Die Oberpfalz ist ohne Landwirtschaft nicht denkbar, sie ist das Herzstück Bayerns", bekennt Axel Bartelt.

Regierungspräsident Axel Bartelt (links) zeigte sich auf dem Betrieb der Familie Baierl in Kötschdorf (Markt Wernberg-Köblitz) beeindruckt vom großen Maschinenpark, der übrigens mit GPS ausgerüstet ist. Bild: kö
Regierungspräsident Axel Bartelt (links) zeigte sich auf dem Betrieb der Familie Baierl in Kötschdorf (Markt Wernberg-Köblitz) beeindruckt vom großen Maschinenpark, der übrigens mit GPS ausgerüstet ist.

Die Digitalisierung birgt ein enormes Potenzial hinsichtlich eines effizienten Betriebsmitteleinsatzes und einer umweltgerechten Bewirtschaftung.

Sebastian Baierl, Landwirt und landwirtschaftlicher Fachberater

Sebastian Baierl, Landwirt und landwirtschaftlicher Fachberater

Die zwei Betriebe, die der Regierungspräsident am Dienstag - begleitet unter anderem vom BBV-Präsidenten Josef Wutz, von Bezirksbäuerin Rita Blümel und Vertretern von Landwirtschaftsämtern - ins Visier nimmt, haben eine völlige unterschiedliche Ausrichtung. "Ich bin gekommen, um zuzuhören und zu lernen", gibt sich Bartelt bescheiden und lässt erkennen, dass ihm die Landwirtschaft sehr am Herzen liegt.

Gästebetten

Bei der Familie Weiherer in Mossendorf (Burglengenfeld), finden die Gäste einen 50-Hektar-Betrieb vor, dessen Fläche seit heuer biologisch bewirtschaftet wird. Derzeit entsteht ein neuer Stall für 20 Angus-Mutterkühe. Einkommensschwerpunkt ist "Urlaub auf dem Bauernhof". Dazu entstand vor sechs Jahren ein Gästehaus mit 18 Betten.

In der Ortschaft Kötschdorf bei Wernberg-Köblitz wartet ein Ferkelerzeugerbetrieb mit Ackerbau, Forst und Lohnarbeit. Die 250 Muttertiere produzieren jährlich etwa 7000 Ferkel, die nach Aussage von Betriebsleiter Franz Baierl zu 70 Prozent in der Region vermarktet werden. Die Altsauen gehen an regionale Metzger, sie werden ausnahmslos selbst nachgezogen. Die Familie Baierl setzt auf eine mechanisierte Trockenfütterung mit einer eigenen automatisierten Futterbereitung. Das Tierwohl hat oberste Priorität - neben einem Vollspaltenboden sorgen Heizung und Klimaanlage dafür, dass sich die Tiere "sauwohl" fühlen.

Weizen und Gerste werden zusammen mit dem zugekauften Sojaschrot zur Schweinefütterung verwendet, der Raps wird vermarktet. Betriebsgebäude und Wohnhaus werden mit Hackschnitzeln aus der 16-Hektar-Forstfläche geheizt. Aus der PV-Anlage fließen 70 Prozent in den Eigenstromverbrauch und überbetrieblich kommt vor allem der Mähdrescher in Einsatz. "Das ist unsere teuerste Halle", schmunzelt Franz Baierl, als es in Richtung Maschinenhalle geht. Die großen Schlepper seien vor allem wegen der Gülleausbringung und -einarbeitung erforderlich, macht er deutlich. Und wegen der Düngeverordnung wurde auch eine neue Güllegrube gebaut, die nun eine zehnmonatige Kapazität bietet. Die Minimierung des Nitrateintrags sei für ihn ein wichtiges Thema, sagt der Regierungspräsident und staunt mit den Gästen, als Franz Baierl und Sohn Sebastian - er hat Landwirtschaft studiert und arbeitet hauptberuflich als landwirtschaftlicher Fachberater (Pflanzenbau) - auf das Thema "Digitalisierung in der konventionellen Landwirtschaft" kommen.

Fördermöglichkeiten

Bei diesem Punkt ist es Bartelt ganz wichtig, auf die seit dem Herbst 2018 neu zur Verfügung stehenden Fördermittel zu verweisen. Maximal 100 000 Euro an Investitionen in den Digitalbereich werden mit 25 Prozent gefördert. "Bei der Förderung ist noch viel Luft nach oben", wirbt der Präsident. "In der Datenvernetzung steckt noch vieles in den Kinderschuhen und in der digitalen Kommunikation von Schleppern und Anbaugeräten hapert es noch gewaltig", erfährt Bartelt. Sebastian Baierl, der von Section Control, Spurführung und Lenksystem erzählt, ist überzeugt: "Die Digitalisierung birgt ein enormes Potenzial hinsichtlich eines effizienten Betriebsmitteleinsatzes und einer umweltgerechten Bewirtschaftung".

Eine automatisierte Futterbereitung ist das Herzstück des Ferkelerzeugerbetriebs Baierl mit 250 Zuchtsauen. Betriebsleiter Franz Baierl (ganz rechts) erklärt Regierungspräsident Axel Bartelt (links daneben) und den Fachleuten aus Landwirtschaft und BBV die Funktionsweise. Bild: kö
Eine automatisierte Futterbereitung ist das Herzstück des Ferkelerzeugerbetriebs Baierl mit 250 Zuchtsauen. Betriebsleiter Franz Baierl (ganz rechts) erklärt Regierungspräsident Axel Bartelt (links daneben) und den Fachleuten aus Landwirtschaft und BBV die Funktionsweise.
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