07.09.2018 - 12:07 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Ein Kreuz mit Geschichte

Am Rossau-Aussichtpunkt, einer exponierten Stelle bei Söllitz, errichtet der Oberpfälzer Waldverein Wernberg-Köblitz ein Max-Meier-Gedächniskreuz.

Am Rossau-Aussichtspunkt bei Söllitz steht das vom OWV errichtete Max-Meier-Gedächniskreuz.
von Richard BraunProfil

Dieser Kaufmann und Möbelfabrikant aus München hat die Nachkriegsgeschichte der Marktgemeinde entscheidend mitgeprägt. 35 Jahre lang schmückte ein schmiedeeisernes Kreuz die letzte Ruhestätte von Max Meier am Friedhof in Oberköblitz. Im vergangenen Jahr wurde die Grabstelle aufgelöst und das Kreuz drohte auf einem Abstellplatz in Vergessenheit zu geraten. Der letzte Nachkomme, selbst schon ein betagter Mann, wandte sich an Pfarrer Markus Ertl mit der Bitte, für das Kreuz eine neue Verwendung zu finden.

Nach Rücksprache mit dem OWV war für Vorsitzendem Paul Neblich und Wanderwart Albert Wildenauer das Kreuz genau das richtige sakrale Schmuckstück, nach deḿ beide schon lange suchten. Der OWV Wernberg betreut den Zubringerweg, der von Wernberg über Losau, Söllitz zum Goldsteig nach Trausnitz führt. Am Rossau-Aussichtspunkt, 300 Meter westlich der Wallfahrtskirche von Söllitz, hat der Wanderer einen herrlichen Ausblich über den Oberpfälzer Wald. An dieser Stelle hatte der OWV bereits eine Ruhebank und einen Tisch errichtet.

Doch irgend etwas fehlte noch. Das angebotene Kreuz war das Tüpferl auf dem „I“. Jetzt ist das Ensemble komplett und lädt den Wanderer zum Innehalten ein. Bis es so weit war, mussten Albert Wildenauer und Erwin Hartinger noch viel Arbeit investieren. Das Kreuz wurde gründlich restauriert und von Josef Pirner vergoldet. Als Fundament dient ein Findling, der erst gesucht und an Ort und Stelle gebracht werden musste. Der Standort ist in Besitz von Barbara und Hans Prem aus Söllitz, die sich gerne bereit erklärten, den Platz zur Verfügung zu stellen.

Am Mittwochnachmittag erteilte Pfarrer Markus Ertl dem Kreuz den kirchlichen Segen. Unter den Gästen war auch Edeltraud Zwack, die als eine der letzten Zeitzeugen die Zeit der Möbelfabrik Meier in Wernberg hautnah miterlebt hatte. Als Sekretärin war sie mit allen Firmenangelegenheiten vertraut. Kurz ließ sie die Firmengeschichte Revue passieren. Vor dem zweiten Weltkrieg betrieb Max Meier eine Möbelfabrik im Elsass. Da das Elsass nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu Frankreich kam, suchte er einen neuen Standort. Seine Wahl fiel auf Unterköblitz. Hier errichtete er eine Möbelfabrik auf den Gelände des Sägewerkes Geitner.

Dank eines Großauftrages der US Armee - die Firma lieferte die Möbel für den Truppenübungsplatz Grafenwöhr- entwickelte sich die Firma zum größten Arbeitgeber in der Gegend. Bis 1964 war Möbel Meier Arbeitgeber und Förderer der Marktgemeinde. Dann verkaufte er das Firmengelände an die heutige Flachglas Wernberg GmbH, die dadurch weiter expandieren konnte. Den Bau der Josefskirche in Unterköblitz unterstützte er finanziell. Mit seinem unternehmerischen Können führte er den Bau zum Erfolg. Das Max-Meier-Gedächniskreuz soll die Erinnerung an diese außergewöhnliche Persönlichkeit aufrecht erhalten.

Das schmiedeeiserne Kreuz am Rossau-Aussichtspunkt erinnert an den Möbelfabrikaten Max Meier aus Wernberg. Die OWV Mitglieder Albert Wildenauer (links) und Erwin Hartinger (Zweiter von links) haben sich um die Restaurierung des Kreuzes besonders bemüht. Pfarrer Markus Ertl erteilte den kirchlichen Segen. Mit im Bild von rechts: Sepp Pirner, Paul Neblich, Hans und Barbara Prem und Edeltraud Zwack.

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