07.12.2018 - 13:12 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Krimi im Stallgewölbe

In der Kaffeerösterei Leo Bäumler haben sich zwei Vorleser eingefunden: Wolfgang Herzer und Thomas Bäumler, der auch als Verfasser des Oberpfalz-Krimis „Kain.Abel.Oberpfalz“ Platz nimmt.

Am Vorlesetisch stehen links Wolfgang Herzer, rechts Thomas Bäumler, beide in ihrer „unschuldigen weißen Arbeitskleidung“.
von Reinhold TietzProfil

Die gefällige Atmosphäre im historischen Stallgewölbe brachte Vortragende und Zuhörer schnell zusammen. Lesepausen wurden dadurch geprägt, dass Komponist Joan Riera Robusté Musikstücke erklingen ließ, in die er elektroakustische Klangquellen integriert hatte. Die gänzlich neuen Klangkombinationen wirkten sehr vertiefend, was die Aussagen des Inhalts anlangte.

Thomas Bäumler ergriff als Erster das Wort und benannte seinen vierten Kriminalroman mit der Kommissarin Gerti Zimmermann als Thema des Abends. Wie der Titel schon besagt, ist die Handlung nicht neu, sie wird schon in der Bibel vorgestellt. So las Wolfgang Herzer als nächstes das Geständnis der Hauptperson, den Bruder getötet zu haben. Der Überlebende meinte, nicht mehr aus noch ein gewusst zu haben. Wieder übernahm Thomas Bäumler das Wort und trug die Naturschilderung eines Weihers bei Neunburg vor dem Wald vor, an dessen Ufer ein abgeschlagener Kopf gefunden wurde. Gerti Zimmermann untersuchte das scheußliche Fundstück. Das elektronische Musikstück „Momento Paissagem“ von Candido Lima vertiefte diese Stimmung. „Hallo“ meinte Wolfgang Herzer daraufhin und wies darauf hin, dass der Mörder erklärte, absolute gegenseitige Abneigung hätten diese Tat hervorgerufen. Das Musikstück „Comme un Jeux des Images“ von Mario Verandi wollte diese schauderhafte Stimmung glaubhaft machen.

Thomas Bäumler erzählte anschließend die Vorgeschichte. In einem Holzhaus kamen die Brüder zur Welt. Dazu erklang „Mutations“ von Jean-Claude-Risset in vielfältigen Klangfarben. Die Wallfahrtskirche St. Quirin war ganz in der Nähe und bestimmte die Spielwirklichkeiten der Brüder, meinte Wolfgang Herzer. Näher auf die Umstände der Familie ging Wolfgang Bäumler ein, indem er schilderte, wie der Vater beim Gang zur Arbeit in aller Frühe die Haustür offen ließ, wodurch eiskalte Luft in die Wohnung drang. Daher fiel er bei Ehefrau und Hebamme in Ungnade. Auch sonst war das Familienleben endlos aufregend. Dazu untermauerte „5 Etudie (Musique Concrète)“ von Michael Hirsch elektronisch die vorherrschende Stimmung. Und wieder setzte Wolfgang Herzer die Handlung fort, indem er den Endplatz für die Leiche deutlich formulierte als Stätte, wo der Tote „endlich seinen Frieden habe“ und der Begrabende „auch“. Sowohl andeutend traurig wie auch vehement erklang dann „Musical Hell“ von Medin Peirón. Thomas Bäumler beschrieb die ergebnislose Suche nach dem Toten, „Phone“ von John Chowning blieb deshalb zweifelnd bis zum Schluss.

Damit war die Vorstellung des Buches am Ende angelangt. Wer sich genauer damit beschäftigen will, "muss es halt lesen", meinten beide Vorleser augenzwinkernd.

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