Es ist am Freitag die etwas andere Jubiläumsfeier: Mitarbeiter, Freunde und Vereine haben aus dem Festplatz beim FC-Gelände einen Vergnügungspark gemacht. Für Mitarbeiter, Bewohner und natürlich auch die Bürger. Denn gerade den Wernberg-Köblitzern ist es mit ihrer unaufgeregten sozialen Einstellung zu verdanken, dass die Integration von Menschen mit einem Handicap gelingen konnte: Sie sind anders, doch sie gehören dazu. Sandra Loew wollte mit allen Beteiligten feiern. Das Lebenswerk von Dr. Fritz Loew wird nun in der vierten Generation geleitet. Das heißt 1800 Arbeitsplätze, 1500 Bewohner, 35 Einrichtungen mit 120 Häusern. Ein Grund sich selbst zu feiern und Freude zu bereiten.
Festrede mal anders
Dafür ist Oliver Tissot prädestiniert. "Hallo Loewen" begrüßte er die Gäste in seinem Markisenstoff-Anzug. Doch da stahl im Sandra Loew mit ihrem 1968er Outfit in der Loew-Farbe Grün die Schau. "Kat Wulff und Graf Fidi" hatten die Gäste mit "Anders sein" musikalisch auf den Festakt eingestimmt, doch der Kabarettist stellte gleich schnoddrig klar, dass die Rampe nicht für den Rollstuhlfahrer "Graf Fidi" aufgebaut worden sei: "Ich bin hier die Rampensau". Das war er. Die Politiker, die Familie Loew wurden aufs Korn genommen. Eine Wortspielerei folgte der anderen. Geschickt verpackte Tissot darin den Respekt vor Menschen, die im sozialen Umfeld tätig sind, bei denen Inklusion "nicht einschließen sondern eingeschlossen in der Gesellschaft heißt". Auch der mittelfränkische Bezirkstagspräsident, der abgesagt hatte, bekam sein Fett weg. "Der hat gesehen, dass es in die Oberpfalz geht und hat umgedreht. Dabei ist das das Kernland der Pflegedienstleistung, falls er mal Hilfe braucht". Geschickt spannte Tissot den Bogen zu Geschäftsführerin Sandra Loew und Direktor Joachim Rauscher. Loew sei ein Tier. 50 Jahre seien nur zu meistern, "wenn man Zähne zeigt" und auf "Herzensebene Verbindung schafft". Mit Blick auf die Temperaturen im "tibetanischen Schwitz-Zelt" wusste Tissot auch, warum er eingeladen worden war: "Dann werden die Grußworte kürzer".
Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher strich gleich einige Seiten. Dr. Loew Soziale Dienstleistungen sei es gelungen, Menschen zu integrieren, sie vom Rande der Gesellschaft in die Mitte zu holen. Hier würden Dr. Loew und der Bezirk am Ball bleiben. Höher bestätige dem Unternehmen "eine klasse Leistung", würdigte die Heimatverbundenheit und dankte "für den tagtäglichen Einsatz für Menschen, die unsere Begleitung brauchen".
MdL Reinhold Strobl konnte sich dem nur anschließen, und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl freute sich "über die klare Haltung für Menschen einzutreten" und über das Bekenntnis zum ländlichen Raum, mit dem Dr. Loew Arbeitsplätze, auch für viele Frauen, schaffe. Konrad Kiener durfte als Bürgermeister zu recht stolz auf die Marktgemeinde sein, "einem gelebten Ort der Inklusion". Beim integrativen Musikcafé "B14" sei "aus kleinen Anfängen etwas Großartiges geworden. Die Beschäftigten, die hier arbeiten "treff ich auch auf der Straße".
Stolz auf das Werk
Sandra Loew dankte Management und Mitarbeitern, die "mit Hartnäckigkeit, Kompetenz und Humor" Schritt für Schritt auf den nächsten Qualitätslevel steigen. Die gesamte Loew-Familie stehe dahinter und freue sich über das Vertrauen der Bewohner und Mitarbeiter. Sie sei stolz darauf, "das Unternehmen führen zu können". Gesellschafter sind außer Sandra Loew Alexandra, Angela, Wolfgang und Volker Loew, Dr. Fritz Loew, Thorsten Hofmann und die Familie Schindele. Als Geschenk gab es ein Loew-Monopoly. Dafür hätte "Graf Fidi" sogar auf einen Teil seiner Gage verzichtet.














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