16.04.2019 - 16:40 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Querbeet hat seinen Reiz

„Im Garten der Lieder, querbeet durch vier Jahrhunderte“ lautet der Titel: Der Blumenstrauß, der dabei gepflückt wurde, erfreute die Zuhörer.

Überzeugten die Zuhörer: Sopranistin Dagmar Spannbauer und Veronika Miller-Wabra an der Harfe.
von Reinhold TietzProfil

Das Kulturforum konnte für den Liederabend auf Burg Wernberg Sopranistin Dagmar Spannbauer und Veronika Miller-Wabra an der Harfe gewinnen. Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy - "Das erste Veilchen", "Maiglöckchen und die Blümelein" - entsprachen in ihrer überwiegend zarten Gestaltung bereits dem Thema des Abends.

Drei Stücke von Carl Loewe bildeten die themagetreue Fortsetzung in berührender Gestaltung. Das "Chanson de Mai" von Alphonse Hasselmans, ein Harfensolo, wurde von Veronika Miller- Wabra sowohl lieblich wie in manchen Passagen virtuos dargeboten. Dann sang "Die Lerche" von Engelbert Humperdinck zart und fein. Komplizierter in der Tongestaltung war die "Waldeinsamkeit" von Max Reger, auch wenn sie aus den "Schlichten Weisen" stammt.

Die vier Lieder, die Widmar Hader unter dem Titel "Unter den Flügeln des Kranichs" schrieb, zeigten auch in erweiterter Tonalität viel Emphase zu den Themen "In den Morgen", "Wachsender Tag", "Die weiße Wolke" und "Lebewohl". Wieder folgte ein Harfensolo: Das "Prélude" von David Watkins erwies sich als stets vorwärts drängendes Klanggebilde von ganz eigenem Reiz.

Vier Lieder aus dem Zyklus "Harfen und Magnolien", den Ernst Kutzer 1994 verfasst hatte, eröffneten den zweiten Teil des Abends. Jedes Stück hatte seinen eigenen Charakter. "Neu zu singen" ist optimistisch lebhaft, "Nur ein kleiner Vogel" tänzerisch geprägt. Das "Rondo" ertönt sehr ernst. Zuletzt erklingt "Oh, ich bin reich" - wer würde da nicht optimistisch singen? Von Bernard Andrès schlossen sich zwei Lieder und ein Solostück an. "Le jardin gris" ist ein Traum, der sich in eine große Melodie verwandelt. "Roses de Mai" erfreuen immer, so auch in diesem lieblichen Lied. Dann spielte Veronika Miller-Wabra noch einmal allein: Das "Prélude Nr. 12".

Mit dem "Schilflied" von Felix Mendelssohn-Bartholdy ging das offizielle Programm zu Ende. Auch dieses Lied lebt von seiner einfachen wie berührenden Melodie. Als Zugabe erklang gefühlvoll "Die Macht der Schönheit" von Ernst Kutzer und "The Nightingale" von Deborah Henson-Conant.

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