23.11.2021 - 16:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Rezept der "Wernberger Konservenfabrik": Die Regionalvermarktung

Günter Koch war Sachse, wurde in den Nachkriegsjahren in Wernberg-Köblitz ansässig. Er kaufte Preiselbeeren und Pilze auf, verschickte sie. Inzwischen ist die Regionalvermarktung ein Steckenpferd der "Wernberger Konservenfabrik".

Die "Wernberger Konservenfabrik" ist vielseitig geworden. Eines der neuen Produkte: Wernberger Weintraubenaufstrich.
von Elisabeth WeidnerProfil

In den letzten Monaten wurde viel spekuliert, wenn von der „Wernberger Konservenfabrik“ oder der Familie Koch gesprochen wurde. Auslöser war ein Teilverkauf des Firmengeländes, das aufgrund von veränderten Produktionsabläufen nicht mehr benötigt wird. Doch Wolfgang Koch stellt klar: „Unsere Familie lebt und arbeitet gerne und inzwischen bereits in der dritten Generation hier in Wernberg-Köblitz und diese Tradition wollen wir fortführen.“ Das macht man im neu gestalteten Verkaufsraum in der Kolpingstraße.

Marinela und Wolfgang Koch sind stolz darauf, dass auch Sohn Johannes inzwischen mit in das Familienunternehmen eingestiegen ist. Den Firmengründer, Günter Koch, haben die Kriegswirren aus seiner Heimat Sachsen vertrieben, zunächst für einige Wochen an die Nordsee. Von dort kam er 1955 nach Wernberg-Köblitz und wurde hier heimisch. Die ältere Generation wird sich noch erinnern: Günter Koch betrieb zunächst eine Geflügelaufzucht mit Handel – und zwar genau an dem Standort, wo jetzt das neue Ladengeschäft eingerichtet wurde, direkt neben dem Wohnhaus von Marinela und Wolfgang Koch, in der Kolpingstraße 8 in Wernberg.

Der große Blecheimer

In den 60er und 70er Jahren boomte in der Oberpfalz der Ankauf von Blaubeeren, Preiselbeeren und Frischpilzen. Das war für Günter Koch dann auch der Einstieg in einen neuen Geschäftszweig. Zunächst beschränkte er sich auf den Aufkauf von Frischware, die mit der Bahn zu ihren Abnehmern verschickt wurde. Viele erinnern sich bestimmt noch an die großen Blecheimer. Ein Einzelstück steht auch jetzt im neuen Ladenraum und erinnert an diese Zeit. Aber die Frischware war nur begrenzt haltbar und daraus entwickelte sich die Idee der Konservierung - der Stichtag für die Gründung der „Wernberger Konservenfabrik“ mit Preiselbeeren, Champignons und Waldpilzen. Günter Koch startete in die Eigenvermarktung für die Fleisch- und Feinkostindustrie und trug so den Namen der Marktgemeinde in die Welt hinaus. 2002 verstarb Günter Koch und sein Sohn Wolfgang Koch übernahm die Firmenleitung.

Veränderte Marktbedingungen forderten auch Veränderungen bei der „Wernberger Konservenfabrik“ ein. Zunächst stellte man den Eigentransport zu den Kunden um auf Anlieferung durch externe Speditionen. Auch das Eindosen der Pilze und Preiselbeeren findet zwischenzeitlich nicht mehr am Standort in der Kolpingstraße statt. Hier holte sich die Familie Koch kompetente Unternehmen an ihre Seite – eine wirtschaftliche Entscheidung, denn eigene Produktionsstraßen für kleinere Absatzmengen sind teuer.

Mischung nach Art des Hauses

Aber Wolfgang Koch stellt klar: „Wir stellen die Mischung für die Preiselbeeren nach unserem eigenen Rezept noch hier vor Ort zusammen und sie werden dann von unserem Partner in Wernberg-Köblitz eingekocht, also nach wie vor Wernberg-Köblitzer Preiselbeeren mit gleicher Qualität.“ Und auch die Pilze, die unter dem Label „Wernberger Konservenfabrik“ firmieren, werden in Deutschland eingedost, nach den Qualitätsansprüchen von Wolfgang und Marinela Koch.

2013 stiegen Marinela und Wolfgang Koch dann in die regionale Vermarktung ein und erweiterten dazu ihr Sortiment um Gewürzmischungen, süße und herzhafte Aufstriche sowie Antipasti. Zum Sortiment gehören beispielsweise Salz aus den Karpaten mit Rosenblüten, Rosmarin oder anderen Gewürzen. „Ganz beliebt ist meine Käsesalz-Mischung“, so Marinela Koch. Aber auch die Pesto-Mischungen, das Chili-Paprika-Chutney oder Pilztöpfchen werden gerne gekauft. Und natürlich die süßen Aufstriche, wie ein Weinbergpfirsich- oder ein Weintraubenaufstrich. Die Gewürzmischungen stellt Marinela Koch selbst zusammen und auch die Aufstriche werden nach den Rezepten der Familie Koch produziert.

"Was uns schmeckt"

Das Regionalkonzept will auch Sohn Johannes weiterentwickeln. Kürzlich hat man das Sortiment um regionale Produkte, wie Ketchup und Zoiglbier-Dressing, erweitert und auch Liköre und Brände findet man jetzt im Laden. „Wir wollen den regionalen Markt stärken, aber wir werden nur Produkte verkaufen, die uns selbst auch schmecken und möglichst natürlich hergestellt sind“, so Marinela Koch. Das geht natürlich auch online.

Übrigens wird das Ladengeschäft der Familie Koch demnächst auch Abholstation im Verbund www.mein-regionalmarkt.de – eine Plattform für Regionalvermarkter. Wer über diese Plattform regionale Produkte bestellen möchte, kann diese zukünftig dann im Laden der Familie Koch abholen.

"Wir wollen den regionalen Markt stärken, aber wir werden nur Produkte verkaufen, die uns selbst auch schmecken und möglichst natürlich hergestellt sind."

Marinela Koch

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