Wernberg-Köblitz
26.07.2019 - 16:06 Uhr

Unkonventionell und weitblickend

Josef Hägler ist einer, der genau hinschaut. Der Landwirt aus Wernberg-Köblitz wurde jetzt ausgezeichnet für seine unkonventionelle Art der Landwirtschaft und seinen Weitblick.

Landwirt Josef Hägler Bild: exb
Landwirt Josef Hägler

Hägler erhielt im Landwirtschaftsministerium den "Boden:ständig"-Preis 2019. Die Freude war natürlich groß. "Ich habe noch nie einen Preis gekriegt, das freut mich ungemein", sagte er strahlend beim Empfang in München.

Josef Hägler betreibt mit seiner Familie einen Biobetrieb mit Rindern. Er steckt voller Ideen, wie er das Arbeiten auf den Feldern noch effizienter und einfacher gestalten kann. Dabei arbeitet er pfluglos, mit wintergrünen Zwischenfrüchten und Mistkompost und mit Sinn für die Details, die alle eine positive Auswirkung auf den Boden haben. Mit seinem Schwiegersohn tüftelt er mit Leidenschaft an den Landwirtschaftlichen Geräten.

Mit wenig Aufwand gelingt es ihnen, geniale Verbesserungen zu erzielen. So baute er eine Celli-Fräse um, damit der pfluglose Bio-Anbau von nicht abfrierenden Zwischenfrüchten ermöglichen wird und das grüne Material am Boden abstirbt. Die Böden sind sein Schatz und die Verbesserung schafft er mit dauerhafter Begrünung, Fruchtfolge, Mistkompost und einem durchdachten Nährstoff-Management. "Ich mach das, weil: Irgendwer muss ja einfach mal anfangen. Bringt ja nichts, immer auf jemand anderen zu warten." So bescheiden Hägler ist, so wertvoll ist seine Arbeit. In ganz Bayern gibt es Landwirte, die nach dem Hägler-Verfahren arbeiten.

Das hat die Jury des "Boden:ständig"-Preises überzeugt: "Neben der fachlichen Seite von Josef Hägler ist es besonders wichtig herauszustellen, dass er andere - Landwirte und Maschinenhersteller - uneigennützig an seinen Ideen teilhaben lässt und als ein begeisternder Multiplikator bereits viel für die Entwicklung lebendiger Böden bewegt hat", hieß es in der Laudatio.

Für den Biobauern ist das ganz selbstverständlich: "Wir müssen unseren Boden ganzheitlich sehen. Wir haben hier Reserven, die wir mit Dünger nicht erreichen können. Optimierte Maschinen, weniger Bodenbearbeitung, viele Maßnahmen in einem Arbeitsgang und eine gesunde Bodenbiologie, das sind wichtige Regeln." Auch das Futter hat für ihn eine Auswirkung auf das Feld. Es ist ein ewiger Kreislauf: "Mit gesundem Futter habe ich gesunde Tiere und guten Dünger für das Feld. Das gibt wieder gesundes Futter und schließlich gesunde Nahrungsmittel für gesunde Menschen." Auch wenn Hägler biologisch wirtschaftet, so muss für ihn am Schluss die Rechnung stimmen. "Das kann man nicht nur aus Überzeugung machen. Es muss schon was rauskommen am Schluss. " Der Humusaufbau ist für ihn Ehrensache: "Wir müssen unseren Hof in gleichem oder besserem Zustand übergeben an die Nachfolger, als wir ihn bekommen haben. Das muss uns allen klar sein!"

"Boden:ständig" ist eine Initiative des Landwirtschaftsministeriums mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung in Bayern. Das Prinzip ist einfach und hat eine enorme Wirkung: Externe Fachleute, regionale Berater und die Menschen vor Ort erarbeiten gemeinsam Projekte, um Erosionen zu vermeiden, die Bodenqualität zu verbessern und ungewollte Einträge in das Trinkwasser zu verhindern. Dabei trifft das Team immer wieder auf Akteure, die gerne anpacken, die Ideen haben und die andere mitreißen können. Das Ziel: Gemeinsam das Beste für ihre Region zu erreichen. Um diese besonderen Menschen hervorzuheben, wurde der "Boden:ständig"-Preis kreiert. Mit ihm wurden 2019 zehn Einzelpersonen oder Teams in ganz Bayern ausgezeichnet.

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