08.02.2019 - 18:34 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Vorgaben noch nachjustieren

Eine Verordnung soll die Geschäftsbeziehung zwischen Milchlieferanten und Molkerei regeln. Die Erzeugergemeinschaft möchte, dass am Entwurf noch gefeilt wird.

Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft bleibt Hubert Meiler (links), sein Stellvertreter ist nach wie vor Matthias Irlbacher (Dritter von links). Unser Bild zeigt die neun Vorstandschaft zusammen mit Landwirtschaftsdirektor Georg Mayer vom AELF (Zweiter von rechts), Georg Müller als Vertreter der Privatmolkerei Bechtel/Naabtaler Milchwerke Schwarzenfeld (Vierter von links) und Bernhard Suttner (Zweiter von links).

Bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Burkhard beleuchtete Hubert Meiler die Milchpreissituation im letzten Jahr. Bereits zu Beginn geriet der Preis unter Druck, trotz der hohen Milchpulvermenge, die eingelagert ist. Dadurch verringerte sich der Preis von 34,65 Cent auf 30,40 Cent pro Liter. Bedingt durch die heiße Witterung und den Rückgang der Liefermenge um ein Prozent stabilisierte sich der Preis bei 32,40 Cent. "Milchland Oberpfalz" zählt 64 Mitglieder, darunter drei Biomilchlieferanten. Von der gesamten MEG wurden 2018 an die Naabtaler Milchwerke 29 118 719 Kilo Milch verkauft. Dies entspricht einem Durchschnitt von 455 000 Kilo Milch pro Betrieb.

Einheitliche Handhabung

Ende Januar kamen die MEG-Vorstände, die der Bayern-MEG angehören zusammen. Das Thema war die Ausarbeitung einer neuen Milchlieferungsordnung. Diese dient der einheitlichen Gestaltung der Rechtsbeziehung zwischen den Milchlieferanten und den Naabtaler Milchwerken. Hubert Meiler erläuterte die Grundsätze, die der Erzeugung einer qualitativ einwandfreien Milch und eines möglichst schnellen und reibungslosen Transportes vom Hof zum Molkereibetrieb dienen, um hochwertige Molkereiprodukte zu erzeugen. Eckpunkte betreffen ebenso die Bezahlung der angelieferten Milch. Grundlage sind dafür die geltenden Gesetze und Verordnungen des Bundes und der Länder sowie des EU-Rechts. Weiter gilt der Standard des Verbandes "Lebensmittel ohne Gentechnik" und der Standard des QM-Milch, beide in der jeweiligen aktuellen Fassung. Jeder Lieferant muss sich darüber selbst auf dem laufenden halten. Ungeachtet dessen wird die Molkerei immer den aktuellen Stand der einschlägigen Gesetze, Verordnungen und Standards auf der firmeneigenen Homepage zur Einsicht bereithalten. Die Verhandlungen zur Verordnung laufen noch. Der Vorschlag, den Bayern-MEG und Molkereien ausgearbeitet haben, findet noch nicht die uneingeschränkte Zustimmung der MEG "Milchland Oberpfalz". Der Vertreter der Naabtaler Milchwerke, Georg Müller, gab sich zuversichtlich, dass eine Milchlieferverordnung erzielt werden kann, mit der alle Seiten leben können.

Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milchland Oberpfalz wird auch in den nächsten drei Jahren von Hubert Meiler und seinem Stellvertreter Matthias Irlbacher geführt. Beiräte aus dem Landkreis Neustadt-Waldnaab sind Hans Mois und Robert Zimmerer, aus dem Landkreis Tirschenreuth Josef Schratzl und aus dem Landkreis Schwandorf Richard Luber, Georg Dobler, Markus Kloner und Andreas Ruhland. Schriftführer ist Johannes Hösl, Kassenprüfer Martin Salomon und Thomas Lippert.

Große Chance für Bauern

Ein Thema beschäftigt momentan alle Landwirte: Artenschutz und Volksbegehren. Dazu gab es einen Vortrag von Bernhard Suttner. Jetzt hätten Landwirte die Gelegenheit, sich über ihre Berufsverbände an die Staatsregierung zu wenden und ihre Sicht der Dinge zu Artenschutz und Landwirtschaft einzubringen. Verlaufe das Volksbegehren erfolgreich, habe der Landtag das Ruder zu übernehmen. Er könne den Gesetzentwurf des Volksbegehrens übernehmen oder einen Alternativ-Entwurf zum Volksentscheid bringen.

Suttner: "Jetzt gilt es für die Bauern klar zu sagen, was sie wollen. Den Artenverlust zu leugnen oder zu diesem Problem zu schweigen, geht nicht!" Suttner erläuterte die Maßnahmen für den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Er bekannte sich zu Direktzahlungen an die Landwirte. Auf Dauer könne man diese Direktzahlungen aber nur rechtfertigen, wenn die Landwirtschaft gemeinwohlorientierte Leistungen erbringe. Seiner Ansicht nach bietet das Volksbegehren eine große Chance für Landwirte: "Der Staat wird ihnen hervorragende Angebote machen müssen, um die Ziele zu verwirklichen, die ihm das Volksbegehren vorgibt."

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