Das Fachzentrum Rinderhaltung Cham veranstaltete zusammen mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf und Weiden für alle interessierten Milchviehhalter einen sogenannten Milcherzeugertag. Er widmete sich in Wernberg-Köblitz (Vorträge und Diskussion) und Guteneck (Besichtigung) dem Thema "gewässerschonende Milchproduktion". Organisator Georg Dietl, der Leiter des veranstaltenden Fachzentrums, wies darauf hin, dass Milchviehhalter "Teil des Wasserkreislaufs" seien. Belastende Einträge in die Gewässer zu reduzieren nannte er als Ziel der Kampagne seiner Behörde. "Wo können wir uns verbessern?", sei eine Frage, die sich jeder Milchviehhalter stellen müsse. Es sei mit allen Mitteln zu versuchen, den Wasserhaushalt positiv zu beeinflussen. "Dabei schließen sich Gewässerschutz und ein hoher Produktionslevel nicht aus", war sich Dietl sicher.
Als stärkstes der neun bayerischen Fachzentren für Rinderhaltung ist man von Cham aus für den größten Teil der Oberpfalz zuständig. 5645 landwirtschaftliche Betriebe mit über 160 000 Kühen gehörten zum Einzugsbereich des Zentrums. Dietl freute sich, dass das Thema Anbindehaltung zunehmend der Vergangenheit angehöre. Bereits zwei Drittel der Tiere würden in Laufställen gehalten, 70 Prozent der Milch komme aus dem Laufstall.
Baufachberater Wolfgang Willutzki vom Landwirtschaftsamt Münchberg in Oberfranken ging auf aktuelle Entwicklungen ein, soweit sie den Bau von Güllegruben und Silagestätten betreffen. Die rechtlichen Grundlagen dafür seien auf den Bund übergegangen. Es gebe somit jetzt eine Verordnung mit technischen Regelungen, auf deren Grundlage die Landratsämter entscheiden können. "Von der Bauart hat sich bei Gülle- und Fahrsiloanlagen nichts geändert", beruhigte Willutzki. Allerdings müsse ein Sachverständiger künftig ein Fahrsilo genehmigen. Im Anschluss daran erläutert Georg Dietl, was beim Betrieb von Silagelagerstätten beachtet werden soll. Den Vormittag rundete der Vortrag von Dr. Hubert Schuster vom Institut für Tierernährung an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ab. Er berichtete über die Mineralstoffversorgung der Milchkuh und zeigt auf, wie Phosphor in der Fütterung reduziert werden kann und die Kuh trotzdem bedarfsgerecht versorgt bleibt. "Mineralfutter braucht kein Phosphor", lautete das Credo.
Am Nachmittag haben die Teilnehmer am Milcherzeugertag den Betrieb von Johann Dirschwigl in Oberkatzbach bei Guteneck besichtigt. Der Landwirt betreibt einen Kompoststall für Milchkühe mit Melkroboter. Diese Kompostställe sind noch sehr selten, im Landkreis gibt es nur den der Familie Dirschwigl. Zum Tag der offenen Tür waren 4000 Besucher gekommen, freute sich der Landwirt.
Der Kompoststall hat eine freie Liegefläche ("Weide im Stall"), bei dem das Liegeverhalten der Tiere nicht durch Einrichtungs-Gegenstände gesteuert oder eingeschränkt wird. Lange und breite Liegepositionen oder volle Seitenlage sind in diesem System möglich. Die Liegefläche wird mit Sägespänen, Hobelspänen oder feinen Hackschnitzeln eingestreut, die unter Einarbeitung von Kot und Harn verrotten. So ist ein wichtiger Effekt eines Kompoststalls, dass er weniger Gülle erzeugt.















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