26.11.2019 - 13:46 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Von Wernberg-Köblitz aus mit Vollgas zum Mars

Mit der sechsten Auflage des „Wirtshaustheaters“ wird die jährliche Aufführung des Theatervereins Wernberg-Köblitz zur Tradition – wieder volles Haus beim „Zehentbartl“

"Onkel Fritz in seiner Not, haut und trampelt alles tot!" - Anna Götz, Josef Götz und Lea Starkmann in "Max und Moritz" (von links)
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Die Aufführungen des Theatervereins sind mittlerweile nach über 30 Jahren kein Geheimtipp mehr. Bei den beiden vergnüglichen Abenden am Wochenende waren wie in den Vorjahren alle Plätze schon vorreserviert. Wieder gab es das bewährte Programm mit lustigen und nachdenklichen Szenen, Vorlesestücken und oft satirischen und witzigen Sketchen, wobei der Zeit angemessen Weihnachtliches nicht fehlen durfte.

Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Helmut Rubenbauer ging es gleich humorvoll los mit dem Sketch "stromlos". Der tollpatschige Elektrikermeister (Josef Götz) und der ständig mit dem Handy beschäftigte Azubi (Anna Götz) lösten schon beim Bühnenaufbau mit der Leiter Lachsalven aus. Nach der umständlichen Kabelverlegung durch den ganzen Saal behob der Lehrling das Problem des Scheinwerfers mit Einstecken des Steckers in die Dose. Zwischen den Stücken brachte Marina Bauderer als Vereinsvorsitzende mehrmals ihre komischen Einladungsentwürfe zur Weihnachtsfeier vor dem Laptop zum Vortrag.

Satire war angesagt bei "Der biologische Christbaum". Der geschickte Verkäufer (Helmut Rubenbauer) dreht einer umweltbewussten Kundin (Karin Ruhland), die einen ungespritzten, biologischen und antiallergenen Baum will, ein überteuertes und mickriges Bäumchen aus der Ukraine an, bei dem er die "Schädlinge eigenhändig verscheucht" hat.

Erster Höhepunkt des Abends bildeten die bekannten Bubenstreiche von "Max und Moritz" nach Wilhelm Busch, die großen Beifall beim Publikum auslösten. Sie wurden mit originellem Bühnenbild und großartigen Leistungen der Darsteller Anna Götz und Lea Starkmann als Max und Moritz, sowie Claudia Wandzioch als Witwe Bolte und Josef Götz als Onkel in Szene gesetzt. Den Text dazu trug Hermann Meiller gekonnt vor.

Nach der Pause plauderten "Vater und Tochter über den Krieg", dargestellt von Josef Götz und Marina Bauderer, in Anlehnung an ein Stück von Karl Valentin. Turbulent ging es dann an der "Öffentlichen Telefonzelle" zu. Die skurrilen Typen wurden von Jule Schneider, Josef Götz, Lea Starkmann, Claudia Wandzioch und Hermann Zenger hervorragend dargestellt.

Beim Christbaumanhängen bringt bei "Das traute hochheilige Paar" die Tochter (Jule Schneider) ihren Vater (Hermann Zenger) mit naiven Fragen zur Weihnachtsgeschichte aus der Fassung.

Den Schlusshöhepunkt bildeten dann die beiden Astronautinnen (Karin Ruhland und Marina Bauderer) in ihrem Raumschiff bei "Die bayerische Marsmission", bei deren originellen mundartlichen Zwiegesprächen sich immer wieder mal das "Koze" (Kontrollzentrum aus Wernberg) aus dem Hintergrund einmischt. Nach humorigen Streitgesprächen etwa über linke oder rechte Kurven kommt es beim Landeanflug zum Eklat als herauskommt, dass die Kollegin vor der Mission "etwas mit ihrem Mann gehabt hat".

Die Darsteller wurden mit viel Applaus verabschiedet. Anzumerken ist, dass für die großartige Regie Stefanie Most, die auch in anderen Theaterprojekten im Landkreis beteiligt ist, verantwortlich war.

Bildergalerie zum Wirtshaustheater

altnativ: Witwe Bolte (Claudia Wandzioch), Max und Moritz (Anna Götz und Lea Starkmann) sowie Jule Schneider mit dem Spitz (von links)
Karin Ruhland und Marina Bauderer in "Die bayerische Marsmission" (von links)
Szene aus "Der biologische Christbaum" mit Karin Ruhland und Helmut Rubenbauer
Turbulente Szene an der "öffentlichen Telfonzelle" (Lea Starkmann, Claudia Wandzioch, Jule schneider und Josef Götz (von links)

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