Notfallsanitäter erhalten Kompetenzerweiterung

Die Johanniter im Bereich Wernersreuth freuen sich über ihre Delegationsschreiben. Die Übergabe der Urkunden erfolgt in einer Feierstunde.

Die Notfallsanitäter im Raum Wernersreuth haben ihr Delegationsschreiben erhalten. Das bedeutet, dass sie nun mehr Befugnisse als zuvor haben. In einer kleinen Feierstunde wurden die ersten Urkunden (Delegationsschreiben) durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Jürgen Königer überreicht.
von Externer BeitragProfil

Der Mangel an Notärzten schlägt mittlerweile voll durch. In Bayern sollen Notfallsanitäter seit Dezember ärztliche Maßnahmen übernehmen, die bisher den Notärzten vorbehalten waren, heißt es in einer Pressemitteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe. "Damit sie dies tun dürfen, brauchen sie ein Delegationsschreiben, mit dem diese Tätigkeiten offiziell übertragen werden." Die Notfallsanitäter im Rettungsdienstbereich Wernersreuth haben ihre Delegationsschreiben jetzt erhalten.

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz, die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz sowie die Johanniter im Rettungsdienstbereich sind stolz darauf, in ihren Reihen derart qualifizierte Mitarbeiter zu haben, schreiben die Johanniter.

In einer kleinen Feierstunde wurden die ersten Urkunden (Delegationsschreiben) überreicht. Frank Zirngibl, Leiter des Rettungsdienstes Ostbayern der Johanniter-Unfall-Hilfe, bedankte sich im Namen seiner Mitarbeiter für diese Wertschätzung.

Anlage einer Infusion

"Im Rahmen der Notkompetenz werden damit einige, ehemals ausschließlich ärztliche Maßnahmen von den zuständigen Ärztlichen Leitern (ÄLRD) ihrer Rettungsdienstbereiche delegiert. Dies sind das Legen eines intravenösen Zuganges, die Anlage einer Infusion bei verletzen Personen, die Anlage einer Infusion und die Verabreichung von bestimmten Schmerzmitteln bei isolierten Extremitätenverletzungen, außerdem Infusion und Schmerzmittelverabreichung bei isolierten Verbrennungen oder Verbrühungen, eine Infusionsanlage und Glukosezuführung bei Unterzuckerung (Hypoglykämie)", informiert die Pressemitteilung.

Der Notfallsanitäter ist die höchste nicht akademische medizinische Qualifikation im Rettungsdienst, die in Deutschland seit 2014 existiert, so die Johanniter-Unfall-Hilfe. "Der Beruf des Notfallsanitäters, in Deutschland als NotSan abgekürzt, hat den bisherigen Rettungsassistenten als höchste berufliche und nicht ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst 2014 abgelöst. Der Notfallsanitäter hat eine grundsätzliche Ausbildungsdauer von drei Jahren und im Gegensatz zu den ehemaligen Rettungsassistenten weitreichendere Kompetenzen im Rettungsdienst."

Die erweiterten Kompetenzen der Notfallsanitäter stellten keine Konkurrenz für die Notärzte dar. "Notfallsanitäter und Notärzte ergänzen sich im Rettungseinsatz und arbeiten gemeinsam zum Wohle des Patienten. Die zusätzlichen Kompetenzen sind hilfreiche Ergänzungen in der präklinischen Versorgung der Notfallpatienten", so die Johanniter-Unfall-Hilfe.

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