Wetzldorf bei Erbendorf
29.10.2025 - 11:44 Uhr
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Junge Wetzldorferin Kathi Stock spielt sich mit Akkordeon in Herzen von Jurys

Katharina Stock aus Wetzldorf (Stadt Erbendorf) lernt seit drei Jahren Akkordeon. Ihr großes Talent bewies sie bereits mit einem ersten Platz bei "Jugend musiziert" und einem zweiten Platz beim "Harmonika-Tag" in Schwabach.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Viktoria Obermaier übte Kathi Stock sogar in den Sommerferien weiter auf ihrem Instrument, um beim herbstlichen Musikwettbewerb für Akkordeon gut vorbereitet zu sein. Bild: ubb
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Viktoria Obermaier übte Kathi Stock sogar in den Sommerferien weiter auf ihrem Instrument, um beim herbstlichen Musikwettbewerb für Akkordeon gut vorbereitet zu sein.

Die vielen Holztreppen knarren beim Weg hinauf ins oberste Stockwerk der Grundschule Friedenfels mit der dort stattfindenden Musikstunde im Takt. Je näher das Dachgeschoss-Klassenzimmer kommt, umso deutlicher werden von dort die Töne. Hinter der grünen Doppeltür spielt Katharina Stock auf ihrem Akkordeon, begleitet von ihrer Musiklehrerin Viktoria Obermaier. Marianne Stock, die Mutter der neunjährigen Wetzldorferin, wartet derweil auf ihre eigene Akkordeonstunde bei der Kreismusikschule (KMS).

Kathi Stock geht in die vierte Klasse der Grundschule Erbendorf und lernt seit drei Jahren Akkordeon an der KMS. Das war auch der Grund, warum ihre Mutter wieder mit dem Instrument begonnen hat. Die Familie pflegt daheim die Musik. „Nur habe ich das eine Weile nicht mehr intensiv betrieben“, erklärt Marianne Stock. Dank der Tochter habe auch sie zurückgefunden zur Musikleidenschaft.

Eigentlich, berichtet Kathi, habe sie zuerst Ballettunterricht genommen. „Aber das hat mir nicht gut gefallen.“ Und auch das Akkordeonspiel sei nicht ihr Favorit gewesen. Kathi wollte zuerst Klavier lernen. „Das macht aber meine Schwester Louisa. Also habe ich mich für Akkordeon entschieden“, erzählt die selbstbewusste junge Musikerin. Mittlerweile ist ihr Instrument ihr schönstes Hobby.

Volle Punktzahl

Was nicht nur die Mutter freut. Lehrerin Viktoria Obermaier entdeckte in Kathi rasch ein Naturtalent, und behielt recht damit: In diesem Jahr nach nur zwei Jahren Unterricht konnte sie Kathi zu gleich zwei Musikwettbewerben anmelden. Die Wetzldorferin nahm Anfang Februar an „Jugend musiziert“ in Sulzbach-Rosenberg teil, wo sie die volle Punktzahl und den ersten Platz erreichte. Vor kurzem in Schwabach sahnte die Neunjährige beim Harmonika-Tag ein zweites Mal gehörig ab: Sie holte sich Platz zwei in ihrer Altersklasse.

Geschick allein sei keine Garantie für ein Erfolgserlebnis am Instrument, betont Viktoria Obermaier. Akkordeon könne jedes Kind lernen im Alter von fünf Jahren. Voraussetzung sei, das Instrument auch halten und ziehen zu können. Kathi begann ihre Ausbildung an einem kleinen Akkordeon für Kinder. „Das hatten wir noch daheim“, erzählt die Mutter.

Erste Übungen betrafen die rechte Hand beim Bedienen der Tasten, später erst setzte Kathi mit den Basstönen linkerhand ein. Viktoria Obermaier lobt das Mädchen sehr für seinen Fleiß und seine Ausdauer. Zwar hat Kathi nur eine halbe Stunde Unterricht pro Woche, aber sie spiele jeden Tag“, erklärt die Schülerin stolz. Drei bis vier Wochen habe Kathi nur benötigt, um sicher im Umgang mit dem Instrument zu sein. „Bei manchen dauert das zwölf Wochen“, berichtet Obermaier aus der Unterrichtspraxis.

Zusätzlicher Unterricht

Den Grund für ihren Fleiß liefert Kathi selbst. „Meine Mama übt daheim mit mir. Und Viktoria macht das super“, sagt sie strahlend. Das Musiktalent erinnert sich an sein erstes Lied auf dem Akkordeon, einen Zweizeiler mit dem Titel „Zuckerwatte“. Weihnachten habe sie bereits „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und „Jingle Bells“ spielen können, ergänzt Mutter Marianne Stock. Vor der Wettbewerbsteilnahme hab es Sonderunterricht von Lehrerin Obermaier – pro Woche eineinhalb Stunden zusätzlich.

In Schwabach trugt das Mädchen vor 50 anderen Wettbewerbsteilnehmern, deren Eltern, Gästen und einer gestrengen Jury eine Sonatine von Tobias Haslinger, ein Stück von Wolfgang Ruß und „S.V.P.“ von Astor Piazzolla vor. „S.V.P“ sei am schwersten und längsten gewesen, erzählt Kathi, und dabei sei ihr ein Patzer passiert. Bei allem Lampenfieber konnte sich Kathi durchsetzen mit einem zweiten Platz. Beinahe wäre das gescheitert: Nachdem sie sich gut drei Monate auf den Wettbewerb vorbereitet hatte, wollte sie unbedingt teilnehmen, auch wenn sie an diesem Tag nicht fit war. Doch das zeigte sie auf der Bühne nicht. "Außer, dass sie schon sehr blass für ihre Verhältnisse war", ergänzt die Mama mitfühlend.

Eselinnen weiteres Hobby

Die Medaille aus Schwabach sei nicht ihre erste, berichtet Kathi zum Preis, der ihr überreicht wurde. Eine ähnliche habe sie in Schulsport erreicht. Hat Kathi bei so viel Fleiß für das Instrument überhaupt Zeit für andere Hobbys? „Natürlich“, lautet die prompte Antwort. Kathi nennt ihre beiden Eselinnen, die 20-jährige Elli und die 14-jährige Lola, die sie daheim auf dem Bauernhof versorgt. Wie das Akkordeonspiel sieht Kathi in der Tierpflege keine großen Anstrengungen oder gar Arbeit. „Das macht alles Spaß und erfüllt mein Herz“, betont die Neunjährige strahlend.

Info:

Beste Leistungen bei Wettbewerben

  • "Harmonika-Tag": Harmonikawettbewerb in Schwabach für talentierte Akkordeonisten aus dem gesamten Freistaat; Wertung durch Fachjury nach einem Punktesystem; Katharina Stock erzielte das Prädikat "ausgezeichnet".
  • "Jugend musiziert": im Februar in Sulzbach-Rosenberg; erster Preis mit der vollen Punktzahl (25 Punkte) und Platz eins in ihrer Altersklasse für Kathi Stock.
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