Seit rund 5 Jahren wohnt Alfons Speer im „Haus Steinwaldblick“. Der Jubilar ist ehemaligen Schülern, Lehrkräften und Rektoren gut bekannt. Gut vierzig Jahre lang war er Hausmeister der Berufsschule in Wiesau, aus der, Jahre nach Speers Rente, das Berufliche Schulzentrum wurde. Die Speers - Alfons, Ruth und zwei Kinder - waren die einzigen Mieter der Haumeisterwohnung.
Als Kind aus der Heimat vertrieben
Zur Welt kam Speer im Januar 1936 in Fünfteichen im Kreis Breslau in Schlesien. „Das Dorf", so Speer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, sei so groß wie der Wiesauer Ortsteil Schönhaid. Als Neunjähriger – seinen Angaben zufolge – wurden das Kind, seine Familie und viele andere von Haus und Dorf vertrieben. Binnen 90 Minuten mussten die überrumpelten Leute das Nötigste zusammenpacken und auf unbekannten Wegen und Straßen die Heimat verlassen. „Wir waren lange unterwegs“, erinnert sich Speer an die Irrfahrt, die in Hatzenreuth (nahe Waldsassen) ein Ende fand. „Das war eine schlimme Zeit.“ Nahe Waldsassen war er, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien berichtet, „ gar nicht lange.“ Danach begann eine andere acht Jahre dauernde, jedoch stets geplante Odyssee, die den seinerzeit jungen Mann durch die Lande führte. Der gelernte Schlosser, Alfons Speer, vergleicht die Zeitspanne mit der Walz der Zimmerleute. „Fünfteichen“, fährt er fort, „hab' ich nach der Wende besucht und war enttäuscht. Ich hab' nichts wieder wiedererkannt.“
Hochzeit in Waldsassen
Das Schicksal wollte es, dass das Stiftland seine wohl letzte Station wurde. „Ich hab' Ruth kennengelernt und in Waldsassen geheiratet. Ursprünglich wollten wir in Tirschenreuth leben. Die Aufgaben in der Berufsschule lockten uns jedoch nach Wiesau.“ Seit Jahren ist Speer Witwer, er blieb ein Wiesauer.
Zum 90. Geburtstag gratulierte Bürgermeister Toni Dutz. Einpacken ließ er sich - neben der Urkunde - auch ein Geschenk. Auch die Mitbewohner in der Wohn- und Pflegeeinrichtung in Wiesau gratulierten dem Altersjubilar.













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