19.02.2020 - 16:20 Uhr
WiesauOberpfalz

Beachtliche Schulkarriere geht in Wiesau zu Ende

Fast ein Vierteljahrhundert prägte Dr. Wolfgang Eckstein das Berufliche Schulzentrum. Jetzt nahm der Schulleiter mit Auslandserfahrung in Kolumbien Abschied vom Berufsleben.

Die Entlass-Urkunde wurde Dr. Wolfgang Eckstein vom Leiter des Bereichs Oberpfälzer Schulen, Thomas Unger (rechts), feierlich überreicht.
von Werner RoblProfil

Im Namen des Landkreises und des Berufsschulbeirates würdigte Landrat Wolfgang Lippert bei der Abschiedsfeier die "hervorragenden Verknüpfungen" des 67-jährigen scheidenden Leiters der Schule. Das Netzwerk von Dr. Wolfgang Eckstein habe dem Beruflichen Schulzentrum (BSZ) gut getan. "Mit Gespür, Weitblick und dem Sinn für das Machbare hat Eckstein die Schule weiterentwickelt."

Begegnung von Schülern

Lippert erinnerte an die Erweiterung um den Zweig Informatik und die Einführung der Berufsschule plus. Während Ecksteins Amtszeit seien zudem die Bereiche Holz und Gastronomie weiter gestärkt worden. Eingeführt und gepflegt habe er den Schüleraustausch mit Mexiko und Tschechien. Geschaffen wurden Kooperationen mit den Hochschulen in Amberg/Weiden, Hof, Regensburg, Pilsen und Bad Soden. Nicht zuletzt seien auch innovative Angebote geschaffen worden, um Fachkräfte auszubilden. "Wir gewöhnten uns auch an die Containerlandschaft", erinnerte Lippert an die provisorischen Klassenzimmer und die zuletzt vollendete Erweiterungsmaßnahme. Der Landrat fasste zusammen: "Der Erfolg gab Ihnen Recht. Die Schülerzahlen blieben trotz aller Negativprognosen positiv." Er lobte den scheidenden Schulleiter als einen "in sich ruhenden, aber auch locker gestimmten Menschen." Eckstein sei ein unkomplizierter Mensch geblieben. Dem Geschenk - hergestellt in Kuba - fügte Lippert hinzu: "Sie sind beileibe kein Machtmensch, dafür aber ein Genussmensch."

Ecksteins Verdienste würdigte auch der ehemalige stellvertretende Schulleiter und Weggefährte Erich Porsch. "Dass das Berufliche Schulzentrum sich so wie heute präsentiert, ist der Arbeit Wolfgang Ecksteins zu verdanken", betonte Porsch. "Berufliche Bildung muss sich an der Wirklichkeit orientieren und darf nicht zu einer schulischen Parallelwelt werden." Eckstein habe das vorgelebt. Rückblickend ergänzte Porsch: "Neue Ausbildungsangebote wurden geschaffen, Aktionen wie die Zukunftscoaches ins Leben gerufen. Teamarbeit, Delegieren und Eigenverantwortung waren die Richtschnur Ihres Handelns." Als weiteren Punkt nannte er das "geschickte Personalmanagement und die Mitarbeiterführung", die Eckstein auszeichneten.

Ecksteins Verdienste in Kolumbien würdigte der Fachberater für Deutsch als Fremdsprache in São Paulo, Wolfgang Theis. "Es war dir immer wichtig, Brücken zu bauen. Du kannst voller Stolz auf die Zeit in Kolumbien zurückblicken", sagte der Freund Ecksteins. "Unter deiner Leitung entwickelte sich die Deutsche Schule in Medellin zur besten deutschsprachigen Bildungseinrichtung Kolumbiens und zu einer der besten auch in ganz Lateinamerika."

Die Zukunft mitgestaltet

Der Abteilungsdirektor für den Bereich Schulen an der Regierung der Oberpfalz, Thomas Unger, sprach von einer beachtlichen Karriere. "Ecksteins Ziel war es stets, die Zukunft der Oberpfalz mitzugestalten." Unger empfahl: "Lassen Sie sich von der Welt überraschen. Genießen Sie den Ruhestand." Humorvoll zitierte Unger den Schauspieler Gustav Knuth: "Man ist in den besten Jahren, wenn der Bauch anfängt, selbstständig Karriere zu machen."

Per Video gratulierten viele Weggefährten, die bei der Feier nicht kommen konnten. Den Dank der Kollegen ließ der Personalratssprecher, Oberstudienrat Alexander Kolb, folgen. Im Namen des Sekretariats gratulierte Karin Ernstberger. Mit den Grüßen aus der Abteilung Holz- und Metallbau brachte sich Oberstudienrat Andreas Büttner ein. Gekommen war auch Vladimir Kasik von der Beruflichen Schule in Planá. Im Namen der Wiesauer Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement bedankte sich Studienrätin Karola Sandner.

Eckstein selbst meinte zum Abschied: "Man kann die Dienstbereitschaft, die mir entgegengebracht wurde, nicht in Worte fassen." Erfreut über die große Anzahl der Gäste, die mit ihm Abschied feierten, fügte der scheidende Schulleiter hinzu: "Schon immer war es mein Hauptziel, dass wir gute Schüler heranbilden, von denen die Wirtschaft profitieren kann." Eckstein bezeichnete es als eine "große Ehre", seinem Land dienen zu dürfen. "Ich habe die Aufgabe gerne wahrgenommen." Bei der Verabschiedung wurde bekannt, dass der bisherige Stellvertreter, Thomas Metzler, Ecksteins Nachfolge antreten wird.

Hintergrund:

Dr. Wolfgang Eckstein sagt seiner Schule auf Wiedersehen

Dr. Wolfgang Eckstein war von 1984 bis 1988 erstmals am Beruflichen Schulzentrum tätig. Danach - bis 1993 - führte ihn sein Weg ins Bayerische Kultusministerium. Von 1994 an leitete er sechs Jahre lang die Deutsche Auslandsschule in Kolumbien. 2000 kehrte Eckstein nach Wiesau zurück, um die Bildungsanstalt zu leiten.

In seiner Laudatio würdigte Landrat Wolfgang Lippert die Verdienste Dr. Wolfgang Ecksteins, der seit 2000 die Leitung am Beruflichen Schulzentrum Wiesau innehatte.
Der ehemalige Stellvertreter und langjährige Weggefährte Dr. Ecksteins, Erich Porsch (zweiter von rechts) lobte den scheidenden Schulleiter für seine fachliche Kompetenz und für seine enge Verbundenheit mit dem Beruflichen Schulzentrum am Standort Wiesau.
Der bisherige Schulleiter, Dr. Wolfgang Eckstein, freute sich über die vielen Gäste, die ihn auf seinem Weg in den Ruhestand begleiteten. Im Bild – von links – Bürgermeister Toni Dutz, Wolfgang Theis, Landrat Wolfgang Lippert, Dr. Wolfgang Eckstein und Thomas Unger. Eckstein scherzte: „Dreimal Wolfgang, nebeneinander an einem Tisch.“ Das sei ein sehr schöner Zufall.
Zahlreiche Kollegen aus den schulischen Fachbereichen, zudem aus dem Sekretariat, Hausmeister und andere Ehrengäste waren der Einladung ins Lehrerrestaurant gefolgt, um sich von Dr. Wolfgang Eckstein zu verabschieden.
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