Es kommt nur selten vor, dass nicht das Gemeindegebiet, sondern der Luftraum über den Wiesauer Dächern auf der Tagesordnung einer Marktgemeinderatssitzung steht. "Die Maßnahme ist notwendig, um an genauere Fotos und Daten zu kommen, die aber aus Gründen des Datenschutzes nur intern verwendet werden dürfen", kommentierte Bürgermeister Toni Dutz das im Oktober eingegangene Angebot der Dortmunder Aerowest GmbH, die im kommenden Jahr das Gemeindegebiet überfliegen wird, um dabei Bilder zu machen.
Auch wenn die weiteren Informationen - "True Orthophoto", "Pixelbasiertes Dense Image Matching" oder "LAS-Format" - nur wenig aufschlussreich erschienen, war die Sache eigentlich allen Markträten klar: Nicht nur vom Markt Wiesau selber, auch von den Ortsteilen und der Umgebung sollen mit Mitteln der modernen Technik detaillierte Luftaufnahmen erstellt werden. Empfohlen hatte die Maßnahme das Nürnberger Ingenieurbüro Miller, das sich vor wenigen Monaten an die Dortmunder Fachfirma gewandt hatte, um von dort ein Angebot und nähere Details einzuholen.
"Mit den Daten können wir die Ortsentwicklung, die Bebauung, Versiegelung und noch mehr besser verfolgen", versprach Bürgermeister Toni Dutz damit auch eine deutliche Erleichterung bei der Erstellung eines verbesserten Flächenkatasters. Zudem ließ Dutz anklingen, dass die Daten ausgewertet werden, um sie auch in die hydraulischen Berechnungen zum Kanalleitungsnetz einfließen zu lassen. "Die Angaben sind zudem für die Erschließung neuer Baugebiete notwendig", machte er deutlich und empfahl, dem Angebot grünes Licht zu geben. "Die Beauftragung ist noch in diesem Jahr erforderlich", mahnte der Bürgermeister und erklärte, dass sich Aerowest (spätestens bis zum Jahreswechsel) die fehlenden Überflugrechte sichern müsse. Kosten wird das Ganze rund 15 400 Euro (inclusive Mehrwertsteuer). "Den Betrag werden wir in den Haushalt 2020 einarbeiten", so Bürgermeister Toni Dutz nach dem einstimmigen Beschluss der Gemeinderäte.
Neue Wasserleitungen
Das örtliche Kanal- und Wasserleitungsnetz muss in weiten Teilen erneuert werden. "Wir werden nicht umhin kommen, Geld für weitere Investitionen in die Hand zu nehmen", verwies Bürgermeister Toni Dutz auf die 2020 und 2021 geplanten Sanierungsarbeiten in Wiesau, um die Versorgung und Entsorgung auf sichere Beine zu stellen. "Rechtzeitig sollten wir daher einen Beschluss fassen, um an Fördergelder zu kommen", mahnte Dutz. Er verwies auf die "Härtefallschwelle 1", die man den Berechnungen zu Folge erreichen werde. Gefördert werden aber nur Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen, die bis 31. Dezember 2021 beendet werden. Die längenabhängige Förderung beträgt pro saniertem Meter Wasserleitung 120 Euro. Mit 180 Euro pro saniertem Meter werden die Abwasserrohre bezuschusst. Die Förderung sei aber auf maximal 90 Prozent der Ausgaben gedeckelt, ergänzte Dutz. Bei den Abwasseranlagen beträgt die Förderung 250 Euro pro angeschlossenem Einwohner. Auch hier sei die Bezuschussung auf maximal 70 Prozent der Kosten gedeckelt, fügte Dutz hinzu.
Anonymes Urnenfeld
Am Friedhof wurde heuer eine Fläche angelegt, die 80 anonymen Urnenwiesengräbern Platz bietet. Dafür wurde jetzt auch eine Grabnutzungs-Gebühr kalkuliert. Als Basisjahr diente 2015. "Hieraus errechnet sich eine Gebühr von jährlich 16 Euro", informierte Bürgermeister Toni Dutz und empfahl die im November erstellte Kalkulation auf den Weg zu bringen. Nach einstimmigem Gemeinderats-Beschluss wurde die Änderung der Friedhofs- und Bestattungs-Gebührenordnung gebilligt. Die neue Satzung tritt eine Woche nach Bekanntmachung in Kraft.















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