19.03.2020 - 16:23 Uhr
WiesauOberpfalz

BRK Wiesau bleibt stark gefordert

Der Jahresrückblick bei der BRK-Jahreshauptversammlung beweist, dass 2019 vor allem eines war: arbeitsintensiv. Und in Zeiten von Corona wird die Arbeit bestimmt nicht weniger.

Bei der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche BRK-Mitglieder geehrt. Das BRK und Bürgermeister bzw. stellvertretender Kreisvorsitzender Toni Dutz (8. von rechts) gratulierten zu den Auszeichnungen.
von Werner RoblProfil

Auch nach der Indienststellung des neuen HvO-Fahrzeuges zeigte sich Bereitschaftsleiter Robert Wolfrum immer noch bewegt: "Wir sind überwältigt, welche Anerkennung und Wertschätzung unsere Arbeit erfahren durfte." Innerhalb weniger Monate kamen rund 35 000 Euro zusammen, um die Anschaffung eines neuen Einsatzautos zu ermöglichen. "Wir haben uns bei jedem Spender einzeln per Brief bedankt", kommentierte Wolfrum den Aufwand.

Die Helfer vor Ort waren das Stichwort, um einen Blick auf die Arbeitsgruppe zu werfen. "Waren es vor zehn Jahren noch rund 200 Alarmierungen pro Jahr, so habe sich die Zahl inzwischen verdoppelt. Die Erreichbarkeit unserer HvO-Ehrenamtlichen liegt bei 91 Prozent", so der Bereitschaftsleiter.

Die Corona-Krise geht auch am BRK nicht spurlos vorbei. Wolfrum warb um Verständnis, dass entsprechende Maßnahmen getroffen wurden. "Zum ihrem Schutz werden die Helfer derzeit auch nicht bei jedem Einsatz angefordert." Sicher zeige man dafür Verständnis, erklärte Wolfrum. Seiner Meinung nach sollte der Ausnahmefall seitens der Integrierten Leitstelle oder vom Kreisverband aber auch öffentlich bekannt gemacht werden. Er begründete die Forderung mit einer gewissen Fairness den Bürgern und Unterstützern gegenüber, die "Vertrauen, aber auch eine gewisse Erwartungshaltung ins Rote Kreuz setzen".

1200 Stunden im Einsatz

Zum Aufgabenfeld des BRK gehört auch der landkreisweit und darüber hinaus tätige Fachdienst "Betreuung". Die Summe der Einsätze bezifferte Wolfrum auf 302 Stunden. "Der Fachdienst ist angesehen und zuverlässig", dankte er den Frauen und Männern um ihren Leiter Ralf Arnold. Als Beispiele dafür, dass die Wiesauer auch anderswo gebraucht würden, nannte Wolfrum eine Vermisstensuche in Maiersreuth und verschiedene Einsätze, die zu Bränden nach Tirschenreuth, Pleußen, Unterwildenau, Masch oder Stein bei Plößberg, aber auch wegen Unfällen auf die nahe A 93 führten.

Wohl oder übel müsse sich das BRK Wiesau in zwei Jahren mit einer weiteren Fahrzeug-Ersatzbeschaffung befassen. "Keine Sorge, das Auto muss diesmal der Kreisverband als Kostenträger bezahlen", stellte Wolfrum klar. Gefordert sei die BRK-Bereitschaft auch bei der Ausbildung. Zuständig dafür sei ein bewährtes Team, das 2019 insgesamt 39 Kurse anbot, um rund 740 Personen für lebensrettende Maßnahmen zu schulen.

"Wir sind bei der Mittelbeschaffung und im sozialen Dienst aktiv", fügte Wolfrum hinzu. Rund 900 Stunden wurden für Spendensammlungen, zudem 400 Stunden an Freizeit für den Blutspendedienst geopfert. "Wenn wir auf die letzten zehn Jahre zurückblicken, dann waren es 5750 Menschen, die sich Blut abzapfen ließen", rechnete der Bereitschaftsleiter vor. Zudem war man bei weiteren 37 Terminen und 35 Erste-Hilfe-Einsätzen gefordert. "Die zusammengerechnet 1200 Stunden sprechen für sich."

Konzept für Seniorennachmittag

Sorgen bereitet der Ü-70-Nachmittag, zu dem man die Gäste immer schriftlich eingeladen hat. "Jetzt zeigen sich die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung. Das wird uns verwehrt", war Wolfrum verärgert. Er ließ aber erkennen, dass man nicht nur an der Art der Einladungen, sondern auch am Gesamtkonzept arbeite, um die Veranstaltung attraktiv zu halten. "Es ist nur ein Versuch, ob er Erfolg hat, wissen wir hinterher."

Hintergrund:

Jugend-Rot-Kreuz eine starke Truppe

Das 1976 ins Leben gerufene Jugend-Rot-Kreuz wird von den Gruppenleitern Ralf Arnold und Kathrin Ruhland betreut. Ihnen zur Seite stehen als Stellvertreter Wilfried Arnold, Christine Arnold und Theresa Maurer. Aktuell besteht der 33-köpfige Nachwuchs aus einer Kinder- und Jugendgruppe. Das Angebot beinhaltet auch eine Sanitäts-Grundausbildung und eine Rettungsdiensthelfer-Ausbildung. "Alle bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres sind eingeladen, bei uns mitzumachen", warb Kathrin Ruhland für den Beitritt. In ihrem Rechenschaftsbericht war von insgesamt 807 Einsatzstunden die Rede, ob bei Gruppenaktivitäten oder Projekten, Fortbildung, Hilfe bei Blutspendeterminen oder sozialem Dienst. Auch beim Kreiswettbewerb in Waldsassen, dem "Trau dich"-Programm in den Kindergärten und beim Tag der offenen Tür in der Mittelschule war das Jugendrotkreuz aktiv. Mitgestaltet hatte man einen Erlebnistag im Ferienprogramm. Zudem besuchte man den Feuerwehrnachwuchs "Löschdrachen". Auf dem gemeinsamen Programm stand ein Erste-Hilfe-Nachmittag. Lose verkaufte man beim Bürgerfest und war mit einem Angebot beim BRK-Gartenfest im Schulhof dabei. Eine weitere Gruppe für Kinder ab 5 Jahren sei geplant. (wro)

Ehrungen:

Den Höhepunkt der Jahreshauptversammlung bildete die Übergabe der Jahresspangen an die langjährigen BRK-Mitglieder und ehrenamtlich Aktive. Für 50 Jahre Treue wurden Gudrun Arnold und Wilfried Arnold ausgezeichnet. Geehrt für 45 Jahre wurde Richard Meierl. 25 Jahre sind Christel Bartos und Bernhard Buhr dabei, 15 Jahre Thorsten Liebscher. Für zehn Jahre wurde Sabine Müller geehrt. Für fünf Jahre Treue zum BRK wurden ausgezeichnet: Alois Eholzer, Heidi Eholzer, Volker Jacobi, Jürgen Lück, Helga Maurer, Josef Ruhland, Christa Schicker und Thorsten Schmeisser. Gewürdigt wurde auch der fünfjährige Bereitschaftsdienst von Anja Degner. Zudem dankte man Jessica und Vanessa Stalla für zehn Jahre Zugehörigkeit zum Jugend-Rot-Kreuz. Den Ehrungen folgten Grußworte von Bürgermeister Toni Dutz, stellvertretendem BRK-Kreisgeschäftsführer Sven Lehner und Christian Stahl als Vertreter der Bereitschaften. (wro)

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