07.07.2020 - 14:32 Uhr
WiesauOberpfalz

Egal war gestern begeistert die Fachschüler am BSZ

Einen gesunden Pausenverkauf organisieren, Coffee-to-go-Becher abschaffen, Nisthilfen für Bienen und Futterstellen für Vögel bauen: gemeint sind damit Nachhaltigkeitsprojekte, an denen die „Egal war gestern“-Teilnehmerschulen Hand anlegen.

Das von Corona jäh gestoppte Projekt „Egal war gestern“ am BSZ wird von Oberstudienrätin Ute Döhler (links) geleitet. Nach der schulischen Zwangspause wurde die bayernweite Aktion jetzt fortgeführt, um einen Teil der Planungen zu verwirklichen.
von Werner RoblProfil

Auch die Staatliche Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement mit ihren 11. Klassen hatte sich beworben und die Unterstützung des Landesverbandes für Vogelschutz erhalten. Nachdem die Corona-Pandemie den teilnehmenden Schülern und ihrer Lehrkraft, Umweltmultiplikatorin Oberstudienrätin Ute Döhler, zuerst einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, konnte wenigstens ein Teil der Planungen verwirklicht werden.

Einer der Kernpunkte war die Verschönerung und ökologische Aufwertung des Schulcampus. Die Schüler suchten sich dazu ein 13 mal 8 Meter großes Fleckchen Wiese im hinteren Bereich des Geländes aus, um es in Zusammenarbeit mit der fachlichen Betreuerin Ute Döhler in ein Insekten- und Vogelparadies verwandeln.

Um das Ziel zu verwirklichen, pflanzten Kleingruppen unter anderem eine Echte Mispel. Man entschied sich für diesen Baum, weil er heute selten sei, kommentierte die Schulleitung die Auswahl der Pflanze. "Noch vor hundert Jahren war die Mispel oft in Bauern- und Obstgärten zu finden." Doch dann sei das Obstgehölz in Vergessenheit geraten, obwohl es mit seinen großen, weißen Blüten und der ausladenden Krone einen hohen Zier-Wert habe. Schon Hildegard von Bingen habe die heilende Wirkung geschätzt. Wie aus Kreisen der Projekt-Gruppe zu erfahren war, sollen die kleinen, gelben Früchte nach der Ernte in der Schulküche zu Gelee, Mus, Chutneys und anderen Köstlichkeiten verarbeitet werden.

Außerdem entschied sich das Team für die Anpflanzung von zwei Buddleja-Sträuchern, weil der Sommerflieder die Schmetterlinge anlockt. Dazu gesellte man den ebenfalls bei Insekten beliebten Storchschnabel. Zudem wurden drei kleinere Blühfelder mit ein- und zweijährigen Wildblumensamen angelegt. Im sogenannten Upcycling (aus Alt mach Neu) wurden - noch vor der Corona-Pandemie - aus Milchkartons Vogelfutterstellen gebastelt, um sie mit Bio-Vogelfutter zu füllen. "Die kleinen Kunstwerke werden nach den Ferien die Sträucher und Bäume zieren", informierte die Schulleitung.

Begleitet wird die praktische Arbeit im Deutsch-Unterricht von der dazu passenden Lektüre, die Felix Finkbeiner 2013 unter dem Titel "Alles würde gut" veröffentlichte. Bereits im Kindesalter begründete der heute 22-jährige Autor und Naturfreund die Initiative "Plant for the Planet". Zudem erinnerte die Schulleitung an die von Felix Finkbeiner und seinem Vater Frithjof ins Leben gerufene, weltweite Kampagne "Stop talking. Start planting", die sowohl bei Kindern wie Erwachsenen ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen soll. Ziel der Aktion ist es, weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen.

Ute Döhler freute sich über die Motivation der Schülerinnen und lobte die Begeisterung, mit der man nicht nur die Wünsche der Gäste, zudem auch die der Tier- und Pflanzenwelt erfüllen konnte. Der Schulleiter, Oberstudiendirektor Thomas Metzler, bedankte sich für den "schön und nützlich gestalteten Bereich" am damit weiter aufgewerteten Berufsschulzentrum.

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