Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth wieder öfter im Einsatz

Wiesau
07.11.2022 - 14:03 Uhr

Die Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth sind mehr denn je gefordert. Die Zahl der Einsätze steigt. Außerdem wird für Kreisbrandrat Andreas Wührl ein Nachfolger gesucht.

"Nach zwei Jahren Einschränkungen und Zurückhaltung bei der Aus- und Fortbildung in allen Bereichen der Feuerwehr geht es langsam aber deutlich aufwärts", betonte Kreisbrandrat (KBR) Andreas Wührl bei der Herbstdienstversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Pfarrzentrum Wiesau. In seinem Rechenschaftsbericht beleuchtete er auch die Planungen und aktuellen Baustellen der Wehren in den Kommunen. „Nur mit einer ausgezeichneten Ausstattung an Fahrzeugen und Geräten können wir die Menge an Einsätzen auch wirkungsvoll abarbeiten“, fasste der Kreisbrandrat zusammen.

Kritik übte der Wiesauer an den Absagen vieler Lehrgänge an den Staatlichen Feuerwehrschulen (SFS) wegen des G-7-Gipfels: „Das ist sehr ärgerlich, auch der Landesfeuerwehrverband Bayern hat sich massiv beschwert." Er holte weiter aus: „Es kann nicht sein, dass ehrenamtlich tätige Feuerwehrdienstleistende sich für einen Lehrgang an einer Staatlichen Feuerwehrschule bis zu einem Dreivierteljahr im Voraus anmelden, dies mit dem Arbeitgeber abklären und dann wenige Wochen vor Lehrgangsbeginn eine Absage von den SFS erhalten.“ Dafür habe in der heutigen Zeit niemand mehr Verständnis.

Neue Imagekampagne

Als „gut angenommen“ bezeichnete Wührl das Lehrgangsangebot für die Wehren im Landkreis. Auf große Resonanz stießen die Online-Schulungen, Fahrertraining und der Übungscontainer am zeitlich befristeten Standort Waldeck. Gute Erfahrungen hätten die Aktiven auch mit dem neuen Einsatzfahrten-Simulator gemacht.

„Erfreulich ist, dass der Personalbestand der aktiven Feuerwehrdienstleistenden auch im bisherigen Jahresverlauf konstant blieb“, warf Wührl einen Blick in die Personalstatistik. Derzeit leisten im Landkreis Tirschenreuth „knapp über 4000 Frauen und Männer aktiven Feuerwehrdienst.“ Wichtig sei die Gewinnung von Nachwuchskräften. „Die neue Imagekampagne ‚Wir sind Ehrenamt‘ soll verdeutlichen, dass die Feuerwehren nicht nur unbezahlbare Hilfeleistungen durchführen, sondern auch Jugendarbeit und sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten." Gefördert werde außerdem "der Zusammenhalt in der Gemeinde.“ Aktuelles Diskussionsthema sei die stärkebezogene Alarmierung. Zudem würden die Gremien dran arbeiten, die Alarmierungen zu optimieren.

Über 400 Brandeinsätze

Die Einsätze in 2022 sind deutlich gestiegen. Bis zum Stichtag 1. November wurden 2049 Alarmierungen erfasst (zum Vergleich: 2020: 1839 Einsätze, 2021: 1855). Die Zahl der Einsatzstunden bezifferte Wührl auf 27 016. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme“, mahnte er. „Bis zum Jahresende werden sich die Einsatzzahlen noch weiter erhöhen.“ Wührl lieferte weitere Zahlen: Brandeinsätze 404, technische Hilfeleistungen 1344. Der Rest verteilt sich auf sonstige Einsätze.

Am Ende warf der 64-Jährige einen Blick auf den 26. Mai 2023. „Mit Vollendung meines 65. Lebensjahres endet meine Amtszeit.“ Wührl dankte für die „kameradschaftliche und faire Zusammenarbeit. Gerade in den letzten zweieinhalb Jahren hat sich gezeigt, welche Aufgaben auf ein Ehrenamt zukommen können.“ Die Dienstversammlung, bei der Wührls Nachfolger bestimmt wird, ist für Ende März oder Anfang April 2023 geplant.

Die Nachwuchsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr beleuchtete Kreisbrandmeister Wolfgang Bauer. Von 101 Feuerwehren haben 88 eine Jugendgruppe gemeldet. Der Krummennaaber sprach von einer „konstanten Mitgliederzahl.“ Von den 603 gemeldeten Jugendlichen seien ein Drittel weiblich. Zudem gibt es 21 Kinderfeuerwehren (aus 27 Wehren) mit 310 Mädchen und Buben. Ansprechpartner für den Nachwuchs seien Stefanie Spörrer und Bastian Peetz (beide Feuerwehr Groschlattengrün) und Lena-Sophie Nemsow (Mitterteich).

Eine besondere Auszeichnung wurde dem Kommandanten der Feuerwehr Mitterteich, Franz Bauernfeind, verliehen. In Anerkennung seines 40-jährigen Wirkens als aktiver Feuerwehrmann bekam er das Ehrenkreuz in Silber des Landesfeuerwehrverbandes. Grußworte sprachen Landrat Roland Grillmeier und der Zweite Bürgermeister der Marktgemeinde Wiesau, Michael Dutz. Für die Polizeiinspektionen sprach Erster Polizeihauptkommissar Günther Burkhard (Tirschenreuth). Die Grüße des BRK überbrachte der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Sven Lehner.

Hintergrund:

Ehrungen Kommandanten, Kreisbrandinspektoren (KBI) und Kreisbrandmeister (KBM)

  • 15 Jahre: Richard Prieschenk, Christian Busch (beide Feuerwehr Atzmannsberg-Köglitz), Stefan Dumler (Rodenzenreuth), Tobias Tippmann (Waldsassen), Christian Blohmann (Wiesau), Thomas Simmerl (Wildenreuth), KBI Stefan Gleißner (Wiesau) und KBM Herbert Thurm (Wildenreuth).
  • 20 Jahre: Konrad Ernstberger (Helmbrechts), Matthias Bothe (Pfaffenreuth), Andreas Philipp (Pullenreuth) und Martin Stangl (Unterbruck).
  • 25 Jahre: KBM Günther Fachtan (Walbenreuth).
  • 30 Jahre: Peter Weismeier (Höflas b. Kemnath), Ernst Braunreuther (Kulmain) und KBI Otto Braunreuther (Kemnath).
 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.