Im Vorjahr waren es im ganzen Jahr 2006 Einsätze, wie Kreisbrandrat Andreas Wührl bei der zweieinhalbstündigen Dienstversammlung der Kommandanten deutlich machte. Ein Ereignis, das die Wehren einen Tag lang nahezu pausenlos in Atem hielt, war der Eisregen vor einigen Tagen. Die Zahl der zurückliegenden Brandeinsätze bezifferte Wührl auf 484. Im Vorjahr waren es 73 weniger. "Deutlich gestiegen sind die Fehlalarmierungen", bedauerte der Sprecher. 172 Einsätze (Vorjahr 141) gab es, ohne dass die Feuerwehren eingreifen mussten. Ansteigend seien auch die technischen Hilfeleistungen, rechnete der Kreisbrandrat vor. Aktuell waren die Aktiven im Landkreis in 1510 Fällen gefordert. Voriges Jahr waren es noch 1325 Einsätze. Als augenfällig bezeichnete Wührl auch den Anstieg der Konflikte mit Insekten. Zuletzt seien dies 123 gewesen. Um der Arbeit gerecht zu werden, wird in die Ausrüstung viel investiert. Tragkraftspritzenfahrzeuge, Mannschaftstransport- und Tanklöschautos wurden angeschafft und in Dienst gestellt. Abgeschlossen oder in Planung sind zudem auch die Arbeiten an verschiedenen Feuerwehrhäusern. "Wir werden sie detailliert in der Landkreisbroschüre vorstellen", versprach der Kreisbrandrat. Viel getan habe sich auch bei der Ausbildung, informierte der Wiesauer. "Hier konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden."
Die Atemschutzübungsanlage in Neuhaus habe sich bewährt. "Sie läuft problemlos", lautete seine Bilanz. Zudem wies Wührl darauf hin, dass in Neuhaus im vorhandenen Gebäude oder auf dem benachbarten Grundstück unter der Federführung des BRK das "Bayerische Ausbildungszentrum für besondere Einsatzlagen" entstehen wird. "Der Übungsbetrieb geht bereits im kommenden Jahr los", versprach er. Als wenig optimal bezeichnete er die "Heiß-Ausbildung" der Atemschutzträger. "Die Anzahl der freien Plätze, die im Würzburger "Brandhaus" zur Verfügung gestellt werden, ist leider viel zu gering", bedauerte er. Gut angenommen werde das Fahrertraining mit feuerwehreigenen Fahrzeugen, mit denen realitätsnah geschult werden könne. "Der Digitalfunk läuft ohne Schwierigkeiten." Nichts Neues hatte der Kreisbrandrat jedoch von der digitalen Alarmierung zu berichten. Die werde noch einige Zeit auf sich warten lassen. "Einen Zeitplan kann ich derzeit nicht nennen", betonte der Kreisbrandrat. Konstant blieb die Zahl der 4000 Aktiven.
Die gute Arbeit der Feuerwehren würdigten auch stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Polizeihauptkommissar Werner Schönfelder von der PI Tirschenreuth und Rettungsdienstleiter Peter Astashenko vom BRK.
In seiner Grußrede bedauerte stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler die rückläufigen Zahlen, was den Nachwuchs betrifft. "Im Landkreis ist die Welt noch in Ordnung", freute er sich zugleich über die Jugendarbeit im Landkreis. „2017 ist die Zahl der Jugendfeuerwehrler in der Oberpfalz erstmals von 10 453 auf nur noch 9 032 und damit unter die 10 000er Marke gerutscht“, rechnete er vor. Besorgniserregend sind aber die Negativschlagzeilen an den Einsatzorten. „Die Pöbeleien nehmen zu.“ Scherzend zitierte der Sprecher den Eglinger Pfarrer Manfred Wurzer: „All denen, die Helfer tätlich angreifen, möge der Herr 14 Tage Durchfall schicken und zwar ohne Papier in der Nähe. Amen!“
„Ich will dass wir noch besser werden“, betonte Astashenko vom BRK mit Blick auf die gemeinsamen Übungen. Im Namen der gastgebenden Marktgemeinde sprach Bürgermeister Toni Dutz den Feuerwehren seine Anerkennung aus. „Das Umfeld wird für die Feuerwehren nicht leichter“, bedauerte er. Das Zitat Pfarrer Wurzers könne er inhaltlich nur unterstrichen, bekannte Dutz.
Das Steckkreuz in Gold erhielt Kreisbrandrat Andreas Wühl für seine Verdienste. Für 15 Jahre Dienstzeit als Kommandant oder stellvertretender Kommandant wurden mit Urkunden und Geschenken ausgezeichnet Reinhard Bayer (Feuerwehr Walbenreuth), Willi Lippold (Schwarzenbach), Thomas Schüßler (Kemnath) und Alfred Vogel (Pechbrunn). Seit 20 Jahren sind in dieser verantwortungsvollen Funktion tätig Jürgen Plannerer (Schönreuth) und Thomas Schimmel (Poppenreuth b. Waldershof), seit 25 Jahren Michael Dötsch (Kastl), Heribert Hecht (Schurbach), Ludwig Kugler (Kastl) und Kreisbrandinspektor Lorenz Müller. Seit 30 Jahren arbeiten in leitender Funktion Kreisbrandmeister Albert Fröhlich, Helmut Heser (Werksfeuerwehr Siemens Kemnath), Konrad Kolb (Pfaffenreuth), Edwin Pfohl (Neudorf-Rosenbühl) und Ludwig Schedl (Naab). Seit 35 Jahren Kommandant ihrer Feuerwehr sind Richard Hess (Groschlattengrün), Hans Steinkohl (Guttenberg) und Kreisbrandmeister Alois Schindler.














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