10.03.2020 - 13:28 Uhr
WiesauOberpfalz

Geringe Blendwirkung von Solargebiet erwartet

Nicht unumstritten ist der Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Fürstenhof. Nun ergab das in Auftrag gegebene „Blendgutachten“, dass keine gravierenden Auswirkungen zu erwarten seien.

Susanne Heller vom Sinzinger Planungsbüro Bartsch war gefragte Ansprechpartnerin in der von Bürgermeister Toni Dutz (rechts) geleiteten Marktratssitzung.
von Werner RoblProfil

„Es hat sich seit der letzten Sitzung eigentlich nicht viel geändert“, verwies Susanne Heller vom Ingenieurbüro Bartsch im Marktrat Wiesau auf den Punkt der Tagesordnung „vorhabenbezogener Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan für das Sondergebiet Sonnenenergienutzung Fürstenhof“. Entstehen soll die Freiflächenanlage zwischen Fuchsmühl und Wiesau.

In der Dezember-Sitzung war von Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch empfohlen worden, zeitnah auch ein sogenanntes „Blendgutachten“ einzuholen. Mit der Arbeit beauftragte man die Hamburger Fachfirma Solpeg GmbH, die die Ergebnisse zusammenfasste. Heller stellte die Resultate jetzt vor. Sie betonte, dass nur vereinzelte Punkte festgestellt wurden, die zu „geringen Blendwirkungen führen könnten“. Die Fachfrau erinnerte an anderer Stelle aber an die spätere Begrünung, die man im Gutachten noch nicht berücksichtigen konnte. Heller schob nach: „Damit würden sich die Werte nochmal verbessern.“ Das wirke sich doch aber erst später aus, gab SPD-Marktrat Georg Wurzer zu bedenken. Heller gab dem Fraktionssprecher in diesem Punkt recht.

Der insgesamt etwa 9,4 Hektar große Änderungsbereich bei Fürstenhof liegt an der Gemeindeverbindungstraße von Fuchsmühl nach Wiesau. Entstehen soll die Solarpark-Fläche in einem landwirtschaftlichen Gebiet etwa 350 Meter östlich der Ortschaft Fürstenhof. Die von der Solpeg GmbH durchgeführte Untersuchung sollte klären, ob von der Photovoltaik-Anlage eine Blendwirkung auf schutzbedürftige Zonen im Sinne der sogenannten Licht-Leitlinie ausgehen könnte. „Dies gilt insbesondere für Anwohner der umliegenden Gebäude und für die vorbeiführende Straße“, erklärte Susanne Heller und erklärte die vorgelegte Dokumentation im Detail. Die Untersuchung wurde an fünf Messpunkten durchgeführt. „Für die Anwohner der Ortschaft Fürstenhof ist eine relevante Beeinträchtigung nicht gegeben“, zitierte Heller die Erkenntnisse von Solpeg. Das Gleiche gelte auch für die Einwohner im benachbarten Triebendorf, fügte Heller hinzu. Triebendorf gehört zum Gemeindegebiet Wiesau und liegt rund einen Kilometer von der Immissionsquelle entfernt. Zudem deutete Heller an, dass Verkehrsteilnehmer auf der östlich verlaufenden Straße durchaus von Reflexionen erreicht werden könnten. „Die Reflexionen liegen aber außerhalb des für den Fahrzeugführer relevanten Sichtwinkels“, fuhr die Fachberaterin fort und fasste zusammen: „Laut Gutachten kann die Blendwirkung als geringfügig klassifiziert werden. Daher werden auch keine speziellen Sichtschutzmaßnahmen empfohlen.“ Bis auf die CSU-Gemeinderäte Wolfgang Stock aus Kornthan und Helmut Oppl aus Leugas stimmten alle Räte für die Entwürfe des Bebauungsplanes „Sonnenenergienutzung Fürstenhof“.

Interkommunales Gewerbegebiet bleibt im Gespräch:

Einstimmig auf den Weg gebracht wurde in der Marktratssitzung die Bauleitplanung für das Sondergebiet „Interkommunale Gewerbefläche für Logistik“. Vom 27. Dezember bis 31. Januar konnten sich die Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange zur Änderung des Flächennutzungsplans äußern. Susanne Heller vom Planungsbüro Bartsch machte deutlich, dass sich aufgrund der Stellungnahmen keine Änderungen ergaben, die eine erneute Auslegung notwendig machen. Fertig sei auch der Erschließungs- und Entwässerungsplan.

Marktrat Georg Wurzer legte sein Augenmerk auf die Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes, die Änderungen für das Sondergebiet vor allem im Hinblick auf die Nähe zum Trinkwasserschutzgebiet durch ein fachkundiges Büro beurteilen zu lassen. Der Schutz des Brunnens habe aus gesundheitlicher und hygienischer Sicht höchste Priorität, zudem sollte auf die sachgerechte Entsorgung des Schmutzwassers und bei der Versickerung von Niederschlagswasser auf eine etwaige Beeinflussung der Trinkwasserbrunnen geachtet werden, forderte die Behörde. „Uns erwartet noch viel Arbeit“, forderte der SPD-Fraktionssprecher dazu auf, die Stellungnahme aus dem Wasserwirtschaftsamt ernst zu nehmen.

Während der Auslegungszeit hatte ein Wiesauer Bürger im Rathaus protokollieren lassen, dass die prognostizierten Lastwagen das vorhandene Straßennetz überlasten könnten. Als Lösung schlug er eine Ringstraße vor. Zudem sollten die Ruhezeiten der Lkw-Fahrer berücksichtigt und genügend Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. „Man wird dies in den Abwägungsvorgang mit einbeziehen“, versprach Susanne Heller. Man müsse sich der Tatsache bewusst sein, dass ein verstärkter Lkw-Verkehr zu erwarten sei.

Susanne Heller vertrat das Sinzinger Planungsbüro Bartsch und nahm zu vielen Planungs-Themen Stellung.
Kurz notiert:

Pläne für Baugebiet "Sonnenhang" überarbeitet

Das künftige Siedlungsgebiet nennt sich „Kreuzberg Ost - Am Sonnenhang“ und soll als Bauland erschlossen werden. Einige Hürden müssen aber noch überwunden werden. Die begehrten Grundstücke am Nordrand waren Thema im Marktrat. Einstimmig gebilligt wurde die nochmalige Änderung des Bebauungsplan-Entwurfes.

Bürgermeister Toni Dutz erinnerte daran, dass der Entwurf bereits im Mai 2019 auf den Weg gebracht wurde. „Aufgrund der Erschließungsproblematik der Ortsstraße Gartenweg erfolgte eine Überarbeitung.“ Die Verwaltung war beauftragt worden, die Bürger und Träger der öffentlichen Belange erneut am Verfahren zu beteiligen. Vorgestellt wurden die Pläne von Susanne Heller vom Sinzinger Planungsbüro Bartsch.

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