21.07.2019 - 12:58 Uhr
WiesauOberpfalz

Großer Bahnhof für zwei Seelsorger

Noch netter kann man kaum "Auf Wiedersehen" sagen: Der Wiesauer Pfarrer und der Falkenberger Seelsorger, die beide in diesen Tagen ihre Wirkungsorte verlassen, wurden herzlich von den Gläubigen verabschiedet.

von Ulla Britta BaumerProfil

Damit haben die beiden Geistlichen wirklich nicht gerechnet: Am Freitagabend wurden Pfarrer Maximilian Roeb und Pfarrvikar Franklin Mboma Emboni von den Wiesauern und den Falkenbergern mit einem wunderschönen Fest verabschiedet. Dabei machte es keinen Unterschied, dass Pfarrer Roeb nur zwei Jahre in Wiesau und Pfarrvikar Franklin nur drei Jahre in Falkenberg tätig waren. Den Geistlichen schlug Herzlichkeit entgegen.

Das Fest begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael in Wiesau, gemeinsam von Roeb und Franklin gestaltet. Beide waren überwältigt von der großen Anzahl an teilnehmenden Gläubigen und davon, dass nahezu alle Ministranten gekommen waren - sowie viele Fahnenabordnungen und Mitglieder der Wiesauer Vereine.

Im Pfarrgarten

Auch das Wetter spielte mit, so dass die Gläubigen im Pfarrgarten ihre Seelsorger hochleben lassen konnten. Weil es das letzte Fest mit Roeb und Franklin sein sollte, hatten sich der Wiesauer Pfarrgemeinderat und die Ministranten bei den Vorbereitungen sehr angestrengt. Auch viele Falkenberger, die bisher keine Gelegenheit gefunden hatten, ihren Pfarrvikar Franklin zu verabschieden, waren unter den Gästen.

Nette Anekdoten

Pfarrgemeinderatssprecher Hubert Konz erinnerte unter anderem an Pfarrer Roebs Ankunft vor zwei Jahren, als er wegen des Umbaus nicht in den Pfarrhof ziehen konnte. Konz ließ weitere nette Anekdoten Revue passieren, die Pfarrer Roeb als einen Menschen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck herausstellten. Er bedankte sich bei Roeb, der die Pfarrei mit Herzlichkeit, Menschlichkeit und viel Humor geführt habe. "Wir beneiden die Gläubigen, die unseren Herrn Pfarrer jetzt bekommen", sagte Konz und wünschte den beiden Geistlichen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Roeb bekam als Geschenk eine bestickte Stola, Franklin eine Spende für seine Heimat Kongo.

Nach zwei Musikstücken von der Gruppe "Canto Di Gioia", wo der 49-jährige Franklin mittrommelte, feierten die Ministranten ihren Pfarrer ein letztes Mal. "Zuerst mussten wir uns an seine spontane Art gewöhnen und dass wir auch in Trachten oder im Sportdress ministrierten", sagte Sprecherin Franziska Lang. Pfarrer Roeb sei immer gut gelaunt gewesen, lautete das nette Urteil der Minis über ihren "Dienstherrn". Zum Abschied bekam Roeb Süßigkeiten von den Ministranten sowie zwei einstudierte Loriot-Sketche geschenkt, die Magdalena und Raphael Oppl aufführten. Großes Gelächter gab es, als Seelsorger Maximilian Roeb nach den Sketchen spontan äußerte: "Wenn das mit Frauen so anstrengend ist, bleibe ich lieber beim Zölibat."

Sprecherin Maria Sailer bedankte sich bei Pfarrvikar Franklin für sein Wirken, auch in Wiesau. Sie erinnerte an viele Gottesdienste mit afrikanischen Gesangeinlagen während der Wandlung und das "Einnebeln" der Kirchgänger mit viel zu viel Weihrauch, was die Ministranten sehr fasziniert habe. Viele weitere Kirchengemeindemitglieder, wie das Kinder- und Familiengottesdienst-Team, beschenkten die Pfarrer mit netten Abschiedsgaben und Glückwünschen für die Zukunft. Roeb und Franklin bedankten sich überschwänglich für das schöne Abschiedsfest.

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