(wro) Der Verkehr kann nach der Sanierungsphase wieder ungehindert rollen. Bei der Einweihung des fertiggestellten Teilabschnitts "Nord" wurde auch der neu gestaltete Kindergartenvorplatz mit Sitzgelegenheiten, die Kunstwerke aus dem Atelier Erwin Otte schmücken, übergeben. Der untere Teil der Hauptstraße, wo ebenso eine Neugestaltung geplant ist, muss noch einige Zeit warten. "Im kommenden Jahr werden wir den Bahnhof in Angriff nehmen", informierte Bürgermeister Dutz über den Renovierungsstart am inzwischen gemeindeeigenen Gebäude.
"Es gibt noch einiges zu tun", fasste Dutz den Baufortschritt im nördlichen Teil der Hauptstraße zusammen. Derzeit fehlen noch ein 24 Meter langes Edelstahlgeländer und eine behinderten- und kinderwagenfreundliche Lösung am Eingangsbereich des Kindergartens. "Für eine endgültige Kostenbilanz fehlen noch einige Rechnungen", bedauerte Toni Dutz, keine konkreten Zahlen nennen zu können. Man spreche aber von einem vorsichtig gerechneten Kostenvolumen in Höhe von rund 1,05 Millionen Euro. "Die Sanierung erfolgte bei laufendem Betrieb", erinnerte der Rathauschef an die Monate, als Handwerker und Baufahrzeuge das Hauptstraßenbild prägten. Dass die Behinderungen teils auf massive Kritik, selten aber auf die der Anlieger stießen, bestätigten auch Tiefbauunternehmer Thomas Streber und seine Leute.
"Tolle Bepflanzung", freute sich Dutz über die Gartenbau-Maßnahme, bei der zwar ein alter Obstbaum geopfert werden musste, dafür aber zwei junge Bäume gepflanzt wurden. Zusätzlich könne ein Grünstreifen genutzt werden, wandte er sich an die Leitung des Kindergartens. "Früher war hier alles grün", erinnerte der Bürgermeister an das historische Straßenbild. Wiedererstanden sei auch die ehemals vorhandene Allee: "Jetzt haben wir wieder das vermisste Grün."
"Lebensbegleitende Geschichten wie Hase und Igel, Katze und Maus waren die Grundlagen meiner Idee", beschrieb Künstler Erwin Otte die Bronze-Figuren, die den Platz vor dem Kindergarten zieren. Strahler sorgen bei Dunkelheit für eine märchenhafte Stimmung rund um die geschwungenen Granitsteine, die vor dem Kindergartengebäude positioniert wurden. "Der Hase läuft mit dem Igel um die Wette. Die Katze und einige Mäuse haben den zweiten Stein neugierig in Beschlag genommen", beschrieb Otte das einladende Ensemble. Hinzu kommen mit bunten Blumen bepflanzte Steinwürfel.
"Die vielgelobte Sitzgruppe wird gerne angenommen", ließ der Bürgermeister wissen. Mit heiteren Liedern umrahmten die kleinen Gäste das Eröffnungsfest vor ihrer Haustüre. Zur Einweihung waren neben den am Bau Beteiligten und Anliegern auch Pfarrer Maximilian Roeb und dessen evangelischen Amtsbruder Martin Schlenk gekommen. In seiner Predigt sprach der katholische Pfarrer von Wegen, die man gehen müsse: "Sie sind verschieden und individuell." Leicht sei der Weg in den Kindergarten, andere Ziele seien oftmals schwerer zu erreichen. "Wir segnen nicht den Asphalt, sondern die Menschen, die den neugeschaffenen Weg gehen werden", betonte Roeb.
Zum Stichwort Parkplatznot wies Bürgermeister Dutz noch auf vier großzügige Flächen hin. Er empfahl dringend, diese zu nutzen und die Parkordnung an der neugestalteten Straße zu beachten. Danke sagte er allen Beteiligten und Anliegern. Mit dem symbolischen Scherenschnitt durchs weiß-blaue Band wurde die Hauptstraße offiziell eröffnet.
Wiesau
24.06.2018 - 11:01 Uhr
Hase, Igel und viel Grün
von Werner Robl
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.


























Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.