Wiesau
24.06.2018 - 11:01 Uhr

Hase, Igel und viel Grün

Seit dem Spatenstich vor gut einem Jahr hatte jeder, der den oberen Teil der Hauptstraße nutzen wollte, mit Behinderungen zu rechnen. Nicht allen gefiel das, war bei der Fahrbahn-Freigabe am Kindergarten St. Elisabeth zu hören.

Gemeinsam mit Gästen eröffnete Bürgermeister Toni Dutz die neugestaltete Hauptstraße. Die Arbeiten dauerten knapp  ein Jahr. Zu einem Blickfang wurden Granit-Steinbänke und kunstvoll gestaltete Figuren aus dem Atelier Erwin Otte.  Bild: wro wro
Gemeinsam mit Gästen eröffnete Bürgermeister Toni Dutz die neugestaltete Hauptstraße. Die Arbeiten dauerten knapp ein Jahr. Zu einem Blickfang wurden Granit-Steinbänke und kunstvoll gestaltete Figuren aus dem Atelier Erwin Otte. Bild: wro

(wro) Der Verkehr kann nach der Sanierungsphase wieder ungehindert rollen. Bei der Einweihung des fertiggestellten Teilabschnitts "Nord" wurde auch der neu gestaltete Kindergartenvorplatz mit Sitzgelegenheiten, die Kunstwerke aus dem Atelier Erwin Otte schmücken, übergeben. Der untere Teil der Hauptstraße, wo ebenso eine Neugestaltung geplant ist, muss noch einige Zeit warten. "Im kommenden Jahr werden wir den Bahnhof in Angriff nehmen", informierte Bürgermeister Dutz über den Renovierungsstart am inzwischen gemeindeeigenen Gebäude.

"Es gibt noch einiges zu tun", fasste Dutz den Baufortschritt im nördlichen Teil der Hauptstraße zusammen. Derzeit fehlen noch ein 24 Meter langes Edelstahlgeländer und eine behinderten- und kinderwagenfreundliche Lösung am Eingangsbereich des Kindergartens. "Für eine endgültige Kostenbilanz fehlen noch einige Rechnungen", bedauerte Toni Dutz, keine konkreten Zahlen nennen zu können. Man spreche aber von einem vorsichtig gerechneten Kostenvolumen in Höhe von rund 1,05 Millionen Euro. "Die Sanierung erfolgte bei laufendem Betrieb", erinnerte der Rathauschef an die Monate, als Handwerker und Baufahrzeuge das Hauptstraßenbild prägten. Dass die Behinderungen teils auf massive Kritik, selten aber auf die der Anlieger stießen, bestätigten auch Tiefbauunternehmer Thomas Streber und seine Leute.

"Tolle Bepflanzung", freute sich Dutz über die Gartenbau-Maßnahme, bei der zwar ein alter Obstbaum geopfert werden musste, dafür aber zwei junge Bäume gepflanzt wurden. Zusätzlich könne ein Grünstreifen genutzt werden, wandte er sich an die Leitung des Kindergartens. "Früher war hier alles grün", erinnerte der Bürgermeister an das historische Straßenbild. Wiedererstanden sei auch die ehemals vorhandene Allee: "Jetzt haben wir wieder das vermisste Grün."

"Lebensbegleitende Geschichten wie Hase und Igel, Katze und Maus waren die Grundlagen meiner Idee", beschrieb Künstler Erwin Otte die Bronze-Figuren, die den Platz vor dem Kindergarten zieren. Strahler sorgen bei Dunkelheit für eine märchenhafte Stimmung rund um die geschwungenen Granitsteine, die vor dem Kindergartengebäude positioniert wurden. "Der Hase läuft mit dem Igel um die Wette. Die Katze und einige Mäuse haben den zweiten Stein neugierig in Beschlag genommen", beschrieb Otte das einladende Ensemble. Hinzu kommen mit bunten Blumen bepflanzte Steinwürfel.

"Die vielgelobte Sitzgruppe wird gerne angenommen", ließ der Bürgermeister wissen. Mit heiteren Liedern umrahmten die kleinen Gäste das Eröffnungsfest vor ihrer Haustüre. Zur Einweihung waren neben den am Bau Beteiligten und Anliegern auch Pfarrer Maximilian Roeb und dessen evangelischen Amtsbruder Martin Schlenk gekommen. In seiner Predigt sprach der katholische Pfarrer von Wegen, die man gehen müsse: "Sie sind verschieden und individuell." Leicht sei der Weg in den Kindergarten, andere Ziele seien oftmals schwerer zu erreichen. "Wir segnen nicht den Asphalt, sondern die Menschen, die den neugeschaffenen Weg gehen werden", betonte Roeb.

Zum Stichwort Parkplatznot wies Bürgermeister Dutz noch auf vier großzügige Flächen hin. Er empfahl dringend, diese zu nutzen und die Parkordnung an der neugestalteten Straße zu beachten. Danke sagte er allen Beteiligten und Anliegern. Mit dem symbolischen Scherenschnitt durchs weiß-blaue Band wurde die Hauptstraße offiziell eröffnet.




Das weiß-blaue Band ist durchschnitten. Nun können sowohl die Straße, als auch das schmucke Ensemble vor dem Kindergarten offiziell genutzt werden. wro
Das weiß-blaue Band ist durchschnitten. Nun können sowohl die Straße, als auch das schmucke Ensemble vor dem Kindergarten offiziell genutzt werden.
Künstler Erwin Otte war in die künstlerische Gestaltung des Kindergarten-Vorplatzes mit eingebunden. „Die Kinder werden die Tiere in ihr Herz schließen“, freute sich der Reuther über das fertige Ensemble am Kindergarten „Sankt Elisabeth“. wro
Künstler Erwin Otte war in die künstlerische Gestaltung des Kindergarten-Vorplatzes mit eingebunden. „Die Kinder werden die Tiere in ihr Herz schließen“, freute sich der Reuther über das fertige Ensemble am Kindergarten „Sankt Elisabeth“.
Die Steinbänke seien aus heimischem Granit, die Figuren aus Bronze gefertigt, beschrieb Erwin Otte (3. von rechts) sein vollendetes Werk an der Hauptstraße. wro
Die Steinbänke seien aus heimischem Granit, die Figuren aus Bronze gefertigt, beschrieb Erwin Otte (3. von rechts) sein vollendetes Werk an der Hauptstraße.
Das Rahmenprogramm gestalteten die Buben und Mädchen vom Kindergarten an der Hauptstraße. wro
Das Rahmenprogramm gestalteten die Buben und Mädchen vom Kindergarten an der Hauptstraße.
Gesegnet wurden die Straße und der Platz von Pfarrer Maximilian Roeb und Pfarrer Martin Schlenk (an der Treppe von links). Roeb sprach in seiner Ansprache von Wegen, die man gehen müsse. wro
Gesegnet wurden die Straße und der Platz von Pfarrer Maximilian Roeb und Pfarrer Martin Schlenk (an der Treppe von links). Roeb sprach in seiner Ansprache von Wegen, die man gehen müsse.
Eingeladen waren zur Feier die Anlieger, ebenso auch Vertreter der ausführenden Firmen und Vertreter aus der Kommune. Viele wollten dabei sein, wenn der fertiggestellte Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben wird. wro
Eingeladen waren zur Feier die Anlieger, ebenso auch Vertreter der ausführenden Firmen und Vertreter aus der Kommune. Viele wollten dabei sein, wenn der fertiggestellte Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben wird.
Aus der Hauptstraße wurde eine grüne Lunge. Bäume bestimmen fortan das Gemeindebild. Das freute auch Künstler Erwin Otte. wro
Aus der Hauptstraße wurde eine grüne Lunge. Bäume bestimmen fortan das Gemeindebild. Das freute auch Künstler Erwin Otte.
 
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