06.01.2019 - 16:40 Uhr
WiesauOberpfalz

Hoffen auf Wiesauer Babyboom

Gekrönte Faschingshoheiten, zünftig aufspielende Musiker, eine Teichnixe: Auch diesmal hat Bürgermeister Toni Dutz beim Neujahrsempfang eine illustre Gästeschar geladen. Und dann sind da auch noch Gäste, die ohne Einladung gekommen sind.

Pfarrer Maximilian Roeb war nicht alleine gekommen. Begleitet wurde der katholische Geistliche von seinen Sternsingern und Oberministrantin Franziska Lang.
von Werner RoblProfil
Toni Dutz wurde bei seiner Neujahrsansprache vom Gesangverein aus Schönhaid begleitet.
Ein Glas Zoigl-Senf, hergestellt in der Region, bekamen die Redner vom Bürgermeister geschenkt. „Damit kann jeder seinen Senf dazugeben“, meinte das Gemeindeoberhaupt.
Unter den vielen Gästen befanden sich auch die Prinzenpaare und ehemaligen Hoheiten von „Weiß-Blau“.
Toni Dutz (links) im Gespräch mit Pfarrer Martin Schlenk.
Traditionell kommen auch die Geistlichen zu Wort. Hier: der evangelische Pfarrer Schlenk aus Mitterteich.
Für neue Sänger sei immer Platz, versprach der Gesangverein Schönhaid unter der Leitung von Gottfried Hofmann.
Singen macht Freude, bekannte Chorleiter Gottfried Hofmann von der Schönhaider Liedertafel.
Neujahrsempfang in Wiesau
Im Sitzungssaal war kaum Platz.

Unter den zahlreichen Besuchern beim Neujahrsempfang befanden sich neben der kommunalen Politprominenz, der Geistlichkeit, Vertretern der Vereine, Banken und Verbände auch die Wiesauer Prinzenpaare, Teichnixe Sophia Bächer sowie eine Delegation der Polizei, der Feuerwehr und des BRK.

29 Geburten gezählt

Bürgermeister Toni Dutz zeigte sich beim 41. Neujahrstreffen der Marktgemeinde, das nach dem vorübergehenden Umzug ins Pfarrzentrum, wieder am gewohnten Ort stattfand, gut aufgelegt. "Ich begrüße Sie in der Hochschul- und Nordgaugemeinde, die sich seit wenigen Monaten auch 'Genussort' nennen darf", hieß Bürgermeister Toni Dutz seine zahlreichen Gäste willkommen.

Auf seinem Wunschzettel für die Zukunft standen auch mehr Geburten. Die 29 Buben und Mädchen, die im vorigen Jahr zu Welt gekommen sind, seien zwar erfreulich, die Zahl müsse aber gesteigert werden. Das Gemeindeoberhaupt ließ auch den Nordgautag und die zahlreichen anderen Feste Revue passieren.

Vieles sei geschehen. "Mit dem ersten Spatenstich konnte auch das interkommunale Industriegebiet eröffnet werden." Die Sanierung des Rathauses sei nahezu abgeschlossen. Dem Bahnhof werde man sich zeitnah widmen, versprach er. "Wir können sagen: Es war ein gutes Jahr.", fasste Dutz die vielen Punkte zusammen. Zudem mahnte er aber zur Bescheidenheit: "Zu hohe, zu viele Ziele: Wer alles auf einmal ändern will, scheitert verlässlich."

Als humorvoller "Gastredner" zeigte sich Sänger-Dirigent Gottfried Hofmann, dem Dutz - für alle überraschend - das Wort erteilte. Hofmanns "Werbeblock" gestaltete sich - nach und nach - zu einem flammenden Plädoyer für das Singen im Verein. "Einmal entspannen und einen Raum zum Klingen bringen." Das könne man bei der Schönhaider Liedertafel. "Neugierig geworden? Dann kommen Sie einfach vorbei", empfahl Hofmann einen Blick in die Singstunden zu werfen. Am Klavier begleitete Manfred Riedl. Den Melodienreichtum ergänzte die Falkenberger Zoiglmusik, die sich - aufgrund der vielen Auftritte in Wiesau - wohl in Wiesauer Zoiglmusik umbenennen müsse, meinten Dutz.

Nordgautag ein Höhepunkt

Traditionsgemäß hatte danach die Geistlichkeit das Wort. Für die evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde sprach Pfarrer Martin Schlenk. "Der Nordgautag war ein Höhepunkt", bekannte der Mitterteicher. Dass dort kein ökumenische Gottesdienst stattfinden konnte, sei längst vergessen. Wiesau habe trotzdem ein Zeichen setzen können. "Danke an alle Vereine und Fahnenabordnungen, die den Nordgautag-Gottesdienst in unserer evangelischen Pfarrkirche besucht haben." Auch das sei ein Zeichen gelebter Ökumene.

Die "geschenkte Zeit" stellte Pfarrer Maximilian Roeb in den Mittelpunkt seiner Rede. Von guten Vorsätzen sollte man sich distanzieren. Roeb empfahl, weniger auf den Body-Mass-Index und andere Äußerlichkeiten zu schauen. "Verschenken Sie etwas von der Zeit, die Ihnen geschenkt wurde." Begleitet wurde der katholische Geistliche von Oberministrantin Franziska Lang und vier Sternsingern, um allen den Segen zu überbringen. "Sternsinger sind auch ohne Einladung herzlich willkommen", erinnerte Dutz an die Ausladung durch Bürgermeister Gsell, der beim Neujahrstreffen im unterfränkischen Zellingen die Sternsinger wieder nach Hause geschickt hatte.

"Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Traditionen nicht über Bord werfen und tun gut daran, diese auch zu pflegen", mahnte Dutz. Dazu gehöre auch die Bayernhymne, die Toni Dutz persönlich anstimmte.

Infokasten:

Dutz ehrt Sieger des Blumenschmuck-Wettbewerbs

„Einen wertvollen Beitrag für ein schönes Ortsbild“ nannte Bürgermeister Toni Dutz den alljährlichen Blumenschmuckwettbewerb, dessen Sieger beim Neujahrstreffen gekürt wurden. Seit nunmehr drei Jahrzehnten bewertet eine Jury mit Vertretern aus den Reihen der beiden Siedlergemeinschaften, des Obst- und Gartenbauvereins und der Gemeindeverwaltung den Blumenschmuck der Bauern- und Siedlungshäuser. Punkte und Preise erhalten auch die Hobby-Gärtner auch für die Gestaltung der Fassaden.

Ein „Hervorragend“ in der Kategorie „Siedlungshäuser“ bekamen Monika Konrad (Schönfelder Straße), Hermine Meier (Tannweg) und Conny Mois (Triebendorf). Je ein „Sehr gut“ erhielten Renate Fritsch (Birkenweg), Martina Fröhler (Triebendorf), Hans Konz (Kolpingstraße), Gabi Pappenberger (Kreuzbergweg) und Bettina Sirtl (Teichlbergweg).

Mit einem „Hervorragend“ in der Kategorie „Bauernhäuser“ wurde die Mühlhoferin Gabi Eichenseher ausgezeichnet. „Sehr gut“ bekamen Martina Oppl und Tanja Wührl (beide aus Leugas). Der Preis für die schönste Fassadengestaltung (Note „hervorragend“) wurde Anni Burger im Wiesauer Gemeindeteile Schönhaid (Tannenloheweg) zugesprochen.

Hintergrund:

Dutz ehrt die „Menschen des Jahres“

Seit gut 15 Jahren rücken beim Neujahrsempfang auch Männer und Frauen in den Mittelpunkt, die Herausragendes geleistet haben. „Rund 250 Personen konnten bereits ausgezeichnet werden“, rechnete Toni Dutz vor. „Unsere Gesellschaft braucht Gemeinsinn, wir Menschen sind aufeinader angewiesen“, hob Dutz an Die Namen ließ er im Anschluss folgen.

Wiesauer „Menschen des Jahres“ waren für ihn diesmal die Gewinner des Nordgautag-Malwettbewerbes Marvin Ponath, Martina Psakova und Samuel Ahl, der das Titelbild der Festschrift gestaltet hatte. Weiter zeichnete Dutz Christa und Josef Polata, Ausbilder beim Musikverein Wiesau, aus. Für den baulichen Unterhalt der Muckenthaler Kapelle „Maria, Trösterin der Betrübten“ ehrte der Bürgermeister die Brüder Josef und Emmeram Bächer. „Die Renovierung geht weiter“, versprach Dutz bei der Ernennung zu „Menschen des Jahres“.

Ralf Strobl ist Chauffeur des inzwischen zur Faschings-Legende gewordenen gelben Cabrios. Seit der Gründung der „Weiß-Blauen“ ist Strobl als Fahrzeuglenker bei den Faschingsumzügen dabei. „Und das bei jedem Wetter“, bekannten die Prinzenpaare Nadine I., Rudi I., Petra I. und Bernard I., die Ralf Strobl begleiteten.

Ein „Mensch des Jahres 2018“ ist auch Bertl Simon, die sich seit einem Jahrzehnt bei der Mitterteicher Tafel ehrenamtlich engagiert. Zweimal in der Woche bindet sie sich die Tafel-Schürze um, damit die Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln versorgt werden. Auf Vorschlag der Feuerwehr wurden Fabian Krämer, Andreas Loos und Michael Köhler geehrt. Sie retteten einem Journalisten beim Rewe-Brand das Leben. Der Mann hatte Herzkammerflimmern. Durch den spontanen Einsatz – mit Defi und Herzdruckmassagen – wurde der Kreislauf stabilisiert und die Herzfrequenz wiederhergestellt.

Florian Schaumberger, Sportler vom SV Schönhaid, wurde für sein Engagement bei der Integration junger Flüchtlinge sowie sein Bemühen um den fußballerischen Nachwuchs mit einer Auszeichnung bedacht. Aus den Reihen der „Eichenlaub-Lohengrin-Schützen“ kommt Fabian Stock, der sowohl bei regionalen als auch bei den Bezirks-, Bayerischen -und Deutschen Meisterschaften im Pistolenschiessen gute Erfolge erzielen konnte.

Mikka Trapp, Oliver Thiem und Hans Thiem wurden vom MSC Wiesau nominiert. Gewürdigt wurden auch die sportlichen Leistungen der mehrfachen Oberpfalz- und Bayerischen Meisterin in verschiedenen Lauf- und Hürdendisziplinen, Eva Korb vom TB Jahn Wiesau, und von Hammerwerferin Pia Schraml für Erfolge auf regionaler und überregionaler Ebene.

Selina Schraml gehörte auch zu den verdienten Menschen. Schramls sportliche Leidenschaft gehört ebenfalls dem Hammerwerfen. Neben ihrem Studium absolviert sie derzeit auch eine Ausbildung zur Übungsleiterin für Kinderleichtathletik. Mit dem Ehrentitel wurde zudem die Hammerwerferin Stella Behnke ausgezeichnet, die zahlreiche Medaillen und gute Platzierungen bei überregionalen Wettbewerben errungen hat.

Sie alle wurden zu „Menschen des Jahres 2018“ ernannt. Bürgermeister Toni Dutz (rechts) bedankte sich für ihr Engagement.
Sie tragen zur Ortsverschönerung bei. Beim Neujahrsempfang wurden auch die Preise für den Blumenschmuckwettbewerb übergeben.
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