17.01.2020 - 12:10 Uhr
WiesauOberpfalz

Indische Küche kommt an

Pater Charles John stammt aus Kerala in Südindien. Gemeinsam mit den Ministranten sorgt der Pfarrvikar dafür, dass für ein paar Stunden ein Hauch seines Heimatlandes ins Pfarrzentrum kommt.

Das Wasser lief den Ministranten schon bei den Vorbereitungen im Munde zusammen. Pfarrvikar Charles John (hinten, Dritter von rechts) erklärte, wie man indisch kocht und wie man in seiner Heimat lebt.
von Werner RoblProfil

Indien liegt viele Flugstunden von Wiesau entfernt. Dort ist vieles anders. "Vor allem die Essgewohnheiten." Der Speiseplan unterscheide sich in jeder Region, erzählt Pater Charles John, der die Ministranten der Pfarrei Sankt Michael ins Pfarrzentrum Wiesau gebeten hat, um gemeinsam mit ihm eine landestypische Menüfolge zuzubereiten.

Auf der Speisekarte stehen Reis mit Rindfleisch, Blumenkohl und Joghurtsoße. Als Dessert liegen gut gereifte Bananen bereit. Das für den Kochkurs benötigte Werkzeug - ein scharfes Messer und ein Schneidbrett - haben die Ministranten von zu Hause mitgebracht. "Zunächst müssen die Zutaten klein geschnitten werden", bittet Charles John, ihn bei den Vorbereitungen tatkräftig zu unterstützen. Bereit liegen auch die typisch riechenden Gewürze, die sich der indische Küchenchef, zusammen mit den anderen Zutaten, in einem Supermarkt besorgt hat.

Spontan zugesagt

Vor einigen Wochen schon hatte er den Ministranten-Küchenkurs "Südindisch kochen" angeregt und einen passenden Termin vereinbart. "Wir haben spontan zugesagt und waren ihm dankbar für den Vorschlag. Zudem freuten wir uns, dass wir auf diese Art einmal seine Heimat kennenlernen durften", sagt Oberministrantin Maria Sailer über das Angebot an die teilnehmenden Buben und Mädchen, denen die Arbeit und das Zuhören viel Spaß und Freude bereiten.

Mehr und mehr verbreitet sich der aromatische Duft von Curry, Ingwer und Koriander in der kleinen "Lehr-Küche", die man im Gruppenraum eingerichtet hat. Ganz nebenbei erzählt der redegewandte Inder auch von seiner Heimat am Indischen Ozean, von den Menschen und von dem, was bei ihnen täglich auf die Tische kommt. Einfließen lässt der Pfarrvikar auch die Bräuche und Gewohnheiten seiner Landsleute und fügt dann hinzu, dass man - bei ihm daheim - viel Wert auf das Miteinander und Zusammensein legt. "Das gilt auch bei der Esskultur, die bei uns großgeschrieben und sehr gepflegt wird", fährt der Geistliche fort.

Zudem berichtet er an anderer Stelle, dass in Südindien, wo er aufgewachsen ist, Fleisch, Fisch und Gemüse auf den Tellern liegt. "Im Norden meines Landes verzichtet man jedoch auf das Fleisch", erklärt der Pfarrvikar beim Ministranten-Kochkurs. Üblicherweise brauche man kein Besteck, kommentiert Charles John das Fehlen der Messer und Gabel neben den Tellern, die inzwischen herangeschafft werden. "Wir Inder essen mit den Fingern", bittet er, es ihm nachzumachen. Gesprochen wird ein indisches Tischgebet; dann darf man sich aus den Töpfen bedienen. Eingeladen ist auch Pfarrer Markus Nees, der schon gespannt war, was der Lehrmeister und seine Schützlinge zubereitet haben.

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