Wiesau
01.01.2024 - 13:58 Uhr
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Kämmerin Petra Wach blickt auf 40 Jahre im Wiesauer Rathaus zurück

Seit vier Jahren ist Petra Wach Kämmerin in der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau. An ihren ersten Arbeitstag kann sich die 56-Jährige heute noch erinnern. Ein Rückblick auf ihre berufliche Laufbahn, die vor 40 Jahren begann.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Krötenbändigerin vieler Millionen Euro sein werde", sagt Kämmerin Petra Wach humorvoll in ihrem Büro im Wiesauer Rathaus. Ihr berufliche Karriere hatte dort schon vor 40 Jahren am 1. September 1983 mit einer Lehre begonnen. Sie kommt auf ihre "nicht unbedingt übliche Laufbahn" zu sprechen. "Da ich den Großteil meiner Dienstzeit in der Finanzverwaltung verbracht und viele Jahre auch neben meiner eigentlichen Sachgebietstätigkeit im Steuer- und Abgabenwesen der Kämmerei zugearbeitet hatte, bekam ich einen großen Einblick in alle Aufgaben der Kämmerei."

2019 wurde ein neuer Kämmerer für die Verwaltungsgemeinschaft Wiesau gesucht. "Für diese Stelle habe ich mich dann beworben und hatte sogar, obwohl man mich kannte, ein Vorstellungsgespräch." Seitdem gehören zu ihren Aufgabengebieten die Haushaltsüberwachung, Jahresabschlüsse, Förderanträge und Gebührenkalkulationen. Als "ganz wichtig" beschreibt sie die Antragsbearbeitung für mögliche Stabilisierungshilfen der Marktgemeinden Wiesau und Falkenberg. "Wenn das Geld vom Freistaat kommt, hat sich der enorme Aufwand wenigstens gelohnt", sagt sie.

Sechs Haushalte

Stichwort Haushalte: Petra Wach muss sechs dieser umfangreichen Zahlenwerke ausarbeiten. Je eines für die Märkte Wiesau und Falkenberg, zudem eine für die Verwaltungsgemeinschaft und drei für die jeweiligen Schulverbände. Das Gesamtvolumen aller sechs aktuellen Haushalte beziffert die Kämmerin auf zusammengerechnet rund 34 170 000 Euro. Wie kommt es, dass Petra Wach sich so für Zahlen begeistern kann? Die Antwort der 56-jährigen Wiesauerin: "Mathematik war in der Schule mein Lieblingsfach." Sie ergänzt: "Das Jonglieren mit Zahlen fällt mir leicht." Als ihre "spannendste Zeit" bezeichnet sie das von ihr damals mitbetreute und bereits abgeschlossene Projekt "Revitalisierung der Burganlage" in Falkenberg. "Ich durfte praktisch alles hautnah miterleben und begleiten. Sie spricht von einer "extrem arbeitsintensiven und oftmals nervenaufreibenden, aber auch höchst interessanten Zeit".

Einen Großteil der täglichen Arbeit im Rathaus Wiesau erledige sie selbst, unterstützt werde sie dabei von zwei jungen Kollegen, die ihr "im Bereich Steuern und Abgaben hilfreich zur Seite stehen". Die 56-Jährige erinnert sich heute noch an ihren ersten Arbeitstag: "Der bestand eigentlich nur aus einer Einweisung und einer Vorstellungsrunde in den Büros. Dann wurde mein Arbeitsplatz eingerichtet und ich musste einige Verpflichtungserklärungen unterschreiben." Ihren Ausbildungsvertrag unterzeichnete Hubert Seidl, der damalige Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau-Falkenberg. Vereinbart wurde eine monatliche Vergütung in Höhe von 531 DM, als Entgelt für die Lehre zur Verwaltungsfachangestellten mit Fachrichtung allgemeine innere Verwaltung und Kommunalverwaltung. Dabei hätte Petra Wach auch andere berufliche Wege einschlagen können. "Hätte ich Abitur gemacht, wäre ich wahrscheinlich Lehrerin geworden", verrät sie.

Dreijährige duale Ausbildung

Nach der 10. Klasse am Stiftland-Gymnasium hatte sie sich als junge Frau für den Abschluss der Mittleren Reife entschieden. Was die berufliche Ausbildung betraf, war sie damals jedoch "noch sehr unschlüssig". Das Wiesauer Rathaus suchte eine Auszubildende, was letztlich ihr Interesse weckte. Dort ging Petra Wach damals schon "ein und aus", da sie ehrenamtlich in der Gemeindebücherei arbeitete. Beim Blick zurück auf die erfolgreiche Bewerbung und die spätere Entscheidung, im Wiesauer Rathaus zu bleiben, betont Petra Wach heute: "Ich habe meinen Entschluss, in meiner Heimatgemeinde zu arbeiten, noch nie bereut." Sie absolvierte eine dreijährige duale Ausbildung. Der Praxisteil fand im Rathaus Wiesau, der jeweilige Blockunterricht in der Kaufmännischen Berufsschule Regensburg und in der Bayerischen Verwaltungsschule in München statt. Mit großem Respekt blickt Petra Wach auf den damaligen Ausbildungsleiter und seinerzeit amtierenden Geschäftsleiter zurück: Manfred Steinberger, von dem sie "viel gelernt" habe.

Gefeiert wurde Petra Wachs 40-jähriges Dienstjubiläum im Landgasthof der Familie Gleißner in Muckenthal beziehungsweise im Rahmen der Weihnachtsfeier der Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs der Marktgemeinde Wiesau. Der langjährigen Verwaltungsangestellten und Kämmerin gratulierten Bürgermeister Toni Dutz, Geschäftsleiter Thomas Weiß und alle Kollegen. Petra Wachs Fazit: "Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich wohl nochmal Kämmerin werden."

Hintergrund:

Zur Person Petra Wach

  • Alter: 56 Jahre
  • Schulische Ausbildung: Mittlere Reife über das Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth
  • Lehre: vom 1. September 1983 bis 31. August 1986 im Rathaus Wiesau zur Verwaltungsfachanstellten (Fachrichtung allgemeine innere und Kommunalverwaltung)
  • Berufslaufbahn: 1. September 1986: Übernahme in das unbefristete Angestelltenverhältnis durch den damaligen Bürgermeister Fritz Fröhlich; 1. Dezember 1986: Bestellung zur Stellvertreterin des Kassenverwalters; 1. Januar 2019: Bestellung zur Kämmerin
  • Hobbys: Fahrradfahren, Lesen, Reiten, regelmäßiger Besuch im Fitnessstudio und Ausflüge in die „schöne Heimat und Natur“ mit ihrem Ehemann
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