18.02.2019 - 18:45 Uhr
WiesauOberpfalz

Kleine Hundedame überlebt mysteriösen Fenstersturz

Michael Friedrich und Eveline Klein läuft es immer noch kalt den Rücken herunter, wenn sie an die Vorfälle von Donnerstagabend denken. Ihr kleines Hundchen, nur ein paar Kilogramm schwer, wurde im ersten Stock aus dem Fenster geworfen.

Das Hundefräulein Emily ist zwar verletzt, aber überglücklich, dass sie bei ihrem Herrchen sein darf.
von Werner RoblProfil

Schauplatz des Vorfalls, der am Wochenende in der Marktgemeinde für viel Gesprächsstoff sorgte, war eine Sechs-Parteien-Wohnanlage nahe der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche. Dort wohnen Michael Friedrich und Eveline Klein in einer schmucken Wohnung im Erdgeschoss zusammen mit drei Katern und der dreijährigen, zierlichen Hundedame Emily – einer Vertreterin der Hunderasse „Prager Rattler“.

Das, was mit ihr passiert ist, macht Michael und Eveline sprach- und fassungslos. Während eines Aufenthalts von Michael Friedrich im Gemeinschaftskeller war der kleine Hund plötzlich weg. Friedrichs Vater, der dabei war, hatte nach Angaben des Besitzers gesehen, dass ein Mann den Hund dort an sich nahm. Kurze Zeit später fand Michael Friedrich den kleinen Vierbeiner verletzt im Garten. Wie die Polizei festgestellt hat, war er aus dem ersten Stock des Gebäudes aus einem Fenster geworfen worden. Ermittelt wird gegen einen Bewohner des Hauses, der beteuert, nichts mit dem Fall zu tun zu haben. Der Beschuldigte kündigte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien an, die Angelegenheit seinem Anwalt zu übergeben.

Das tierliebe Paar fühlt sich bereits seit einiger Zeit tyrannisiert: „Wir werden auf unterschiedlichste Art und Weise angegriffen“, klagt der Hundebesitzer. Momentan sei zum Beispiel der Lichtschalter an der Wohnungstür wie vom Erdboden verschwunden, unauffindbar sei zudem auch ein Teil der Türklingel. „Schon vorher fehlte einmal der Haustürgriff, so dass wir nicht mehr ins Gebäude gelangen konnten.“ Michael Friedrich berichtet weiter von Zigarettenkippen in den Blumenkästen, einer verunreinigten Fußmatte, Hundekot auf den Fensterbrettern, Schmierereien an den Kellerwänden, einer durchschnittenen Wäscheleine, zerstochenen Autoreifen im Keller und ausgeschütteter Farbe. Am Dachboden habe auch schon einmal Wäsche gefehlt, die zum Trocknen aufgehängt war. Die Beweggründe dafür könne man nur vermuten. Das Paar ist überzeugt, dass ein Nachbar dahintersteckt: „Wir halten das nicht mehr lange aus.“ Eveline Klein spricht sogar von einem permanenten Psychoterror, dem sie ausgesetzt seien. Als Friedrich am Donnerstagabend – ausgerechnet am Valentinstag – sein Hundchen in der Dunkelheit auf dem Rasen sah, wie es sich vor Schmerzen krümmte, war für ihn das Maß endgültig voll. Das Paar verständigte die Polizei, welche eine Anzeige wegen Tierquälerei aufnahm und nun in dem Fall ermittelt.

Spontan geholfen hat die im Ort praktizierende Tierärztin Dr. Annett Zimmermann, die ohne zu zögern ihren Feierabend opferte, um sich um den wimmernden Vierbeiner zu kümmern. Gleich in der Früh ging es am anderen Tag nach Marktredwitz, um dort eine weitere tierärztliche Versorgung zu veranlassen.

Emily, so wurde diagnostiziert, hat sich beim Fenstersturz eine schwere Wirbelsäulenprellung zugezogen. Festgestellt wurden auch Blut und Wasser in der Lunge. Mittlerweile geht es dem Hundchen den Umständen entsprechend einigermaßen gut. Eveline Klein weiß: „Sie hatte nicht nur einen, sondern gleich mehrere Schutzengel.“ Friedrich ergänzt: „Wir sind Dr. Zimmermann sehr dankbar, dass sie die Kleine gleich verarztet und sich liebevoll um sie gekümmert hat.“ Eine Konsequenz hat der Fall bereits. „Früher konnten wir Emily draußen im Hof frei herumlaufen lassen. Jetzt aber, nachdem das passiert ist, wird sie sich wohl oder übel an die Leine gewöhnen müssen“, bedauern die Wiesauer.

Der Zeitungs-, zudem auch der Onlinebericht in den Medien hängt als mahnendes Sinnbild an der Wohnungstür von Michael Friedrich und Eveline Klein.
Der „Wegweiser“ ist eindeutig und beleidigend zugleich. Welcher Schmierfink sich dort verewigt hat, lässt sich nur erahnen. Der überflüssige Wegweiser bleibt vorerst und wird nicht übertüncht
Die schlimmsten Ausdrücke hat Michael Friedrich überklebt.
Ein Kommentar erübrigt sich. Die Schmierereien setzen sich im Kellerbereich, den das Paar gemeinsam nutzt, weiter fort.
Hier an dieser Stelle habe Emily verletzt gelegen, beschreiben Michael Friedrich und Eveline Klein den weiteren Tathergang.
Emily und Michael Friedrich im Hinterhof, wo die Tierquälerei schließlich ihr Ende fand.
Die beiden Freunde haben sich wieder.
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