In seiner Sitzung am Dienstagabend befasste sich der Gemeinderat Wiesau mit einer Bauvoranfrage zum "Neubau einer Gewerbe- und Logistikimmobilie in der Industriestraße 43". Genannt wird das Areal, obwohl sich das dort früher ansässige Unternehmen längst aufgelöst hat, heute noch Kärner-Gelände. Die Gesamtgröße des Grundstücks beträgt rund 48.400 Quadratmeter.
Die in Düsseldorf ansässige DFI Real Estate Management GmbH & Co. KG möchte auf dem Gelände der ehemaligen Kärner-Bekleidungswerke eine neues und, wie das Unternehmen betont, nachhaltiges Logistikzentrum errichten. Wie seitens der Gemeindeverwaltung bekannt wurde, habe sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Industrie-, Gewerbe- und Logistikimmobilien spezialisiert. Um das Investitionsziel in Wiesau verwirklichen zu können, sollen die derzeit noch bestehenden Hallen zurückgebaut werden.
„Nach dem Rückbau des Altbestandes entstehen sozusagen auf den alten Mauern zwei neue Hallenkörper“, äußerte sich dazu Thomas Weiß, Geschäftsführer im Rathaus Wiesau, vor einigen Tagen gegenüber Oberpfalz-Medien. Weitere 1152 Quadratmeter seien für Büros und rund 2300 Quadratmeter für Lagerbereiche und sonstige Flächen vorgesehen. Zusammenfassend wurde der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, dass am künftigen Standort Wiesau eine Logistikfläche von insgesamt 28.800 Quadratmetern beziehungsweise eine Mietfläche von insgesamt 32.256 Quadratmetern, aufgeteilt in vier Einheiten, entstehen soll. Schaffen werde man zudem 50 Pkw-Stellplätze, um sie Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.
Fertigstellung Frühjahr 2024
Im Frühjahr 2024, so wenigstens hofft der Investor, soll alles fertig sein. Derzeit ist aber noch nicht bekannt, wann mit dem Rück- und Neubau begonnen werden kann. Keine Angaben macht der Investor derzeit zur Frage nach den Kosten für den später vermieteten Hallenkomplex.
„Das Bauvorhaben liegt innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile nach Paragraf 34 Baugesetzbuch“, informierte Bürgermeister Toni Dutz in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Das Vorhaben füge sich, so Dutz, „in die Eigenart der näheren Umgebung, Industriegebiet" ein. Der Bürgermeister berief sich dabei auf den Paragrafen 9 der Baunebenverordnung. Die Erschließung, so fügte der Gemeindechef hinzu, sei gesichert.
„Davon habt ihr sicher schon in der Presse gelesen“, verwies Dutz auf den Artikel in "Der neue Tag", der unter der Überschrift „Investor aus Düsseldorf plant neues Logistikzentrum in Wiesau“ zu Wochenbeginn darüber ausführlich informierte. „Den Artikel haben aber nicht wir angestoßen“, unterstrich Toni Dutz. Oberpfalz-Medien sei auf ihn zugekommen, betonte der Bürgermeister in der Sitzung.
Vorstufe zur Baugenehmigung
„Die Bauvoranfrage ist eine Vorstufe zur Baugenehmigung“, kommentierte Dutz die Verfahrensschritte. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass Bauanträge nicht von den Markträten genehmigt werden können. "Unsere Aufgabe ist es, sie zu befürworten." Die endgültige Genehmigung liege beim Landratsamt beziehungsweise den entsprechenden Stellen. Die Fachstellen hätten, so mutmaßte er, die Planunterlagen und Baubeschreibungen sicher bereits vorgeprüft. "Jetzt müssen das Landratsamt beziehungsweise die dafür zuständigen Fachstellen tätig werden“, schickte Dutz hinterher. An die zuständige Behörde könnten aber bereits jetzt etwaige Bedenken, Anmerkungen oder Anregungen gerichtet werden, schaltete sich Thomas Weiß ein. Der Geschäftsleitende Beamte im Rathaus empfahl daher, mit dem Landratsamt, falls Bedarf besteht, Kontakt aufzunehmen.
Dem von Bürgermeister Toni Dutz formulierten Beschlussvorschlag, um das „gemeindliche Einvernehmen“ für die Bauvoranfrage zu erteilen, folgte die Mehrheit der Wiesauer Markträte. Helmut Oppl (CSU) jedoch lehnte das geplante Vorhaben unkommentiert ab.















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