Wiesau
14.12.2018 - 11:00 Uhr

Platz für neue Einfamilienhäuser

Bauleitplanung und Bebauungspläne beschäftigen den Wiesauer Marktgemeinderat. Damit die Ziele transparenter werden, ist Stadtplaner Bernhard Bartsch vor Ort.

Am Gartenweg – östlich des Kreuzberges – sollen neue Wohnhäuser entstehen. Für das künftige Baugebiet gibt der Marktrat grünes Licht. Bild: wro
Am Gartenweg – östlich des Kreuzberges – sollen neue Wohnhäuser entstehen. Für das künftige Baugebiet gibt der Marktrat grünes Licht.

Von den Änderungen sei auch das Wohngebiet „Nördlich Marktplatz“ betroffen, ließ Bernhard Bartsch mit Blick auf die 27. Anpassung eingangs erkennen. „Aufgrund welcher Veranlassung muss der Bebauungsplan erneut geändert werden?“, wollte Marktrat Georg Wurzer wissen. „Liegen konkrete Bauanfragen vor?“, fügte der SPD-Fraktionssprecher hinzu. „Ja, die gibt es“, bestätigte daraufhin Geschäftsleiter Thomas Weiß. Bürgermeister Toni Dutz erklärte dazu: „Unser Ziel ist es, aus der momentan nicht nutzbaren Fläche insgesamt sechs Bauparzellen für Einfamilienhäuser zu schaffen.“ Die ursprüngliche Festsetzung habe dazu geführt, dass dort keine entsprechenden Wohngebäude mit Gärten errichtet werden konnten. Angedacht waren an dieser Stelle Mehrfamilienhäuser mit Reihengaragen. Davon sei man jetzt abgerückt, fasste Dutz zusammen. Laut Gemeinde liegt das Gebiet an der der Alfons-Goppel-Straße. „Die Änderung der betroffenen Parzellen 4 bis 15 erfolgt im beschleunigten Verfahren“, verwies Bürgermeister Toni Dutz auf Paragraf 13a im Baugesetzbuch. Der Änderungsantrag wurde ohne weitere Diskussion einstimmig befürwortet.

Bei einer Gegenstimme aus den Reihen der CSU wurde zudem der Entwurf für die Aufstellung eines sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungs- und Erschließungsplanes“ für die Sonnenernergienutzung in der Tongrube Einsiedel (Flurnummern 3355 und 3361) auf den Weg gebracht. Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans wird auch der Flächennutzungsplan geändert.

„Der vorhandene Bebauungsplan ist nicht mehr zeitgemäß“, informierte Städteplaner Bernhard Bartsch mit Verweis auf das Gelände „Zwischen den Bahnlinien“ im südlichen Teil Wiesaus. „Viele Festsetzungen passen einfach nicht mehr“, erkannte der Sinzinger. Auch hier empfahl er entsprechende Anpassungen. Für den geforderten Lärmschutz müsse aber nicht die Gemeinde sorgen“, beantworte Bartsch den Einwand des FW-Marktrates Manfred Vollath, der die Bahnlinie und die bevorstehende Elektrifizierung ins Blickfeld rückte. „Wir müssen abwarten, was noch kommt“, fügte Bartsch hinzu. Als Betroffene enthielten sich die Markträte Oliver Sturm und Thomas Streber der Abstimmung. Der Planungsentwurf von Bernhard Bartsch wurde befürwortet.

Am Wiesauer Kreuzberg soll ein neues Wohngebiet entstehen. „Für die Grundstücke oberhalb des Gartenweges liegen mehrere Bauanfragen für Einfamilienhäuser mit Garagen vor“, informierte Bürgermeister Toni Dutz. Derzeit muss aber noch geklärt werden, in welchem formellen Verfahren ein Bebauungsplan aufzustellen ist. „Damit wird das Ortsbild geschlossen, die Einkerbung am Ortsrand wird beseitigt“, freute sich Dutz über die positive Entwicklung auf den Feldern am nördlichen Ortsrand.

Eine grundlegende Machbarkeitsstudie über die Erschließung wurde bereits in Auftrag gegeben. „Wir werden uns aber zeitnah über das Thema Bauzwang unterhalten müssen“, mahnte der Bürgermeister. Eine reine Vorratshaltung der späteren Grundstückseigner ohne Bauwillen lehnte Dutz ab. „Die Grundstücke dürfen keine reinen Geldanlagen sein.“ Mit Nachdruck verdeutlichte Toni Dutz: „Die Gemeinde will wachsen. Wir wollen neue Bürger gewinnen.“ Wenn es nach dem Willen der Markträte geht, dürfen am östlichen Kreuzberg die Flächen veräußert und danach gebaut werden. Einstimmig hob man für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Gartenweg“ die Hand. Man müsse aber dort für eine ausreichende Entwässerung sorgen, mahnte zweiter Bürgermeister Fritz Holm als betroffener Anlieger.

Sonnenenergie soll an der Tongrube „Einsiedel“ genutzt werden. Bild: wro
Sonnenenergie soll an der Tongrube „Einsiedel“ genutzt werden.
Das städtebauliche Ziel der Wiedernutzbarmachung am Baugebiet „Nördlich Marktplatz“ rückt in den Mittelpunkt der Debatte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bild: wro
Das städtebauliche Ziel der Wiedernutzbarmachung am Baugebiet „Nördlich Marktplatz“ rückt in den Mittelpunkt der Debatte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.
 
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