Vor geladenen Gästen wurde nun die zeitlich befristete Markt-Lösung ihrer Bestimmung übergeben. Zugegen waren neben der Bezirksmanagerin Anja Ludwig auch die bekannten Kräfte des neu eingekleideten Rewe-Personals. Gekommen waren auch Bürgermeister Toni Dutz, Markträte und Vertreter der Vermietergemeinschaft. Eingeladen waren Mitarbeiterinnen der befreundeten "Mitterteicher Tafel", die Grundschulkinder mit Rektorin Inge Dick und Mittelschulrektorin Andrea Schiml.
Als Zeichen für die Wertschätzung der Bevölkerung war ein roter Teppich ausgerollt. Bereits am Eingang wurde jeder mit einem Begrüßungssekt oder -orangensaft in Empfang genommen. Inhaberin Andrea Fürst, sichtlich bewegt, musste unzählige Hände schütteln. An der Leinwand wurde noch einmal an den Großbrand erinnert, als Bezirksleiterin Ludwig das Rednerpult betrat. "So schnell wurde noch kein Rewe-Markt eröffnet", bekannte sie. Inhaberin Andrea Fürst habe die Ärmel hochgekrempelt. Unterstützt wurde die Unternehmerin von ihrer Familie und dem ihr treu gebliebenen Personal. "Auf einer Verkaufsfläche von rund 570 Quadratmetern wurde zwar nicht der modernste Rewe-Markt geschaffen", bekannte die Unternehmenssprecherin. Man habe aber versucht, das bekannte Sortiment, so weit es möglich war, hier abzubilden, ergänzte Anja Ludwig, der die Freude ins Gesicht geschrieben war. Verzichten - aus Platzgründen - musste man jedoch auf die Filialen der Bäckerei und des Fleischerfachgeschäftes.
"Ich möchte mich bei der Marktgemeinde Wiesau bedanken", ergriff Andrea Fürst das Wort. Mit tränenerstickter Stimme fügte sie hinzu, dass es die vielseitige Unterstützung und die Anteilnahme waren, die ihr die Entscheidung, weiterzumachen, leicht gemacht hätten. "Wiesau ist zu meiner Heimat geworden. Das Gefühl, eine Gemeinschaft geschenkt zu bekommen, ist das Wertvollste, was man sich nur denken kann." Mit einem Geschenk sagte Bürgermeister Toni Dutz "wieder willkommen in Wiesau". Den kirchlichen Segen spendete der Falkenberger Pfarrvikar Franklin Mboma Emboni.
4. August 2018: Kurz nach 22 Uhr heulen die Sirenen. Der feuerrote Himmel über Wiesau verheißt nichts Gutes. Der Rewe-Markt steht in Flammen. Die Löschkräfte sind bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Schnell weicht die Hoffnung der Ernüchterung. Nach Sonnenaufgang zeigt sich das Ausmaß der Zerstörung: Die Ruine muss abgerissen werden. Doch die Wiesauer möchten ihren Rewe-Markt wiederhaben. Fieberhaft wird nach einer Übergangslösung gesucht. Der Zufall kommt zu Hilfe. Wenige Wochen später wird eine bisher vom Netto-Konzern genutzte Ladenfläche am Marktplatz frei. Als Nachmieter bietet sich Rewe an. (wro)

















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