Toni Dutz geht im Frühjahr in den Ruhestand. Jahrzehntelang lenkte er als Marktrat, Zweiter Bürgermeister und zuletzt als Chef im Rathaus die Geschicke der Marktgemeinde Wiesau. Mit stehenden Ovationen würdigten die Zuhörer am Montag, am Ende der Bürgerversammlung, das Wirken von Toni Dutz. Dieser erwiderte die Anerkennung und erklärte: „Ich bedanke mich bei Ihnen ausdrücklich.“ Dutz versicherte: „Ich habe das Amt gerne ausgeführt und wünsche der Marktgemeinde und den Bürgern eine gute Zukunft.“
Die Rede des scheidenden Gemeindeoberhauptes war ein flammendes Plädoyer für den Heimatort, dessen Bewohner, Verwaltung und Bauhof. „Ich habe auch Fehler gemacht“, bedauerte der Chef im Rathaus. Gearbeitet habe er stets zum Wohl der Bürger und der Gemeinde, unterstrich der langjährige Kommunalpolitiker.
Zu häufig Tempo 30?
Zuvor, als letzten Tagesordnungspunkt der Bürgerversammlung, hatten die Zuhörer das Wort. Ambros König warf die Frage auf, ob die im Ort mehrfach angewendeten Tempo-30-Regelungen baustellenbedingt oder gar Dauerlösungen seien. Verkehrszeichen, die nicht überwacht werden können, seien sinnlos, wusste Dutz. Werner Härtl berichtete, dass im Bereich des Friedhofs, in der Pfarrer-Ferstl-Straße, meist schneller als 30 km/h gefahren werde. Dutz betonte: Seiner Ansicht nach seien manche Beschränkungen nicht gerechtfertigt. Dutz betrachtete die Beiträge als Auftrag der Bürgerversammlung, sich der Sache zeitnah im Marktrat anzunehmen.
Danach erkundigte sich Josef Schuller, ob und wo ein weiteres interkommunales Gewerbegebiet geplant sei. Die Antwort des Geschäftsleiters im Rathaus, Thomas Weiß: Falls dies zum Tragen käme, dann an der Autobahn. „Die Verwirklichung aber hängt vom Interesse der Unternehmen ab.“ Zu bedenken gab Weiß, dass man von einer Vorlaufzeit von bis zu acht Jahren ausgehen müsse.
Die Zukunft des Containerbahnhofs interessierte Armin Eger. „Es geht weiter“, erwiderte Bürgermeister Dutz. Dem schwelenden Gerücht, dass der Bahnhof über 16 Millionen Euro Sanierungskosten verschlinge, traten Dutz und Geschäftsleiter Weiß entgegen. „Das sind Fake-News“, stellten sie klar.
Nahverkehr im Fokus
Bei dieser Bürgerversammlung wurden keine statistischen Zahlen und auch nicht die Inhalte des laufenden Haushalts genannt. Gleich zu Beginn der zweistündigen Versammlung rückten der Referent aus dem Landratsamt, Jürgen Kreuzer, und dessen Informationen über den kürzlich vom Kreistag auf den Weg gebrachten Nahverkehrsplan in den Fokus.
„Baxis“, so Jürgen Kreuzer, „sind unabdingbar, weil sie in jedes Dorf hineinfahren“. Im Verlauf seiner Ausführungen lenkte er den Blick auch auf das Thema Barrierefreiheit am Bahnhof in Wiesau. „Vorne seid ihr schon drüber, das ist löblich.“ Man könne nur hoffen, dass dies bald auch auf der Gleisseite der Fall sein werde, sagte ÖPNV-Fachmann Kreuzer, der sich als „Vorgruppe“ zu den angekündigten Werbe- und Imagefilmen sah.
Nun war Kino angesagt. Vorgestellt wurden die geplante Wohnanlage in der Bahnhofstraße und – wenig später – der Markt Wiesau mit dem Filmprotagonisten Bürgermeister Toni Dutz, der erneut einen ICE-Halt am Bahnhof in Wiesau, mit Vorteilen für die Region, und einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig verlangte.
Neues Bauland in Wiesau
Weitere Themen waren die Einstellungspraxis für Personal in der Verwaltung und die Beschaffungsart der Dienstfahrzeuge. Es sei definitiv, „die Norma kommt“, berichtete Weiß an anderer Stelle. Beleuchtet wurde die Dorferneuerung in Triebendorf, bei der, so versicherte Dutz ausdrücklich, die Bürger finanziell nicht beteiligt würden. „Wir konnten vier Fördertöpfe anzapfen“, erklärte der Rathauschef. Ein weiterer Punkt war ein Blick auf den Kreisverkehr in Fichtenschacht. Mit den Worten „wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“ kommentierte Bürgermeister Dutz die jetzt gemeindeeigenen Flächen nahe der Berufsschule, auf denen einmal Wohnhäuser stehen könnten.
















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