Der junge Sportler sprintet von Sieg zu Sieg und gewinnt regelmäßig Meisterschaften im Inline-Speedskating; 2016 wurde er Süddeutscher Meister. Seine nächste große Herausforderung steht schon an: Simon darf im "Team Bayern" den Titel bei den Deutschen Teammeisterschaften mit verteidigen.
Was für eine Sportart Speedskating genau ist und welche Technik, Ausdauer und enorme Energie dahinterstecken, zeigt Simon auf dem Parkplatz der EDV-Schulen in Wiesau. Auf der großen Asphaltfläche frönen er und einige weitere junge Leute vom TB Jahn Wiesau aus der Sparte Ski/Inline ihrem rasanten Hobby. Zweimal wöchentlich rasen sie, sobald die abgestellten Fahrzeuge weg sind, über den Asphalt, üben sich in der Gruppe, in der Geschicklichkeit und beim Sprint.
Trainerin Tina Wystrichowski hat ein Auge drauf, korrigiert die Bewegungsabläufe, verbessert die Haltung und spornt die jugendlichen Sportskanonen an. Die Landesfachwartin für Inline-Speedskating in Bayern bekommt von den Eltern und Sportfreunden viel Unterstützung. Denn manchmal muss sie mit Simon bis nach Bayreuth fahren, wo eine Rollbahn besseres Training ermöglicht. "Wir haben hier leider nur den Parkplatz. Und da ist die Asphaltfläche inzwischen schon ziemlich abgegriffen", bedauert Wystrichowski, dass sie dem hochbegabten Simon keine besseren Voraussetzungen für eine weitere Karriere im Speedskating bieten kann. Unterstützung kommt natürlich auch von Simons Eltern, Astrid und Reimund Maurer.
Astrid Maurer und Tina Wystrichowski wissen um das Talent von Simon: Jederzeit könne er schon bei Marathon-Läufen mitfahren. Nur seien die erst ab dem Alter von 15 Jahren zulässig. Zur Europa-Qualifizierung halten sich die beiden Frauen aber noch zurück. Das sei Zukunftsmusik. Und Mama Astrid will "den Ball flach halten". Simon ist Schüler im Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth. Schule, Privatzeit und Training sollen nach dem Willen der Mutter und der Trainerin im Einklang sein. "Der Spaß an der Sache ist vorrangig." Dass Simon damit dennoch eine Meisterschaft nach der anderen gewinnt, macht den Verein und die Eltern selbstverständlich stolz.
Seit neun Jahren
Simon selbst legt sich hinsichtlich seiner sportlichen Karriere eh noch nicht fest. Mit 13 Jahren hat er bisher keine konkreten Zukunftspläne, auch beruflich. Muss er auch nicht. Fünf bis sechs Stunden Training pro Woche findet er super. Auch, weil's was anderes ist. "Ich wollte sportlich nicht das machen, was alle machen", nennt er als einen Grund, warum er bereits seit neun Jahren Inline-Speedskating als seine Lieblingssportart diszipliniert und kontinuierlich durchzieht. Klar kann Simon auch "normal". Er ist Fußballer bei der Spielgemeinschaft Wiesau/Falkenberg, was ein schöner Ausgleich zum Inlinern sei - auch um sich fit zu halten. Später, sagt Trainerin Wystrichowski, darf Simon auch Krafttraining machen. Das sei was für den Winter, wo das Laufen auf den Rollen draußen eh nicht mehr möglich sei. Nur sei es damit für den erst 13-Jährigen vorerst zu früh. Während der Fußball wenig Aufwand kostet, investieren die Eltern etwas mehr in das "sportliche Treppchen" ihres Sohnes. Allein gute Profi-Inliner kosten 300 bis 400 Euro und Simon ist häufig auf wichtigen Wettkämpfen übers Wochenende unterwegs.
Dorthin begleiten ihn häufig seine Kollegen. Seine Sportkameraden, es gibt etwa 20 Inline-Speedskater in unterschiedlichen Altersklassen im TB Jahn Wiesau, nehmen ebenfalls an vielen Wettkämpfen teil. Der TB Jahn Wiesau ist zudem auch Ausrichter bayerischer Wettkämpfe. Dafür, sagt die Trainerin, werde dann die Wiesauer Umgehungsstraße kurzerhand gesperrt. Einige der Inline-Speedskater sind sogar aus Tschechien. "Sie haben uns angerufen, ob sie bei uns mittrainieren können", erzählt Wystrichowski. Sie freut sich, dass der Egerer Verein auf sie zugekommen ist. Die jungen Leute trainieren in Wiesau regelmäßig miteinander. Trainerin Kamilla Dankova bringt sie und fährt sie wieder heim. Sprachschwierigkeiten würden mit ein bisschen Deutsch, ein wenig Englisch oder Handzeichen überbrückt, findet es Tina Wystrichowski wunderbar, wie Kinder und Jugendliche völlig locker diese kleinen Hürden überspringen.
Souverän und sicher
Stichwort Hürden: Simon bleibt nicht immer mit den Rollen auf dem Boden. Beim Geschicklichkeitstraining zeigt er souverän, dass man mit Inlinern - wenn notwendig - auch über Hürden "fliegen" kann. Damit Simon stets unverletzt wieder auf den Boden zurückkommt, wird beim Training natürlich sehr auf Sicherheit geachtet. "Bei 42 Stundenkilometern kann's schon mal brenzlig werden, wenn die Läufer fallen", weiß die Trainerin. Bisher sei Simon aber nie etwas Schlimmes passiert.
Auch wenn der Spaß an der Sache im Vordergrund steht, bleibt der Ernst nicht ganz außen vor. Für Simon wird's jetzt tatsächlich ernst. Der vierfache Bayerische Meister in allen Disziplinen (Sprint, Geschicklichkeit, Langstrecke) und insgesamt siebenfache Meister blieb nicht unbeobachtet bei den Funktionären des Inline-Speedskating-Sports in Bayern. Vom 6. bis 8. September nimmt Simon an den Deutschen Teammeisterschaften in Gera als Mitglied im "Team Bayern" teil. Eine Auszeichnung und Herausforderung gleichermaßen. Denn sollte Simon im "Team Bayern" vorwärts kommen, rückt das nächste Sieger-Treppchen hin zur Europäischen Meisterschaft im Inline-Speedskating wieder ein Stückchen näher.





















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