16.09.2019 - 15:58 Uhr
WiesauOberpfalz

Weihbischof wirbt für mehr Mut

Mit vielen Segenswünschen endet das Hauptfest Nord der Marianischen Männercongregation (MMC). In seiner Festpredigt findet Weihbischof Josef Graf auch kritische Worte – gegen die Bewegung "Maria 2.0".

von Werner RoblProfil

Es war ein beeindruckender Moment, als sich der Kirchenzug allmählich in Marsch setzte, begleitet von den Ministranten, Weihbischof Josef Graf, MMC-Zentralpräses Monsignore Thomas Schmidt, Pfarrer Markus Nees und Pater Charles John Porimattathil. Vereinbart hatte man einen überschaubar kurzen Weg vom Pfarrzentrum zum Westportal der Kirche. An den Fahnen und dem rot-goldenen Marien-Banner aus Fahrenberg war zu erkennen, aus welchen Regionen der Oberpfalz die Gäste angereist waren. Oben an den Fahnen waren Ortsnamen wie Kirchendemenreuth, Pressath, Vohenstrauß, Waidhaus, Speinshart, Schlammersdorf und natürlich auch Wiesau zu lesen. Schließlich hatten die Gastgeber ihr 80. Gründungsfest in das Geschehen eingebunden. Neben dem Altar wartete die neue, für den Anlass geschmückte Kerze mit der Zahl 80 auf ihre Weihe durch Monsignore Thomas Schmidt. Zum ersten Mal sollte sie vom Ortsobmann Helmut Konrad entzündet und danach in den Glaubensalltag der Wiesauer MMC eingebunden werden.

Trotz des Wiesauer Jubiläums rückte in den eigentlichen Mittelpunkt am Sonntag das Hauptfest Nord, mehr aber noch die Heilige Maria. Die war, so Weihbischof Graf, „nur ein einfaches Dorfmädchen und mit einem Zimmermann verlobt". Die Tageslesungen berichteten von Gottes Barmherzigkeit. „Marientexte waren das nicht gerade, die wir soeben gehört hatten“, stellte der Weihbischof in der Predigt fest. „Man kann sie aber durchaus mit der Muttergottes in Verbindung bringen.“ Maria habe sich als Magd des Herrn auf alles eingelassen. „Sie wird als die Mutter der Barmherzigkeit, im Volksmund auch als Königin verehrt.“ Den Mittler der Barmherzigkeit, Jesus, habe sie zur Welt gebracht. „Die Liebe Gottes fasste in ihr Wurzeln. Wenden wir uns mit den Sorgen und Nöten an sie.“

Der Weihbischof warb um mehr Mut, für den Glauben auch in der Öffentlichkeit einzustehen: „Schämen Sie sich nicht“, mahnte er. „Halten Sie der Kirche die Treue. Ich weiß, dass Sie das tun, sonst wären sie heute nicht hier.“ Graf empfahl das gemeinsame Gebet. „Am besten geht es mit Maria. Vertrauen wir auch weiterhin auf ihre Fürsprache."

Anders als an solch einem Festtag erwartet folgten auch kritische Worte aus dem Mund des Weihbischofs zum Stichwort Reformbewegung „Maria 2.0“: „Ich bin schockiert“, äußerte sich Graf missbilligend über die aktuelle Diskussion. "Maria 2.0" setze sich für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche ein, doch Maria sei dafür die falsche Leitfigur. Graf erteilte der „Werbefrau Maria“, die in seinen Augen dafür missbraucht werde, eine deutliche Absage.

Näher auf das Thema ging der Prediger jedoch nicht ein. Mit wieder versöhnlichen Worten erinnerte er an die Ziele der Männercongregation und all jene, die den Glauben als Sodalen vorlebten. Graf warb im gleichen Maß um Achtung vor der Natur: „Der Schweiß der Generationen steckt in unseren Feldern.“ Er fasste zusammen: „Beten wir für die ganze Kirche in der Welt.“

Das Licht, das nach der Predigt entzündet wurde, sollte auch ein bekennendes Zeichen zur Kirche sein. Es wurde von Ortsobmann Helmut Konrad an die Neusodalen weitergegeben. Nach dem Schlusslied und dem Segen folgte der feierliche Auszug. Danach war ein Festkonvent mit Mittagessen im Pfarrzentrum anberaumt.

Hintergrund:

Neue Sodalen sprechen Weihegebete

Acht Männer hatten einen Aufnahmeantrag gestellt, um der Marianischen Männercongregation mit einem Weihegebet beizutreten. Für das Aufnahmezeremoniell wurde der Gottesdienst einen Augenblick unterbrochen. „Eure Namen sind im Buch der Sodalen jetzt verzeichnet“, bat Monsignore Schmidt die Neumitglieder, zudem den Mintrachinger MMC-Präfekten Peter Krikorka und den Pressather Bezirksobmann Max Pravida nach vorne. Andreas Schimanko (Alteglofsheim), Robert Niedermeier und Manuel Hagen (Köfering), Georg Bocka (Waldthurn), Heinz Stabla (Pressath) und Stefan Völkl (Weiden) sprachen den Treueschwur. In den Glaubenskreis wurden auch die am Altar stehenden Pfarrer Markus Nees und Pater Charles John Porimattathil aufgenommen. Als äußeres Zeichen dürfen die Sodalen nun die blaue Krawatte und die Medaille am blauen Band tragen.

Aktuell und Wissenswert

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