Wiesau
06.06.2018 - 12:27 Uhr

Den Wert der Heimat spüren

Der "Fahrplan" steht. Der Nordgautag kann kommen. Dies verdeutlichen alle Sprecher bei einem Festabend - auch wenn noch eine Menge Arbeit wartet.

Am Plakatwettbewerb der Schulen beteiligten sich rund 300 junge Künstler. Den ersten Preis erhielt Samuel Ahl, Dritter wurde Marvin Ponath (von links).   Volker Liedtke (rechts) und Bürgermeister Toni Dutz gratulierten. Für die Schule nahmen Inge Dick und Andrea Schiml (Dritte und Vierte von links)   Geldpreise entgegen. wro
Am Plakatwettbewerb der Schulen beteiligten sich rund 300 junge Künstler. Den ersten Preis erhielt Samuel Ahl, Dritter wurde Marvin Ponath (von links). Volker Liedtke (rechts) und Bürgermeister Toni Dutz gratulierten. Für die Schule nahmen Inge Dick und Andrea Schiml (Dritte und Vierte von links) Geldpreise entgegen.

(wro) Vertreter aus Kirche, Politik und Wirtschaft, ebenso aus den Reihen der Vereine und zahlreiche Bürger erlebten am Montag im Rathaus ein rund zweistündiges, straffes, aber stets kurzweiliges Programm. Von Bürgermeister Toni Dutz war zu erfahren: „Der Nordgautag findet in der geographischen Landkreismitte statt.“ Mit Blick auf den abschließenden Sonntag beim Nordgautag bilanzierte er: „Der Festzug wächst.“ Genaue Teilnehmerzahlen wollte er aber nicht nennen.

„Der Nordgautag ähnelt der Fußball-WM vor vier Jahren in Brasilien, wo man im Vorfeld noch mit vielen Baustellen zu kämpfen hatte“, scherzte Bürgermeister Toni Dutz angesichts der noch zu erledigenden Verschönerungsarbeiten im Ort. Dutz versprach aber: „Bis zum Nordgautag ist alles fertig.“ Fertiggestellt ist auf alle Fälle bereits die Festschrift, die in gedruckter Form am Abend vom Mitherausgeber Manfred Knedlik vorgestellt wurde (wir berichteten). Auf rund 300 durchwegs bebilderten Seiten beleuchten die Autoren die regionale Kunst- und Kulturgeschichte des Stiftlandes, insbesondere des Steinwaldes. Gewürdigt wurden am Abend auch die Preisträger beim Malwettbewerb der Schulen. Namentlich bekannt gegeben wurden auch die Nordgau-Preisträger, die dann am Festsonntag ausgezeichnet werden.

In einer Laudatio würdigte Landrat Wolfgang Lippert das bisher Geleistete. „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, freute er sich, dass der Nordgautag bereits zum fünften Mal im Landkreis stattfinden darf. Lippert bekannte: „Ich war skeptisch.“ Er fragte sich: „Kann Wiesau das überhaupt schultern?“ Angesichts des bisher gezeigten Engagements und mit Blick auf das Programm habe er aber feststellen müssen, dass das bevorstehende Ereignis – so wörtlich – „etwas ganz Besonderes werden muss“. Anerkennend wandte sich Lippert auch an den Wiesauer Bürgermeister: „Toni Dutz arbeitet mit Herzblut daran. Das muss einfach etwas Besonderes werden!“ Der Landrat betonte: „Das Ereignis schafft Selbstbewusstsein und Identität.“ Lippert empfahl: „Kommt, schaut es euch an!“

Vor Monaten bereits wurde in der Wiesauer Grund- und Mittelschule ein Plakatwettbewerb gestartet. Unterstützt von den Pädagogen beteiligten sich daran rund 300 Schüler. Die eingereichten Arbeiten wurden allesamt gesichtet. Inzwischen stehen die drei Preisträger fest, informierte der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedtke, vor den Gästen. „Es ist eine Freude Präsident zu sein. Vor allem wenn man feststellt, wie viel Herzblut hinter den bunten Arbeiten steckt.“ Von Anfang an sei es ein Anliegen gewesen, die Schulen einzubinden. „Der Wettbewerb war ein schöner Anlass, sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinanderzusetzen. „Alleinstellungsmerkmale wurden erkannt“, hob Liedtke auch mit Verweis auf die Unterstützung der Lehrkräfte in seiner Ansprache hervor. Während des Abends konnten sich die Gäste von der Qualität der ausgestellten Arbeiten ein Bild machen. Die drei jungen Preisträger, die Geldpreise und Geschenke bekamen, wurden im Anschluss an Liedtkes Ausführungen dem Publikum vorgestellt.

Mit dem ersten Preis und damit verbundenen 100 Euro wurde der Mittelschüler Samuel Ahl ausgezeichnet, dessen Fisch- und Gemeindemotiv auch die Festschrift zieren darf. Zweiter Sieger wurde Martina Psakova aus der Grundschule mit ihren „Hankerlern“. Stellvertretend für die Grundschülerin, die nicht anwesend sein konnte, übernahm Rektorin Inge Dick die Auszeichnung. Den dritten Preis erhielt Marvin Ponath von der Wiesauer Mittelschule. Dafür erhielt der Schüler ebenfalls 50 Euro. Weitere je 300 Euro gingen an die beteiligten Schulen.

„Keine Angst, ich werde nicht auf jeden Programmpunkt detailliert eingehen“, versprach Volker Liedtke, dem auch die Aufgabe übertragen worden war, das inzwischen fertige Programm zum Nordgautag vorzustellen. „Es ist für jeden etwas dabei“, blickte er kurz hinein. Nahezu ausverkauft sei der Auftaktabend mit der „Altneihauser Feierwehrkapell’n und „Sing Out“. Zudem merkte er an: Man habe versucht, die Gestaltung breit aufzustellen. Entstanden sei das Programm im stetigen Austausch mit der Gemeinde Wiesau und den Beteiligten. „Die Kultur ist bereits da.“ Man müsse sie nicht extra nach Wiesau tragen. Falsche Bescheidenheit sei fehl am Platze, fügte er angesichts der Vielzahl an Teilnehmern und Beiträgen hinzu. „Wir können stolz sein auf das, was uns umgibt.“ Als einen Höhepunkt bezeichnete er die Vergabe der Nordgaupreise am Festabend.

Im Bereich „Bildende Kunst“ wird der Oberpfälzer Toni Schmid ausgezeichnet. Eine Würdigung - für seine Arbeit in der Musik - wird Lothar Bauer zuteil. Für seine Leistungen in der Heimatpflege wird Adalbert Busl aus Wiesau am Festsonntag ausgezeichnet. „In verschärfter Form lade ich Sie nach Wiesau ein“, empfahl der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes einen Besuch in der Marktgemeinde und schloss: „Es soll nicht nur ein Fest der Kultur, sondern auch der Freude werden.“

Der Abend klang aus mit einem gemeinsamen Chor. Zusammen mit der Jugend, den Gästen und den Sängern aus Schönhaid wurde das Wiesauer Heimatlied angestimmt. Kulinarisch unterstützt wurde die Veranstaltung von den Schülern der Fachschule für Hotel- und Tourismuswesen. Noch am Abend gingen viele Exemplare der Festschrift über den „Ladentisch“. Mit Geschenken bedankte sich Bürgermeister Toni Dutz bei seinen Mitarbeiterinnen Sabine Saller und Birgit Sailer für die Unterstützung in den zurückliegenden Monaten.

Zahlreiche Gäste  verfolgten die Veranstaltung im Rathaussaal. wro
Zahlreiche Gäste verfolgten die Veranstaltung im Rathaussaal.
Maßgeblich verantwortlich für die Gesamtgestaltung der Festschrift war Manfred Knedlik. Ausführlich stellte er das Werk den Gästen   vor. wro
Maßgeblich verantwortlich für die Gesamtgestaltung der Festschrift war Manfred Knedlik. Ausführlich stellte er das Werk den Gästen vor.
Der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedtke, verwies auf ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm zum Nordgautag. wro
Der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedtke, verwies auf ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm zum Nordgautag.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.