14.07.2019 - 10:07 Uhr
WiesauOberpfalz

Wiesauer feiern auch im Regen

Bürgermeister Toni Dutz benötigte nur einen einzigen Hammerschlag, dann folgt der Probetrunk. Das 18. Wiesauer Bürgerfest war eröffnet – mit einer Premiere, die zur festen Einrichtung werden soll.

von Werner RoblProfil

Mit der Schönhaider Band „DefBoy“ hatte man am Freitagabend bereits kräftig vorgefeiert. Dem offiziellen Bürgerfest-Start mit einer Dreifach-Ausstellung im Rathaus am Montag folgte am Samstag der eigentliche Auftakt mit Festzug und ökumenischem Gottesdienst. Dass es sich dabei um eine Premiere handelte, freute besonders Bürgermeister Toni Dutz. Er versprach, die Feier mit den Pfarrern beider Konfessionen zur Tradition werden zu lassen.

Vorangegangen war ein Festzug, angeführt vom Musikverein, begleitet von Fahnen, den Vereinen, Vertretern der Kommunalpolitik, der Geistlichkeit und vielen Bürgern. Vom Schulhof aus steuerten sie auf das Rathaus zu. „Viele haben ihr Fest heute abgesagt, wir machen das nicht. Wir sind keine Weicheier; die Wiesauer feiern auch im Regen“, verkündete Bürgermeister Toni Dutz. Vorsorglich hatte man die Anzahl der großen Schirme verdoppelt, die Tische und Bänke getrocknet und das Rathaus zum „Bierzelt“ umgestaltet.

„Schön, dass Sie hier sind, um mit uns das Bürgerfest zu feiern, das mit viel Arbeit verbunden war und liebevoll vorbereitet wurde“, sagte Pfarrer Maximilian Roeb und gab das Wort an den evangelischen Geistlichen Martin Schlenk weiter. Der Gottesdienst mit den Seelsorgern beider Konfessionen, bunt eingeleitet von der Tanzgruppe „Temptation“ und musikalisch umrahmt vom Musikverein, war auch ein Abschied von Pfarrer Roeb. „Ich bedaure es sehr, dass du uns verlässt“, erinnerte Schlenk an Roebs künftige Wirkungsstätte in Wolnzach. „Es ist der erste, zugleich aber auch der letzte ökumenische Bürgerfest-Gottesdienst, den wir gemeinsam feiern dürfen. Wir hatten viel Spaß miteinander. Schade, dass du Wiesau verlässt.“ Schlenk erinnerte an den Nordgautag: "Es war ein amüsanter Anblick. Maximilian und ich wurden in der Kutsche durch Wiesau gefahren, die Politprominenz musste zu Fuß vor uns her gehen.“ Schlenks Ansprache war aber auch eine deutliche Mahnung an alle, Respekt vor der Schöpfung zu haben und sie zu bewahren.

Eigentlich sei Roebs Verabschiedung erst für den 18. Juli vorgesehen, brachte Bürgermeister Toni Dutz eine Terminüberschneidung zur Sprache, die er sehr bedauerte. Zum gleichen Zeitpunkt finde ein Abschlussabend im Beruflichen Schulzentrum statt, der sowohl ihn als auch seine beiden Stellvertreter binde. Ohne ein „Auf Wiedersehen“ seitens der Gemeinde wolle man aber den beliebten Seelsorger nicht fortgehen lassen.

„Wir haben uns gedacht, wir ziehen den Abschied einfach vor“, machte Dutz aus der Not eine Tugend. „Sie haben in den vergangen zwei Jahren viele Herzen gewonnen", wandte er sich an Roeb. „Die Arbeit war stets vertrauensvoll. Sie waren seelsorgerisch und menschlich ein Gewinn.“ Ein Bilderrätsel aus der Fotowerkstatt von Matthias Kunz, dazu ein kulinarischer Reiseführer, waren in Folie eingepackt. „Sie werden darin Wiesau und die Genussorte Kornthan und Muckenthal wiederfinden“, erklärte Dutz.

Nach dem Bieranstich ging das Fest mit der Gruppe „X-Zeit“ und am Sonntag mit vielen weiteren Attraktionen weiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.