Die Feuerwehr Wildenreuth feiert am Wochenende, 5. und 6. September, ihr 155. Jubiläum. Eigentlich hätte schon vor fünf Jahren das 150. Gründungsfest gefeiert werden sollen – jedoch musste es wegen Corona verschoben werden. Umso mehr freuen sich die Aktiven nun auf die bevorstehende Veranstaltung.
Wie Feuerwehrvereinsvorsitzender Roland Krommer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erzählt, wurde für das zweitägige Fest vor dem Feuerwehrhaus ein Zelt aufgebaut. Es fasst zwischen 600 und 650 Gäste. "Wir wollten das Fest nicht zu groß machen, das langt uns für vor das Feuerwehrhaus", sagt Krommer.
Verbindung zu Familie Podewils
Gegründet wurde die Feuerwehr Wildenreuth-Neuenreuth 1871 unter dem Namen "Turner-Feuerwehr", wie es in der Chronik heißt. Denn sie nahm sich neben dem Brandschutz auch der Körperertüchtigung an. Gründervorstand war Friedrich Freiherr von Podewils, er war bis 1893 Vorsitzender. Auf ihn folgte sein Bruder Adalbert von Podewils. "Seitdem gibt es zwischen der Feuerwehr und der Familie von Podewils eine enge Verbindung", weiß Krommer aus der Feuerwehrchronik zu berichten. Darin heißt es weiter, dass von 1902 bis 1966 Friedrich Karl von Podewils Vorsitzender war. Er stiftete 1953 einen Schlauchturm und zum 90-jährigen Bestehen der Wehr eine Fahne. 1909 war die Feuerwehr 53 Mann stark. Ab 1967 leitete Heinrich Freiherr von Podewils die Geschicke des Vereins, er war Schirmherr beim 100., 110. sowie beim 125. Jubiläum. 1994 wurde er außerdem zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach dem Krieg wurde Karl Brack 1948 Kommandant, auf ihn folgte 1962 Hans Schröder.
Ab 1966 sparten die Brandschützer auf ein Löschfahrzeug. Es fand im Mai 1968 neugebauten Gerätehaus Platz. Laut Chronik war die Wildenreuther Wehr die erste in der Region, die 1973 eine Jugendgruppe stellte. 1982 wurde Siegfried Betzelt zum Ersten Kommandanten gewählt, sein Nachfolger wurde 1984 Siegfried Schieder. Die Einweihungsfeier des neuen Gerätehauses im Schulgebäude war 1987. Wie es in der Chronik heißt, wurde dazu die alte Spritze aus Steinbach aus dem Jahr 1889 zur Aufbewahrung überbracht.
Derzeit gehören der Feuerwehr Wildenreuth 55 aktive Mitglieder und 70 Passive an, hinzu kommen 38 Ehrenmitglieder. "Die nächsten Jahre brauchen wir ein neune Fahrzeug", blickt Krommer in die Zukunft. Das aktuelle Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) ist unter anderem mit einem Spreitzer (wegen der Nähe zur B22 und zur Autobahn), einem Wassertank und Atemschutz ausgestattet – es ist allerdings schon 26 Jahre alt. Daneben verfügen die Wildenreuther Brandschützer noch über einen Mannschaftstransportwagen.
Party, Gottesdienst, Feier
Los geht das Fest am Samstag, 5. September, um 19 Uhr, ab 20 Uhr spielt die Partyband "Himmelfahrtskommando". In der Bar herrscht ab 21 Uhr Betrieb, außerdem gibt es den Abend über Essen und Getränke. Der Sonntag beginnt um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Simultankirche Wildenreuth mit dem evangelischen Pfarrer Manuel Sauer und Pater Mathew Paikada, der derzeit Pfarrer Martin Besold vertritt. Der evangelische Posaunenchor Wildenreuth wird den Gottesdienst gestalten, auch ein paar Vereine haben sich laut Krommer angemeldet. Anschließend lädt die Feuerwehr zu einem Weißwurstfrühschoppen.
Ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen, auf der Speisekarte steht gemischter Braten, wie der Vorsitzende verrät; eine Anmeldung ist nicht nötig. Ab 13.30 Uhr ist Aufstellung zum Festzug am Dorfplatz, die Teilnehmer marschieren ab 14 Uhr von dort zum Friedhof, über die Siedlung und die Hauptstraße wieder zurück zum Festplatz am Feuerwehrhaus. Für die kleinen Gäste bauen die Brandschützer übrigens eine Hüpfburg auf.
Ehrengäste
Angesagt für das Jubiläumsfest hat sich neben dem Erbendorfer Bürgermeister und dem Landrat auch der Patenverein aus Windischeschenbach. Nachdem Krommer die Gäste begrüßt hat, spielt die Reuther Blaskapelle auf. Die Musikanten unterhalten bis zum Festausklang um circa 18 Uhr.
Zum Fest haben die Feuerwehrler um Krommer und Zweiten Vorsitzenden Reinhard Hofmann sowie Erstem Kommandant Daniel Hackl, Zweitem Kommandant Harald Hör und Drittem Kommandant Thomas Simmerl die Fahnenbraut des 90. Gründungsfests, Waltraud Schlicht (geborene Schieder), eingeladen. Das wurde nicht 1961, sondern erst ein Jahr später mit der Fahnenweihe gefeiert.















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